Schloss wurde in nur vier Jahren erbaut

25.04.2006

Mainpost 25.4.2006

 

Schloss wurde in nur vier Jahren erbaut

 

Zeilitzheim In der unglaublich kurzen Zeit von nur vier Jahren wurde Schloss Zeilitzheim von 1679 bis 1683 erbaut, berichtete Hausherrin Marina von Halem den interessierten Besuchern bei einer Schlossführung. Aus der nahen und weiteren Umgebung, bis hin nach Homburg am Main, waren zahlreiche Interessierte gekommen, um Wissenswertes über die Erbauung des Schlosses und seiner Geschichte sowie dessen Bewohner zu erfahren.

 

Der Bauherr, Graf Philipp Wolf von Wolfsthal, war Beamter und Offizier. Er lebte vor allem in Bamberg. Seine erste Ehefrau Anna Voit von Rieneck starb schon nach einem Jahr im Kindsbett, und auch der Säugling lebte nicht sehr lange. Schon ein Jahr später vermählte sich der Graf mit Magdalena von Würtzburg, einer Witwe, mit der er dann 15 Jahre verheiratet war. Ein Sohn, der allerdings 1713 starb, sowie drei Töchter gingen aus dieser Ehe hervor. Über die dritte Ehefrau Maria Agnes von Ostein ist nicht viel bekannt, so Marina von Halem.

Zusammen mit einem Architekten aus Zeil am Main baute die Familie Wolfsthal Schloss Zeilitzheim von Bamberg aus. Graf von Wolfsthal war als Beamter auch häufig am kaiserlichen Hof in Wien und kämpfte als Offizier gegen die Türken. So war seine Ehefrau Magdalena während seiner Abwesenheit auch für den Schlossbau verantwortlich, vermutet Frau von Halem.

Nach dem Tod des Sohnes und Erben adoptierte Graf von Wolfsthal die Familie Schönborn, und so erbte diese Familie das Schloss im frühen 18. Jahrhundert. Von 1734 bis 1737 lebte Kardinal Damian Hugo von Schönborn als Flüchtling in Schloss Zeilitzheim und unternahm in dieser Zeit prachtvolle Umbauten. Danach fanden die Besitzer zirka 200 Jahre keine richtige Verwendung für die Wohngebäude. Nur die Landwirtschaft lief weiter.

Im vergangenen Jahrhundert wurde das Schloss dann verkauft und die Zimmer als Mietwohnungen genutzt. 1979 erwarb die Familie von Halem das Anwesen, restauriert es seit dieser Zeit nach und nach und nutzt es als Hotel und für verschiedenste Veranstaltungen.

Der heutige Jagdsaal mit seinen Stuckdecken aus der Erbauungszeit war zur Zeit des Grafen von Wolfsthal ein großer Versammlungssaal für die Fürsten, berichtete die Hausherrin. Später diente dieser Raum der katholischen Bevölkerung Zeilitzheims als Pfarrkirche. Im Schönbornsaal konnten die Besucher die prächtigen Wand- und Deckengemälde bewundern, die entstanden, als Kardinal Damian Hugo von Schönborn in Schloss Zeilitzheim lebte

Rundum von Gebäuden umgeben konnten sich die Gäste im Arkadenhof, in dem sich früher das Leben abspielte, ein Bild von der Schlossanlage machen. Neben der östlichen Einfahrt befand sich die Weinkelter. Im südlichen Gebäude waren Scheune und Remise untergebracht, im Westteil der Stall und eine Schmiede. Auch eine weitere Einfahrt gab es hier. Das nördlich Hauptgebäude ist vollständig unterkellert und diente früher der Lagerung von Wein und Feldfrüchten, so die Schlossherrin.

Ab 1982 wurde der barocke Schlossgarten nach alten Vorbildern angelegt, berichtete Frau von Halem an diesem Ort. Hier konnten die Besucher nach Beendigung der Führung noch verweilen und sich in Ruhe umsehen und die wunderschöne frühlingshafte Atmosphäre genießen.

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