Trauer um Erich Kempf

18.05.2020

Mainpost 18.02.020

Herlheim

Trauer um Erich Kempf

Erich Kempf ist am 6. Mai im Alter von 86 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Geboren wurde er als Ältester von drei Geschwistern am 14. August 1933 in Schweinfurt.

Den Anfang seiner Kindheit verbrachte er, bedingt durch die wechselnden Arbeitsstellen seines Vaters, immer wieder an verschiedenen Orten. Im Alter von acht Jahren zog er zu seinen Großeltern nach Herlheim, wo seine Eltern nach dem Krieg auch ein Eigenheim errichteten. Bei Oma und Opa auf dem Bauernhof fühlte er sich sehr wohl. Hier wurde er allerdings auch mit Kriegsereignissen konfrontiert. So beobachtete er unter anderem von seinem Wohnhaus aus die Bombardierung Schweinfurts, und er musste die Nachricht vom Tod seiner drei Onkels miterleben. Nach dem Krieg erlernte Erich Kempf den Beruf des Zimmermanns.
Mit 20 Jahren zog es den jungen Herlheimer dann in die weite Welt. In Australien arbeitete er, vor allem auf der Insel Tasmanien, auf dem Bau als Zimmermann.

Die Frau fürs Leben

Nach vier Jahren in Tasmanien beschloss Erich Kempf nach Hause zu fahren. Bei einer Tanzveranstaltung fand er mit Ida Seuffert aus Oberspiesheim die Frau fürs Leben. Zu einem Umzug ans andere Ende der Welt konnte er seine Ida allerdings nicht bewegen, so dass er in Deutschland blieb. Erst 40 Jahre später besuchte er mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel seine alte Wirkungsstätte.

Bereits bevor das junge Paar im November 1962 heiratete, baute es zusammen in Herlheim ein Einfamilienhaus. 1964 wurde dann Tochter Klaudia geboren, 1968 erblickte Sohn Bernd das Licht der Welt.

Nach seiner Rückkehr aus Australien arbeitete der Verstorbene zunächst auf Baustellen, bis er 1958 als Angestellter in der Raiffeisenbank Herlheim eingestellt wurde. 1965 wechselte er als kaufmännischer Angestellter zu Kugelfischer nach Gerolzhofen, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand blieb.

Die große Leidenschaft Sport

Eine große Leidenschaft von Erich Kempf war Sport und Bewegung in der freien Natur. Überhaupt betrieb der Verstorbene Sport mit viel Enthusiasmus. Bereits in seinen Jugendjahren startete er bei Waldläufen und bestritt Radrennen. Während seiner Zeit in Australien lief er mit Gleichgesinnten Mittel- und Langstrecken.

Beim Sportverein Herlheim, dem er 60 Jahre als Mitglied angehörte, seit 2010 als Ehrenmitglied, spielte Erich Kempf auch Fußball. Besonders am Herzen lag ihm hier allerdings die Leichtathletikabteilung. Mit viel Engagement trainierte er mehr als 20 Jahre lang Jugendliche und brachte ihnen viele Disziplinen dieser Sportart bei. Der größte Erfolg als Trainer war ein dritter Platz bei Bayerischen Meisterschaften mit einer Gruppe von Jugendlichen. Besonders würdigen die Verantwortlichen des Sportvereins auch Kempfs Einsatz beim Neubau des Sportheimes 1983/1984. Als Mitglied des Bauausschusses und Arbeiter war er auch beim Bau der Herlindenhalle 1997/1998 im Einsatz.

Als im Herbst 2016 Ehefrau Ida schwer erkrankte, konnte Erich Kempf nicht mehr alleine zuhause bleiben. Er musste in ein Seniorenheim in Knetzgau, nahe des Wohnortes seines Sohnes, umziehen. Dort wurde er bis zu seinem Tod liebevoll betreut. Vor einem Jahr starb Ehefrau Ida. Erich Kempf wurde nun mit einer Urnenbeisetzung neben seiner Gattin bestattet.

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