Trotz Bevölkerungswachstum kein neues Bauland in Sicht

19.02.2016

Maipost 19.02.2016

LINDACH    


Trotz Bevölkerungswachstum kein neues Bauland in Sicht

Bürgermeister Horst Herbert von der Großgemeinde Kolitzheim konnte bei der Bürgerversammlung in Lindach eine hohe Anzahl interessierter Bürger begrüßen.

Herbert ging auf die widersprüchlichen Meldungen der vergangenen Woche bezüglich der hausärztlichen Versorgung ein, wobei er versprach, dass seitens der Gemeinde alles getan werde, um hier zu verträglichen Lösungen zu kommen.
Im Rahmen der DSL-Breitbandversorgung, der Ausbau läuft zurzeit in der Gemeinde, soll auch Lindach zeitnah berücksichtigt werden.
Den Löwenanteil der gemeindlichen Finanzen verschlang, wie erwartet, die neue Kläranlage, die wohl im kommenden Frühjahr in Betrieb gehen wird. Die dafür aufzubringende letzte Finanzrate durch die Bürger wird sich in Grenzen halten, da die veranschlagte Bausumme deutlich unterschritten wurde, versprach Herbert. Um 35 Cent – das sind knapp 30 Prozent – wurde die Gebühr für Trinkwasser auf jetzt 1,60 Euro pro Kubikmeter erhöht. Die Abwassergebühr bleibt vorläufig gleich.
An gemeindlichen Baumaßnahmen innerhalb des Kreuzpfadortes erwähnte der Gemeindechef die Sanierung des Leichenhauses und die Umgestaltung des Dorfangerplatzes. Dagegen liegt der Ausbau der Ortsverbindungsstraße nach Gernach zurzeit auf Eis, weil nun doch noch nicht, wie ursprünglich geplant, die Zuschüsse der öffentlichen Hand fließen.

Bauplätze „Heißes Eisen“
Auf die Neuausweisung eines Neubaugebiets in Lindach kam Herbert ebenfalls zu sprechen. Allerdings scheint dieses Thema ein „heißes Eisen“ zu bleiben. Ob sich trotz eines leichten Bevölkerungszuwachses in absehbarer Zeit etwas tut, muss abgewartet werden, meinte Herbert. Er begründete dies mit der mangelnden Bereitschaft einiger Bürger, geeignete Flächen zur Verfügung zu stellen. Es gebe aber auch trotz der Aufforderung seitens der Gemeinde an potenzielle Bauwillige keine nennenswerten Zahlen an Rückmeldungen, aus denen ein hoher Bedarf an Bauplätzen abzulesen wäre.
Außerdem verwies er auf die neuste Entwicklungstendenz des Staates die besagt, dass man erst einmal auf Grundstücksleerstände innerorts zurückgreifen solle, um diese zu bebauen, bevor man im Außenbereich eines Dorfes weitere Flächen versiegelt. In diesem Zusammenhang erläuterte er noch das Förderprogramm der Gemeinde, bei dem man bis zu 30 000 Euro an Zuschüssen bekommen könne, wenn man innerörtliche Leerstände einer neuen baulichen Nutzung zuführe.

In der freien Aussprache teilten einige Bürger nicht die Einschätzung des Bürgermeisters, dass in Lindach zu wenig Nachfrage nach neuen Bauplätzen bestünde. Es wurden auch Namen von Bauwilligen genannt, die keine Rückmeldung abgegeben hätten, weil man sich der unklaren Situation hinsichtlich Baulanderschließung bewusst war. Diese jungen Leute würden nun den Ort verlassen und anderweitig nach Baugrundstücken suchen.

Herbert versprach, dass die Gemeinde auch weiterhin nach befriedigenden Lösungen suche. In diesem Zusammenhang wurde vorgeschlagen, wenigstens den einzigen gemeindlichen Bauplatz im Ort an Bauwillige zu veräußern. Er wurde als Festplatz vorgehalten, werde aber zu diesem Zweck wohl kaum noch gebraucht werden. Darüber will man in der Gemeinde nachdenken.

Pappeln fällen
Andere Redebeiträge befassten sich mit der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde für die am Sportplatz stehenden hohen Pappelbäume, die man am besten beseitigen solle, weil herunterfallende Äste eine Gefahr darstellten. Ferner wurde die Verschmutzung der Teerstraßen durch die Hinterlassenschaften der Pferde und der Ackergeräte gerügt. Herbert sagte, „wer verschmutzt, muss reinigen!“
Auch an verschiedenen Wegen und am historischen Rathaus müssten Schäden behoben werden, meinten Bürger. Auch hier will man nach einem Ortstermin eine Entscheidung fällen. Eine weitere Klage betraf Autofahrer, die zu schnell durch Ort fahren. Eine andere Anregung betraf die weitere Restaurierung der Bildstöcke. Zum Schluss bat Herbert die Bevölkerung, sich der Flüchtlinge, die in der Gemeinde untergebracht sind, wohlwollend anzunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg im vergangenen Jahr um 32, einschließlich der 23 Flüchtlinge aus den Krisengebieten. Somit hat die Großgemeinde nun 5488 Einwohner. Von dieser Tendenz profitierte auch der Gemeindeteil Lindach. Der Ort nahm um 14 Personen zu, davon neun Flüchtlinge. Gegenwärtig ergibt das eine Einwohnerzahl von 522.

 

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