Schwemmt Milchpreis die Bauern weg?

11.05.2009

Mainpost 11.05.2009

ZEILITZHEIM

Schwemmt Milchpreis die Bauern weg?

Meinungsaustausch mit Minister Brunner

 

Die jüngste Preissenkung von sieben Cent pro Liter Milch durch Aldi & Co. hat bei Landwirten und Politikern gleichermaßen Unverständnis und Empörung hervorgerufen. Das zeigte sich auch bei einem Meinungsaustausch von Junglandwirten mit Bayerns Landwirtschaftsminister in Zeilitzheim. Helmut Brunner kritisierte dabei das Verhalten der marktführenden Discounter, wie aus einer Pressemitteilung der CSU hervorgeht.

Wenn kurz vor dem „Runden Tisch“ mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mit den Molkereien Lieferverträge über ein halbes Jahr abgeschlossen würden, werde ein sinnvolles Gesprächsergebnis konterkariert, heißt es darin weiter.

Staatsminister Brunner sowie die CSU-Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf und Gerhard Eck, die zur Veranstaltung in Zeilitzheim eingeladen hatten, sagten zu, durch die Bayerische Staatsregierung die Preispolitik der anderen Discounter kartellrechtlich prüfen zu lassen. Durch einen Dringlichkeitsantrag hat die CSU in der Plenarsitzung am Donnerstag inzwischen ein solches Prüfverfahren durch die Bundesregierung in die Wege geleitet.

„Wenn ein Bauer allein für Futter umgerechnet 23 Cent Kosten pro Liter Milch hat, für einen Liter Milch aber nur 20 Cent bekommt, kann er auf Dauer nicht überleben“, so Karl Kilian aus Nenzenheim zur Situation der Milchbauern bei der Diskussion der Jungbauern mit Minister Brunner in Zeilitzheim. Die Befürchtung sei groß, dass viele Landwirte durch die niedrigen Preise in den Ruin getrieben würden. Kilian plädiert, wie vieler seiner Kollegen, für eine Reduzierung der Milchquote.

Minister Brunner betonte, dass sich Bayern im vergangenen Jahr vehement gegen eine Erhöhung der Milchquote gestemmt habe, jedoch nur von Hessen unterstützt worden sei. Derzeit werde zwar die deutsche Quote nur zu rund 95 Prozent ausgeschöpft, doch der Rückgang des Milchverbrauchs durch den Konsumenten und die zunehmende Verwendung von Milchersatzstoffen wie Analogkäseprodukten bei der Herstellung von Nahrungsmitteln bewirkten ein Milchüberangebot auf dem Markt.


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