Tummelndes Leben im unscheinbaren Tümpel

28.04.2009

Mainpost 30.04.2009

UNTERSPIESHEIM

Tummelndes Leben im unscheinbaren Tümpel

Kindergruppe „Früchtetraum“ erfährt in einem Rundgang mit Förster Conrad viel über das Leben im Wald

Viel neues über das Leben im Wald lernten und erlebten die Kinder der Gruppe „Früchtetraum“ des KOMM-IN. Mit Förster Volker Conrad waren sie zu Besuch im Wald.

Die erste Station war ein zunächst unscheinbar wirkender Tümpel. Konrad jedoch schöpfte Wasser aus dem Tümpel mit einem Becherglas, das wie eine Lupe wirkte. So konnten die Kinder sehen, dass sich in dem Becher Wasser viel Leben tummelte. Zum Beispiel Froschlaich, der wie kleine Bläschen aussah. Der Fachmann erklärte den Kindern, dass aus rund 1000 Froscheiern nur zirka fünf Frösche groß werden.

Bäume an der Rinde erkennen

Spielerisch – nämlich mit verbundenen Augen – lernten die Kinder auch die verschiedenen Arten der Bäume der Rinde zu erkennen.

Ein Thema war auch die Sorge des Försters um den Wald. Er erklärte, dass es durch die Klimaveränderung für manche Baumsorten immer schwerer wird, sich in der Region zu halten. Es besteht die Gefahr, dass immer weniger Baumsorten im Wald zu finden sind. Er schilderte auch, wie die Förster durch das Anpflanzen bestimmter Sorten dieser Entwicklung entgegenwirken wollen.

Sich fühlen wie ein Eichhörnchen

Der Forstmann erzählte auch von den Bewohnern des Waldes, zum Beispiel von den Eichhörnchen. Die verstecken ihre Nüsse und andere Vorräte für den Winter, finden ihre Vorratskammern aber manchmal nicht wieder. Noch dazu muss das Eichhörnchen immer auf der Hut vor Feinden sein. Nur in den Baumwipfeln ist es einigermaßen sicher.

Wie es den Eichhörnchen geht, konnten die Kinder in einem Spiel erleben: Jedes Kind bekam sechs Nüsse, die es verstecken durfte und in möglichst kurzer Zeit wiederfinden musste. Förster Conrad stoppte die Zeit. Schließlich haben Eichhörnchen auch nicht viel Zeit, ihre Vorräte wiederzufinden.

Neu war für die Kinder auch, zu erfahren, wie die Hirsche und Rehböcke ihr Revier abgrenzen: Sie scharren mit den Vorderhufen an einem Baum, der die Grenze ihres Reviers darstellt, in einem Halbkreis am Boden. Aus den Vorderhufen sondert sich dann ein Sekret ab, das den benachbarten Revierinhabern zeigt, dass hier die Grenze des Reviers verläuft. In Zeiten der Revierkämpfe wird dann erbittert um die Vorrangstellung im Revier gekämpft.

Volker Conrad erzählte auch von den Wildschweinen, die viel Spaß daran haben, sich in einer feuchten, schlammigen Niederung zu suhlen und so Erfrischung zu finden.

Der Wald ist kein Abfallkorb

Bei der Brotzeitpause beantwortete Förster Konrad die Fragen der Kinder. Und er machte ihnen klar, wie schädlich es für Wald und Tiere ist, wenn Besucher ihre Abfälle einfach liegen lassen. So schärfte er den Kindern auch ein, die Reste von der Brotzeit wieder in ihren Rücksäcken zu verstauen und mit heimzunehmen: „Der Wald ist kein Abfallkorb“.

Gruppenleiterin Lydia Schug bedankte sich mit einem von der Gruppe gebastelten Gips-Eichhörnchen bei Volker Conrad.

 

Zu den News