Stammheimer geschlossen gegen "Die Rechte"

17.04.2015

Mainpost den 17.04.2015

STAMMHEIM
Stammheimer geschlossen gegen "Die Rechte"

Die Kleinpartei "Die Rechte" will sich in Stammheim (Kreis Schweinfurt) niederlassen. Doch die Bevölkerung setzt sich dagegen energisch zur Wehr.

 „Die Stammheimer haben schon immer zusammengehalten und sie werden auch gegen die Rechten zusammenhalten.“ Das war das emotionale Schlusswort eines Ortsbürgers, das im tosenden Beifall der etwa 150 Vereinsvertreter und sonstigen Bürger im Pfarrheim unterging.

Die Stammheimer waren am Donnerstagabend zusammengekommen, um Maßnahmen gegen die drohende Einnistung der Partei „Die Rechte“ im ehemaligen Zehnthof mitten im Ort zu besprechen.

Erstes Ergebnis war die Bildung eines Runden Tisches, der sich umgehend konstituieren will. Vertreter aller anwesenden Vereine und Organisationen im Ort erklärten sich spontan bereit mitzumachen.

Aufbruchstimmung also am Ende der rund 90-minütigen Versammlung. Am Anfang herrschte allerdings schon so etwas wie Schockstarre, als Bürgermeister Horst Herbert erklärte, die Gründung des Landesverbands Bayern der „Rechten “ solle am 24. Mai in Stammheim sein.

Genau an diesem Pfingstsonntag soll auch ein Fußballturnier mit sieben oder acht Mannschaften aus anderen Orten mit dem Namen Stammheim oder Stammham ausgetragen werden – auch mit Gästen aus dem Ausland. Zu befürchten ist anlässlich der Verbandsgründung der „Rechten“ auch der Auftritt von Linksextremen, so dass den Stammheimern ein ungemütlicher Tag bevorstehen könnte.

Die Bürger hatten viele Fragen an Wolfgang Meyer von der bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus. Sind Leib und Leben, Hab und Gut bedroht? Können wir überhaupt noch Asylbewerber oder Ausländer aufnehmen?

Genau das sollten die Stammheimer gerade jetzt tun, riet Meyer. Jetzt sei Zivilcourage gefragt. Die Stammheimer müssten als geschlossener Block auftreten und gleichzeitig Vielfalt zeigen. Das bereits in der Ortsmitte wehende Banner „Stammheim ist bunt“ ist ein erstes Signal, das Wolfgang Meyer ausdrücklich lobte.

Der Runde Tisch soll bereits in der nächsten Woche zusammenkommen.

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