Viele Themen in der Bürgerversammlung Kolitzheim

13.02.2020

Mainpost 14.02.2020

Kolitzheim          Bürgerversammlung

Viele Themen in der Bürgerversammlung Kolitzheim

Diskussionen gab es auch um die Friedhofsgestaltung, bemängelt wurde der Zustand der Gehwege. Der Bauausschuss habe sich vor nicht allzu langer Zeit ein Bild gemacht, aber keinen Veränderungsbedarf festgestellt, so die Antwort des Bürgermeisters. Die pietätvollere Gestaltung des Urnenfeldes wünschte sich Gottlieb Rappert. Aktuell gebe es keine Pläne zur Umgestaltung des Friedhofs, informierte der Bürgermeister. Er erinnerte, dass man im Rahmen der Überlegungen zur Dorferneuerung die Planung vorgestellt worden war, die dann auch realisiert wurde. Es habe sich aber gezeigt, dass die Bürgerinnen wissen wollen, wo ihre Angehörigen bestattet sind, und dass viele die Gräber auch schmücken wollen. Insofern habe das damalige Konzept die Bedürfnisse der Trauernden nicht getroffen.

Die Lärmbelästigung durch den Flugplatz des Grafen Paul von Schönborn nehme zu, berichtet Roland Rudloff. Bei ihm seien im vergangenen Jahr keine Beschwerden diesbezüglich eingegangen, erwidert Horst Herbert. Er informiert, dass das Luftamt Bayern-Nord im Jahr 2015 die erweiterte Nutzung für das Fliegen mit Hängegleitern, mit Ultraleichtflugzeugen und den Flugzeugschlepp mit Ultraleichtflugzeugen genehmigt habe, ohne bei der Gemeinde nachzufragen. Man habe seinerzeit eine Stellungnahme dazu abgegeben. Der Vorstand des Vereins sei aber sehr kooperationsbereit, sodass er, der Bürgermeister diese Beschwerden gerne aufnehme und an den Verein weitergebe.

Norbert Pfaff wollte wissen, ob es nicht doch die Möglichkeit gäbe, wieder eine Arztpraxis in Kolitzheim anzusiedeln. Dazu informierte der Bürgermeister, dass das für die Erstellung eines Ärztehauses gedachte Grundstück an einen Investor verkauft ist. Der würde auch gerne ein Ärztehaus bauen, aber ohne dass man sich über die Modalitäten des Baues mit den Ärzten verständigen könne, sei der Bau eines Ärztehauses sinnlos. Bekannt sei ja die aktuelle Situation, dass Ärzte kaum auf dem flachen Land arbeiten wollen, und dass der Trend in Richtung Gemeinschaftspraxen gehe.

Gegen Rechte gewehrt

Erhard Scholl sprach dem Bürgermeister und den Stammheimer Bürgerinnen und Bürgern seine Anerkennung an, dass sie sich vor einigen Jahren gegen die Rechten in Stammheim gewehrt hätten. Hier gebühre Gemeinderat Burkhard Krapf auch großer Dank für seinen Einsatz, stellte Horst Herbert unter dem Beifall der Versammlung fest.

Alfred Bumm forderte im Namen der drei Kolitzheimer Gemeinderäte, dass der zentrale Schulhausneubau den Standort Kolitzheim haben solle. "Kolitzheim ist der Mittelpunkt der Gemeinde, wir haben ein geeignetes Grundstück von 14 000 Quadratmetern" daher gehört die Schule nach Kolitzheim." Als weiteres Argument führte er an, dass die Strecken der Schulbusfahrten durch die zentrale Lage von Kolitzheim kürzer würden. Horst Herbert hielt dieser Forderung das Zitat aus dem Gutachten über mögliche Schulstandorte entgegen: "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir mehrere Optionen haben". Über den Standort werde erst entschieden, wenn die Entwicklung des Schulkonzeptes in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Projektbegleitung von "Lernlandschaft" abgeschlossen sei. Dieses Projekt biete die Grundlage für eine Standortentscheidung, die pädagogische Bedürfnisse und Notwendigkeiten mit Finanzen und den Wünschen von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrern und den Interessen der Gemeinde in Einklang bringe.

Lob für Nachbarschaftshilfe

Dem Wunsch von Karin Dütsch, ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Gemeinde zu erstellen, wollte sich Horst Herbert nicht anschließen. Er halte den Gemeinderat, der sich nach dem ersten Mai in neuer Zusammensetzung treffe für das Gremium, in dem über die weitere Entwicklung der Gemeinde anhand von konkreten Erfordernissen und Perspektiven entschieden wird. Ladesäulen für Elektrofahrräder oder -fahrzeuge vorzuhalten, sei nicht Aufgabe der Gemeinde – die Gemeinde betreibe schließlich auch keine Tankstellen.

Horst Herbert hob in diesem Zusammenhang lobend die Nachbarschaftshilfe Gernach hervor. Dort sei eine Initiative entstanden, die Hilfe anbiete, wenn Fahrten zum Arzt oder zum Einkaufen nicht mehr selbst übernommen werden können. Im Haus Franziskus gebe es auch immer wieder Möglichkeiten der Begegnung. Erhard Scholl verband die Information über das erste Schachturnier, ausgerichtet von der Nachbarschaftshilfe Gernach, als Beispiel einer solchen Begegnung zwischen Alt und Jung mit der Feststellung, dass die Kolitzheimer sehr intelligente Menschen sind: die ersten drei Plätze des Turniers wurden von Kolitzheimern belegt: Beifall und Lachen über diese mit Augenzwinkern vorgetragene Begründung für die Intelligenz der Kolitzheimer.

Umgehung in Angriff nehmen

Die Probleme, die durch das hohe Verkehrsaufkommen in der Ortsdurchfahrt Kolitzheim entstehen, brachte Klaus Eisenmann zur Sprache. Markus Bauer plädierte dafür, die Umgehung Gaibach – Kolitzheim ohne Volkach-Beteiligung in Angriff zu nehmen, um das Vorhaben schneller realisieren zu können. Die Umgehung – ob mit oder ohne Volkacher Beteiligung sei erst möglich, wenn man im Rahmen der Flurbereinigung entsprechende Flächen dafür bereitstellen könne, so der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass man sich damals, als die Entscheidung anstand, ob man zuerst die Dorferneuerung oder die Realisierung der Umgehungsstraße angehen solle, für die Dorferneuerung entschieden habe. Dies sei auch aus heutiger Sicht noch die richtige Entscheidung gewesen, denn nach aktueller Einschätzung wäre die Umgehung nicht realisierbar gewesen und die Dorferneuerung habe man umsetzen können. Robert Feldner beklagte sich über das Parken der LKWs auf Gehsteigen, ob die Gemeinde da kontrollieren könne, fragte Thomas Stahl. Er sprach auch die Gefährdung der Schulkinder an, die auf ihrem Weg zum Schulbus wegen der parkenden LKWs die Gehwege nicht benutzen könnten. Die Auskunft von Bürgermeister Horst Herbert: Verkehrskontrolle ist Sache der Polizei, da hat die Gemeinde keine Befugnis. Man werde diese Probleme jedoch an die Polizei weitergeben. Er ermutigte die Bürger, selbst die Polizei zu verständigen, wenn Gehwege durch Fahrzeuge blockiert werden.

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