Straßenverkehr langsamer machen

04.11.2008

Mainpost, 04.11,2008

 

KOLITZHEIM

Straßenverkehr langsamer machen

 

Gemeinderat diskutiert Konzept für Dorferneuerung in Kolitzheim

Mit der Vorstellung des Planungskonzeptes durch Landschaftsarchitekt und Städteplaner Frieder Müller-Maatsch für die Dorferneuerungsmaßnahme in der Mitte Kolitzheims beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung. Dies sei nur eine Planung und noch mit niemandem abgestimmt, schickte Bürgermeister Horst Herbert voraus.

 

Auch Frieder Müller-Maatsch bezeichnete die Planung als Diskussionsvorgabe. Das Planungsgebiet erstreckt sich über die Schweinfurter Straße vom Ortseingang von Unterspiesheim her bis zur scharfen Linkskurve, wo der Bereich durch ein markantes Gebäude natürlich begrenzt wird, so der Planer. Auch die Lindacher Straße und die Bäckergasse werden mit eingeschlossen. Wie mit dem Straßenbauamt abgestimmt, wird die Straße auf 6,50 Meter Breite begrenzt.

Bei der Einmündung der Bäckergasse soll eine grüne Insel entstehen, so dass die Fußgänger einen Umweg machen und die Straße an einer engeren Stelle überqueren. Die Bäckergasse selbst würde als Fußweg zwei bis 2,2 Meter breit befestigt und an beiden Seiten begrünt werden. An der Schweinfurter Straße wird die Einbuchtung an der heutigen Bushaltestelle laut Plan großzügig und breit gestaltet, eine Platzsituation mit Sitzplatz oder Brunnen könnte entstehen. Bäume lockern das Ganze auf und auch einige Parkplätze würden nicht fehlen.

Hier, auf der Ostseite der Straße soll der Hauptgehweg bis zum Dorfende entstehen. Ab der Franz-Herbert Straße würde der Gehweg auf der Westseite ganz wegfallen, hier soll ein Randstreifen angelegt werden, der durch Bäume unterbrochen und aufgelockert wird. Auch Pkw können hier halten. Als Signal für Autofahrer, langsamer zu fahren, würde ein Baum bei der Ausfahrt aus der Franz-Herbert Straße dienen, der die Einfahrt in den Platzbereich verengt.

Am Kreuzungsbereich zur Lindacher Straße soll eine großzügige Grünfläche mit Bäumen entstehen. Im weiteren Bereich der Straße werden vor allem die Umfelder von mehreren Bildstöcken aufgewertet. Am Ende der Straße, die sich hier verengt, könnte einseitig ein Gehweg angelegt werden. Weiter schlug der Planer vor, hier noch eine einseitige grüne Insel anzulegen. Dadurch wäre der von außen kommende Verkehr gezwungen, stark abzubremsen.

In der nun folgenden Diskussion wurde dieser Punkt stark kritisiert. Wenn schon, müsste eine Verengung außerhalb des Dorfes angelegt werden, waren sich mehrere Räte einig. Auch die Entfernung des Gehweges auf der Westseite der Kolitzheimer Straße gefiel nicht. Viele Personen, die zum Beispiel zum Friedhof gingen, würden diese Seite nutzen. Wenn der Gehweg gefällig und barrierefrei angelegt würde, wären Nutzer auch willig, die Straße zu überqueren, man müsse sie lenken, war hierzu die Meinung von Planer Müller-Maatsch und Rudolf Bender, dem örtlichen Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft (TG).

Sowohl die Verengung der Straße als auch die Pflanzung von Bäumen, durch die die Sicht genommen werde, sei vor allem für die Landwirte problematisch, so einige Räte. Auch bei der Ausfahrt von der Lindacher Straße sei ein geplanter Baum ein Sichtproblem. Es gebe viele Baumarten, zum Beispiel mit hohen Stämmen, unter denen man die richtigen auswählen müsse, so Müller-Maatsch.

Den Vorwürfen eines Rates, nur wenige würden planen und der Rest müsse zustimmen, entgegnete unter Anderen Karl-Heinz Weidner, der Vorsitzende der TG vom Amt für Ländliche Entwicklung. Dies sei nur ein Konzept, das noch ausgefeilt werden müsse. Jeder könne seine Ideen einbringen.

Noch viele weitere Punkte wurden teilweise heiß diskutiert. So zum Beispiel die Gestaltung der Bäckergasse und auch die Notwendigkeit der Pflanzung vieler Bäume wurde hinterfragt.

„Wir dürfen nicht immer Angst vor Veränderungen haben“, entgegnete Rudolf Bender den vielen Kritikpunkten. Wichtig sei, eine Verkehrsberuhigung, Sicherheit für die Fußgänger und ein angenehmes optisches Bild zu erreichen, so Bürgermeister Horst Herbert zum Abschluss.

Das Konzept wird nun der Bevölkerung vorgestellt, die ebenfalls ihre Kritik, Meinungen und Ideen vorbringen kann.

Zu den News