Solarpark bei Wadenbrunn?

25.10.2019

Mainpost 25.10.2019

Kolitzheim

Solarpark bei Wadenbrunn?

Mit einer "Vorinformation zur Errichtung eines Solarparks bei Wadenbrunn" hatte sich der Gemeinderat Kolitzheim in seiner Sitzung zu beschäftigen. Hierzu begrüßte Bürgermeister Horst Herbert auch Graf Paul von Schönborn und den Planer Marco Pannicke von der "Grüne Energie Solar GmbH" aus Bitterfeld.
Auf einer Fläche von 130 Hektar, vor allem westlich, östlich und südlich von Wadenbrunn soll nach der Vorstellung von Schönborn der Solarpark entstehen. Er soll mindestens 25 Jahre in Betrieb sein und danach könne die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Ideal sei der Standort auch, da die Energie direkt in das nahe Hochspannungsnetz eingespeist werden könne.

Strom für 24 000 Haushalte

Die Anlage erreiche eine Leistung von 120 MWp, ging Planer Pannicke  dann genauer auf das Vorhaben ein. Dabei werde eine große Menge an Kohlendioxyd eingespart und auch für Flora und Fauna habe die Anlage große Vorteile.  Eventuell könnte sogar eine Bio-Schafzucht eingerichtet und Bio-Honig erzeugt werden. Der produzierte Strom reiche für 24 000 Haushalte und die Gemeinde erhalte 70 Prozent der Gewerbesteuer, warb der Planer für die Anlage.
Auch die ÜZ Mainfranken wäre an dem Vorhaben interessiert und deren Mitglieder könnten indirekt davon profitieren, ging aus den Informationen hervor. Pannicke bat um die Einleitung eines Planverfahrens noch in diesem Jahr.

Massiver Eingriff in Landschaft

Für dieses Riesenprojekt sei intensiver Diskussionsbedarf nötig, weshalb er um Geduld bitte, ging Bürgermeister Herbert auf die Präsentation ein. Wie er sagte, bedeute das Projekt einen massiven Eingriff in Landschaft und Landwirtschaft.

Burkhard Krapf forderte genauere Informationen zur erwartenden Gewerbesteuer. Weiter befürchtete er, dass sich die Gutsverwaltung des Grafen Schönborn nach anderen Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung umsehe und somit in Konkurrenz mit weiteren pachtwilligen Landwirten trete. Auch sie müssten kalkulieren und werden sich an die Marktpreise halten, antwortete Schönborn.  Dies bezweifelte Werner Herbert, da durch das Gut bereits zu höheren Preisen gepachtet worden sei.

Martin Mack gab zu bedenken, dass sich durch eine solche Anlage das Landschaftsbild und auch der Naturhaushalt, zum Beispiel die bestehende Vogelwelt, verändern werde. Außerdem erinnerte er an ein 2009 beschlossenes Positionspapier zum Thema Fotovoltaikanlagen.  Danach sollen nur zwei Anlagen pro Ortsteil erlaubt werden und die Fläche darf nur fünf Prozent der Gemarkungsfläche betragen. Da dies erstmal eine Vorinformation war, beendete Bürgermeister Horst Herbert die Debatte. Weitere Diskussionen werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben.

 

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