Umgehung auf dem Prüfstand

02.03.2009
Mainpost 3.3.2009
 
KOLITZHEIM
Umgehung auf dem Prüfstand
Info-Veranstaltung am Dienstag in Gaibachs Landschulheim
 
Zwischen sechs und 22 Millionen Euro könnte die Umgehung von Volkach, Gaibach und Kolitzheim verschlingen – abhängig von den Trassenvarianten, die am morgigen Dienstag ab 19.30 Uhr in der Schulturnhalle des Frankenlandschulheims Gaibach präsentiert werden.
Bei der vermutlich kontroversen Diskussion der Pläne um die Verkehrsentlastung der drei Orte werden die Vertreter der vier (Umgehungs-)Bürgerinitiativen in Volkach und Gaibach die Akzente setzen. Die Umgehung ist ein heiß umkämpftes Thema, seit sich durch die schmale Ortsdurchfahrt von Gaibach rund 8000 Fahrzeuge pro Tag quetschen und die Gaibacher Straße in Volkach mit 10 000 bis 12 000 Gefährten pro Tag zu kämpfen hat. Zwei Bürgerinitiativen in Gaibach und eine in Volkach machen seither durch Aktionen und Forderungen an die Politik auf die Belastungen durch Lärm, Abgase und Gefahren für Fußgänger aufmerksam – und fordern nachdrücklich eine rasche Umgehungslösung.
Vier Varianten
Eine Verkehrsentlastung auf die Schnelle dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Hoffnungen macht immerhin der Planentwurf des Straßenbauamts Schweinfurt, das zwölf Umgehungsvarianten geprüft hat und am Dienstag in Gaibach – grob gesagt – zwei West- und zwei Ostumfahrungen vorlegt. Zu den Varianten, deren längste elf Kilometer lang wäre und deren teuerste über 20 Millionen Euro kosten würde, können die Bürger bei der Informationsveranstaltung Stellung beziehen.
Welche Richtung die Entlastungsstraße nehmen könnte, wurde am 9. Februar bei der Stadtratssitzung in Volkach deutlich. Da sah Bürgermeister Peter Kornell keine Alternative zu einer östlichen Umgehung für Volkach. Die allerdings dürfte auf heftigen Widerstand stoßen. Eine Bürgerinitiative von Bewohnern in Volkach Ost wehrt sich seit längerem dagegen, bei einer Verkehrsverlagerung vor ihre Haustüre der Blechlawine mit Lärm und Abgasen ausgesetzt zu sein.
Bei Gaibach setzte Kornell zuletzt auf einen Straßenbau im Westen. Dadurch ließen sich die dortigen Gewerbebetriebe und das Gymnasium besser anschließen, sagte er zuletzt im Stadtrat. Passend zu dieser Variante sei auch das Votum in Kolitzheim, wo sich die Gemeinde für eine Westumgehung ausgesprochen habe.
Umgehung in 20 Jahren
So konkret die Umgehung auch auf dem Papier ist, so unklar ist die Frage der Verwirklichung. Die Entlastungsstraße steht noch nicht einmal im Neubauplan des Freistaats, der 2011 neu mit Projekten bestückt wird. Kornell rechnet damit, dass das Vorhaben hier aufgenommen wird, aber trotzdem keinesfalls mit einem schnellen Bau. Er gehe von „einem Zeitraum von rund 20 Jahren bis zu einer Umsetzung“ aus, hatte der Bürgermeister im Stadtrat betont.
Schneller geht's nur, wenn die Stadt in die eigene Tasche greift und bei den Umgehungen von Volkach und Gaibach den Bauherrn macht. Das Thema heißt Sonderbaulast: Die Stadt baut und der Freistaat – so er mitspielt – greift ihr mit großzügigen Zuschüssen (Beispiel wäre die Kitzinger Nordtangente) unter die Arme. Das allerdings ginge laut Kornell nicht ohne eine weitere Verschuldung des ohnehin finanzschwachen Volkach ab. Schließlich müsste die Stadt je nach Variante ab einer Million Euro aufwärts für die Verkehrsentlastung ihrer Bürger beisteuern.
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