Übungsszenario: Ohnmächtig in der Klärgrube

13.07.2019

Mainpost 14.07.2019

Kolitzheim

Übungsszenario: Ohnmächtig in der Klärgrube

Ein Arbeiter kippt beim Reinigen einer tiefen Klärgrube um. Wegen der Gasentwicklung wird er ohnmächtig und es kommt zum Atemstillstand. Das war das fingierte Szenario, mit dem sich die Feuerwehr Lindach bei einer Übung konfrontiert sah. Kommandant Holger Hellert hatte sie mustergültig vorbereitet. Nur die beiden Kreisbrandmeister Daniel Scheller (Stammheim), Stefan Hauck (Gerolzhofen), Kreisbrandinspektor Alexander Bönig (Unterspiesheim) und die Kommandanten der drei beteiligten Wehren wussten von der geplanten Aktion.

Innerhalb von 20 Minuten, von der Alarmierung bis zur Bergung der verunglückten Person, war die Aktion beendet. Eine ohnmächtige Person aus einem tiefen Schacht zu bergen, konnten die beteiligten Wehren bisher gar nicht oder nur unzureichend üben. Da bot sich die 120 Kubikmeter Wasser fassende Zisterne am Lindacher Sportgelände als Übungsobjekt an. Angesichts der relativ langen Anfahrtswege der Gerolzhöfer und der Stammheimer Feuerwehrler war das eine hervorragende Einsatzzeitspanne, befand Kreisbrandmeister Hauck. Da die Lindacher Wehr mit 23 Aktiven nur als kleine Wehr gilt, verfügt sie nicht über diverse Einsatzgeräte. Somit musste Kommandant Hellert bei dieser gestellten Aktion die Wehren aus Gerolzhofen und Stammheim alarmieren. Sie verfügen über Atemschutzgeräte, Leiterböcke mit Flaschenzug, Schleifkorbtragen, große Einsatzfahrzeuge mit Drehleiter und andere wichtige und teuere Geräte.

In kürzester Zeit waren zwei Feuerwehrler aus Stammheim mit Atemschutzgeräten ausgestattet und machten sich unverzüglich an die schwere Arbeit, den „Ohnmächtigen“ (eine Übungspuppe) aus dem unterirdischen Schacht mit Hilfe weiterer Geräte zu bergen, wobei sie von ihren Kameraden außerhalb unterstützt wurden.

Kreisbrandmeister Scheller zog eine positive Bilanz über den Einsatz. Jeder Akteur wusste, was er zu tun hatte, jeder Handgriff saß. Allerdings, so Scheller, könnte das Eine oder Andere noch verbessert werden. Insgesamt zeigten sich die Feuerwehrführungskräfte mit der überörtlichen Zusammenarbeit sehr zufrieden. Das brachte auch der Beobachter der Gemeinde Kolitzheim, stellvertretender Bürgermeister Alfred Bumm (Kolitzheim) zum Ausdruck. Er bedankte sich bei den Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz und für ihr Engagement. Anschließend lud er die Feuerwehrler zu einer Brotzeit auf Kosten der Gemeinde ein.

 

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