Scapin, ein Gauner zum Schmunzeln

02.05.2006

Scapin, ein Gauner zum Schmunzeln

 

Zeilitzheim Großes Theater auf kleinem Raum boten die acht Schauspieler des Tournee Theaters Stuttgart bei ihrem Auftritt im Schloss Zeilitzheim. Regisseur Wilfried Alt setzte mit Molières "Die Gaunereien des Scapin" einen Klassiker der Commedia dell'arte in Szene und begeisterte 100 Besucher mit einem Lustspiel voller Energie und zeitlosem Witz, bei dem sich klassischer Komödienstil und klassische Sprache mit modernen Spielelementen vereinten.

 

Ausverkauft war der Jagdsaal im Barockschloss Zeilitzheim beim Gastspiel des Tournee Theaters Stuttgart. Auf dem Programm stand einer der großen französischen Klassiker: Molière (1622-1673), der maßgeblich dazu beitrug, Komödien "hoffähig" zu machen, das Lustspiel als eine der Tragödie gleichwertige Gattung zu etablieren.

Trotz des namhaften Stoffs gelang es dem jungen Ensemble, das erst im Herbst 2004 zusammengefunden hatte, die 1671 in Paris uraufgeführten "Gaunereien des Scapin" mit einem Humor und einer Leichtigkeit zu vermitteln, die das Publikum mitriss. Eine gewöhnliche Podest-Bühne fehlte. Gespielt wurde auf einer kleinen, von den Stuhlreihen der Zuschauer auf drei Seiten umgrenzten Fläche. Die strikte Trennung zwischen Akteuren und Publikum war aufgehoben, da die Darsteller die Möglichkeit nutzten, nicht nur zum Greifen nahe vor den Zuschauern zu spielen, sondern ihre Aufführung auch mitten unter die Sitzenden hinein auszudehnen.

Im Stil der alten Wanderbühne wurde zudem ganz auf das Bühnenbild verzichtet - der Vorstellungskraft der Besucher wurde so Raum gegeben, sich selbstständig zu entfalten.

Die Requisiten waren minimal und fanden in einem großen Koffer Platz, der im Zentrum der Bühne stand.

Die Geschichte handelte von "Octave und Léandre, jung, ledig aus besserem Hause". Ihre Väter haben ihnen strengstens verboten, auf eigene Faust auf Brautschau zu gehen. "Aber Octave und Léandre haben gefunden!". Sie sind unsterblich verliebt in Zerbinette und Hyanzinthe. In den strengen familiären Konventionen findet Molière die idealen Voraussetzungen, seinen gewitzten Helden, dem der Funke Anarchie im Blute liegt, ans Werk zu lassen. Dies passiert in Gestalt des Dieners Scapin, des Intriganten, der das Korsett gesellschaftlicher Verbote und Gebote sprengt. Am Ende des letzten Akts versöhnt der Zufall alle Beteiligten und eröffnet den Liebenden eine gemeinsame Zukunft.

Zu den News