„Schönster Fall“ für Einbeziehungssatzung

31.07.2015

Mainpost, 31.07.2015

 

KOLITZHEIM

„Schönster Fall“ für Einbeziehungssatzung

Mit mehreren nicht ganz einfachen Bauanträgen befasste sich der Gemeinderat von Kolitzheim in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. So wurde in Herlheim der Bau eines Wohnhauses mit Doppelgarage im rückwärtigen Teil eines Grundstückes beantragt, wofür ein alter Schweinestall abgerissen werden soll. Der Haken daran: Der vorgesehene Bauplatz an der Straße Richtung Brünnstadt ist, ebenso wie drei weitere Grundstücke dort, als Außenbereich eingestuft.

Gegenüber der Straße, auf der östlichen Seite dieses Areals sowie auch im Norden und Süden gibt es allerdings eine Bebauung. Bürgermeister Horst Herbert ging daher zunächst auf die Vorgeschichte ein. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre sollte dieses Gebiet an das Kanal- und Wassernetz angeschlossen und die Besitzer hierfür veranlagt werden. Diese wehrten sich allerdings dagegen und legten beim Landratsamt mit Erfolg Widerspruch ein.

Vor zirka zwei Jahren wurde nun ein erster Antrag für eine Bebauung dort gestellt, wogegen die Nachbarn sofort schriftlich Einspruch erhoben. Damit die Sache rechtlich geklärt werden kann, musste die künftige Bauherrin einen Vorbescheid beantragen. Bürgermeister Herbert hat nun mit dem Landratsamt gesprochen. Das sehe das Areal ebenfalls als Außenbereich, weshalb es keine Baugenehmigung geben könne.

Eine Lösung wäre, dass alle Grundstücke mit einer Einbeziehungssatzung dem Dorf angeschlossen werden und ein Bebauungsplan aufgestellt werde.

Das Problem hier, die Nachbarn müssten dann für die Erschließung für Kanal und Wasser ebenfalls bezahlen. Dies würde pro Grundstück zirka 6000 bis 7000 Euro bedeuten, rechnete das Gemeindeoberhaupt vor.

Laut Reinhold Holzheid würde sich das, kaufmännisch gedacht, lohnen, denn der Wert der Grundstücke würde steigen. Auch die Herlheimer Räte Walter Wiegand und Katharina Graf fänden es positiv, wenn es hier eine Bebauung geben könnte. Schließlich gebe es bereits rundum bebautes Gebiet. Die Lücke könnte geschlossen werden und der alte Stall würde verschwinden, so Graf.

Martin Mack schlug vor, dass die Besitzer des vorgesehenen Baugrundstücks sich mit den Nachbarn verständigen, damit eine Lösung für alle gefunden werden könne. „Dies ist der schönste Fall für eine Einbeziehungssatzung“, so Bürgermeister Horst Herbert. Eine Einzelentscheidung für das Grundstück werde auch das Landratsamt ablehnen. Mit 13 Nein- und sieben Ja-Stimmen wurde der Antrag daher vorerst abgelehnt.

Mit einem eigentlich nur kleinen, allerdings trotzdem etwas problematischen Vorhaben hatten sich die Räte weiter zu befassen. Auf einem Grundstück am Lindenweg in Kolitzheim ist die Errichtung eines Gartenhauses geplant. Die Größe soll sechs zu drei Metern betragen. Die eine Hälfte wird ein Gerätehaus und die andere Hälfte ein Freisitz sein. Da das Häuschen am Rande des Grundstückes und somit außerhalb der Baugrenzen aufgestellt werden soll, wurde eine isolierte Befreiung notwendig, der die Räte mit einer Gegenstimme zustimmten. Auch die Nachbarn haben unterschrieben.

Ein zusätzliches Problem an diesem Vorhaben muss allerdings durch das Landratsamt genehmigt werden. Denn die Länge der Gebäude, von der Garage am anderen Ende des Grundstücks bis zum künftigen Gartenhaus beträgt 16 Meter. Nur 15 Meter sind erlaubt. Deshalb ist eine isolierte Zulassung vom Landratsamt nötig.

Problemlos ist dagegen ein anderes Vorhaben in Kolitzheim. Hier soll in einem Anwesen an der Schweinfurter Straße eine Wohnung im Obergeschoss entstehen. Dafür wird ein Gebäude zwischen dem jetzigen Wohnhaus und der Scheune entfernt. Unten wird hier eine Garage entstehen. Darüber und im Obergeschoss des bestehenden Hauses wird durch Umbau die neue Wohnung geschaffen. Einstimmig bejahten die Räte dieses Vorhaben. „Es ist schön, wenn im Dorf etwas passiert“, freute sich Bürgermeister Horst Herbert.

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