Viele kleine Schritte für Hilfsprojekt

04.04.2006

Mainpost 4.4.2006

 

Viele kleine Schritte für Hilfsprojekt

 

gernach (es) Mit Bangen blickte die Projektgruppe Hungermarsch aus Gernach gen Himmel. Wird das Wetter halten? Es regnete nicht, und so konnten die mehr als 100 Kinder, Frauen und Männer aus den Gemeinden Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach nach einer kurzen Andacht in Gernach am See entlang durch die neue Siedlung und das breite Gäßchen in Unterspiesheim zur Kirche in Unterspiesheim laufen.

 

Erstmals dabei waren auch Kinder, Frauen und Männer aus Grettstadt. Die Veranstaltung hatte in Grettstadt gute Resonanz gefunden, denn eine stattliche Gruppe vertrat Grettstadt beim Hungermarsch.

Die Idee des Hungermarsches oder Solidaritätslaufs, wie er auch heißt, ist: Kinder suchen sich freundliche Sponsoren wie Eltern, Paten, Großeltern oder Freunde und bitten für jeden Kilometer, den sie laufen, um eine Spende, vielleicht einen Euro. Da es von Gernach bis Unterspiesheim etwa drei Kilometer sind, wären dies etwa sechs Euro. Höhere Kilometersätze sind natürlich erlaubt und erwünscht. Eingeladen sind alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ein Zeichen der Solidarität und des guten Willens setzen wollen. Das Geld kommt einem guten Zweck zugute. In diesem Jahr ist das Geld für die Aktion "PARUDA", ein ländlichen Entwicklungsprojekt in Uganda, zugedacht.

In der kleinen Andacht zum Beginn des Solidaritätslaufes wurde die Situation der Ungerechtigkeit in Uganda geschildert: Frauen müssen viel mehr arbeiten als Männer. Es ist ausschließlich ihre Aufgabe, Wasser und Holz zu holen. Die Männer haben viel mehr Zeit für ihre Freizeit, die sie oft mit Alkohol verbringen. Man war sich unter den Kindern einig, dass diese Situation nicht gerecht sei.

Die Troubadour-Gruppe mit Anita Laskowski, Astrid Hetterich, Johanna Nickel und Doris Berchtold begleitete mit ihren Gitarren den Gesang der Kinder und Erwachsenen, während der kurzen Gebetsstationen in den Kirchen von Unterspiesheim und Gernach. Mit dem Lied "Geh mit uns auf unseren Weg" und dem Segen, gesprochen von Angelina Weis, einer der Initiatorinnen des Hungermarsches, machte sich dann der stattliche Zug auf den Weg.

In Unterspiesheim gedachte man im Gebet der Frauen, Männer und Kinder in Uganda, für die man sich am Hungermarsch beteiligt und das Geld eingesammelt hat. Die Lösung der Ungerechtigkeiten wird angegangen, wurde jetzt erklärt, indem Frauen und Männer sich getrennt zusammensetzen und den Tagesablauf aufschreiben. Dann wird schnell sichtbar, wo Ungerechtigkeiten in der Arbeitsverteilung zwischen Frau und Mann sind und wie man mehr Gerechtigkeit schaffen kann. Die Mitarbeiter von Misereor, die dieses Projekt mit durchführen, sind im engen Kontakt zu den Frauen und Männern, denen sie Hilfestellung leisten, ihre Situation zu verändern. Auch die Gründung von landwirtschaftlichen Genossenschaften und von Banken zur Vergabe von Kleinkrediten stößt Misereor an und unterstützt sie.

Pfarrer Georg Hartmann las das Evangelium vom Reich Gottes, das dem Samenkorn gleicht, das in die Erde gesät, seine Frucht bringt: Mit der Spende hätten alle einen Beitrag geleistet.

Nach dem Gottesdienst in Unterspiesheim war Gelegenheit, die mitgebrachte Brotzeit zu verzehren. Mit einer kurzen Andacht in der St. Aegidius-Kirche in Gernach endete der Hungermarsch. Es ist noch nicht ganz klar, wer den nächsten Hungermarsch durchführt. Vielleicht die Grettstätter, die jetzt das erste Mal dabei waren.

Das finanzielle Ergebnis des Solidaritätsmarsches: 679 Euro - ein stolzer Betrag, wie die Mitglieder der Projektgruppe Hungermarsch, Angelina Weis,, Lydia Schug, Hedwig Treutlein-Scholl, Gaby Berchtold, und Erhard Scholl meinen.

Zu den News