Räte fühlen sich teilweise erpresst

07.04.2006

Mainpost 7.4.2006

 

Räte fühlen sich teilweise erpresst

 

Kolitzheim (BP) Erregte Diskussionen gab es in der Gemeinderatssitzung als es um das Regionalmarketingkonzept der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main-Steigerwald. Das muss, um in der Förderung berücksichtigt zu werden, noch in dieser Woche eingereicht werden. Ursprünglich sollte damit Zeit bis Ende des Jahres sein. Das Kardinalproblem sei, so Bürgermeister Horst Herbert, dass das Konzept noch nicht mit allen elf beteiligten Gemeinden abgestimmt sei. Auch habe er Vorbehalte für einzelne Maßnahmen.

Nachdem Andrea Gutzeit, die Regionalmanagerin der LAG nochmals kurz das Konzept und die Ziele erläutert hatte, ging sie auf die konkreten Aktivitäten ein. Mit Logo, Briefbögen, Flyer, einem Magazin und im Internet soll für die Region geworben werden. Fünf Rollbanner und zwei Pavillons, die ausgeliehen werden können, werden angeschafft. Mit gleicher Beschilderung ist ein einheitliches Infosystem in der Region geplant. Weiter soll ein bis jetzt einmaliger, dreidimensionaler Weinetikett Dummy entworfen werden und Aufmerksamkeit erregen und 50 Fahnen, zwei für jeden Ort, sollen angeschafft und an den Ortseingängen angebracht werden. Pfiffige, für die Region typische "Give aways" (kleine Geschenke) sind weiterhin im Maßnahmenkatalog enthalten

Die Kosten sind mit 127 780 Euro veranschlagt. Die Hälfte wird über das LEADERplus-Programm der EU finanziert. Kolitzheim müsste 14 918 Euro übernehmen.

Das Problem sei, so der Bürgermeister, dass die Gemeinde auch bei der Region Mainschleife beteiligt sei und deshalb doppelte Kosten entständen. Es könne sein, dass es in der Gemeinde dann zwei verschiedene Fahnen gebe. Herberts Vorschlag, die Gemeinde wolle sich einen Beschluss für die einzelnen Maßnahmen vorbehalten, sei nicht möglich, so Andrea Gutzeit.

Die Summe von 14 918 Euro sei ein maximaler Betrag. Der Kampf um die finanziellen Mittel sei in vollem Gang. Dieser Druck, kurzfristig eine Entscheidung fällen zu müssen, wurde von den Gemeinderäten aufs Heftigste kritisiert. In der Diskussion fiel sogar das Wort Erpressung.

Erst seit zirka zwei bis drei Wochen sei dieser neue Termin bekannt, stellte sich weiter heraus. Vor allem den Fahnen, dem größten finanziellen Brocken, und dem Magazin mochten die Mitglieder des Gremiums nicht so recht zustimmen. Manche Ortschaften hätten von dem Ganzen auch keinen Nutzen, war eine weitere Meinung.

Auch Alexander von Halem, der stellvertretende Vorsitzende der LAG, äußerte, er sei in einer Zwickmühle. Es wäre aber schade um die viele geleistete Arbeit und die schon entstandenen Kosten, wenn die Sache nicht zustande komme.

Mit sechs Gegenstimmen stimmte das Gremium schließlich zu, sich an der Finanzierung der Umsetzungsmaßnahmen des Marketingkonzepts mit maximal 14 918 Euro zu beteiligen. Es soll allerdings festgehalten werden, dass über die einzelnen Maßnahmen nochmals zu entscheiden sei. Ebenfalls mit sechs Gegenstimmen wurde der Fortführung des Regionalmanagements und der Geschäftsführung zugestimmt.

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