Sonores Summen der alten Dreschmaschine

04.10.2006

Mainpost 4.10.2006

 

Sonores Summen der alten Dreschmaschine

 

Stammheim Jede Menge Attraktionen gab es am vergangenen Erntedank-Sonntag beim Dreschfest im Museum für Zeitgeschichte zu bestaunen. Günter Weißenseel und seine Museumsmannschaft präsentierten unter dem Motto "Vom Korn zum Brot" den Weg des Getreides vom Feld bis hin zum fertigen Produkt.

 

Gedroschen wurde das Korn jedoch nicht mit den ebenfalls ausgestellten hochtechnischen Mähdreschern und Traktoren der heutigen Zeit, nein, mit historischen alten Gerät wurde längst vergangener Tage in der Landwirtschaft gedacht. Mit einer original restaurierten Lanz-Dreschmaschine und einem Oldie-Traktor des gleichen Herstellers wurde den Gästen die beschwerliche und harte Arbeit des Korndreschens anschaulich dargestellt.

Moderiert wurde das historische Korndreschen von Landwirt Wolfgang Lambrecht aus Obersfeld der gemeinsam mit seiner Familie und Freunden die Vorführung darbot. Eigens für das Dreschfest hatte Lambrecht im vergangenen Jahr das heutzutage nicht mehr angebaute langstielige Getreide auf einem seiner Felder ausgebracht, um beim Dreschfest entsprechendes Dreschgut zur Verfügung zu haben.

Regionale Produkte vermarkten

Lambrecht unterstützt gemeinsam mit der Bäckerei Martin Schiffer aus Würzburg die Aktion der Handelskette EDEKA. Diese hat sich unter dem Motto "Aus der Region für die Region" das Ziel gesetzt, Produkte aus dem regionalen Umland zu vermarkten und damit unnötig lange Wege der Erzeugnisse zu vermeiden. Weitere historische Relikte der Landwirtschaft wurde den Gästen bei der Oldtimer-Parade der Traktoren geboten. Die alten Zugmaschinen wurden von ihren Besitzern in zeitaufwendiger Arbeit liebevoll wieder hergerichtet und begeisterten die Gäste bei ihrem Zug durchs Museumsgelände. Auch für die jüngsten Museumsbesucher war etwas geboten. Sie durften in der Kinderbäckerei ihre eigenen Backwaren herstellen, und präsentierten diese stolz ihren Eltern.

Bei der alten Mostpresse konnten die Gäste ihre mitgebrachten Herbstfrüchte wie Äpfel oder Trauben kostenlos auspressen lassen und den ausgepresste Saft mit nach Hause nehmen. Neben Apfel- und Traubenmost, konnten sich die Besucher den fränkischen Federweißen mit einem deftigen Zwiebelplootz oder einer fränkischen Brotzeit aus der Feldküche des Museums schmecken lassen.

Auf die Frage, ob auch im kommenden Jahr ein ähnliches Dreschfest im Museum für Zeitgeschichte angedacht sei, antwortete der Vorsitzende des Vereins für fränkische Militärgeschichte, Günter Weißenseel: "Die Planung für die neue Museumssaison laufen bereits jetzt auf vollen Touren, sind aber noch nicht ganz abgeschlossen. Doch das Museum für Zeitgeschichte und seine Attraktionen sind immer eine Reise wert."

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