Vier Säulen des Gemeindelebens

19.11.2015

Mainpost, 19.11.2015

 

OBERSPIESHEIM

Vier Säulen des Gemeindelebens

Gut besetzt war der große Saal des Oberspiesheimer Gemeindehauses beim Pfarrfamilienabend der Pfarreiengemeinschaft St. Raphael. Obwohl den interessierten Gläubigen aus den vier Pfarreien Oberspiesheim, Unterspiesheim, Grettstadt und Gernach „eine Stunden Information, eine Stunde Brotzeit“ angekündigt war, war niemand böse, dass die Zeit für Informationen weit überschritten wurde. Denn der Abend bot einen guten Überblick über die Aktivitäten der Pfarreien.

Die Vorsitzende des Gesamtausschusses der Pfarrgemeinderäte, Karin Johe-Nickel, sagte eingangs, dass es in der aktuellen gesellschaftlichen Situation Aufgabe der Christen sei, ihren Glauben deutlich zu bekennen. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Oberspiesheim, Heidi Reißner stellte vier Säulen des Lebens christlicher Gemeinden vor: Liturgie (religiöse Zeremonien), Diakonie (Sorge für Menschen in Not), Koinonia (Pflege der Gemeinschaft) und Martyria (Verkündigung). Jeder dieser vier Bereiche war Thema.

In Sachen Liturgie lud Pfarrer Thomas Amrehn dazu ein, zumindest beim „Vater unser“ die schon zu Urzeiten des Christentums gepflegte Orantenhaltung einzunehmen, mit nach oben geöffneten Händen. Gefaltete Hände seien eine germanische Sitte, die sich erst mit der Verbreitung des Christentums einbürgerte. „Das muss jeder für sich ausprobieren“, lud der Seelsorger zum Experimentieren ein.

Als Beispiel für Diakonie stellte Helmut Renninger aus Grettstadt das projekt „Casa verde“ in Cuzco (Peru) vor. In diesem Kinderheim werden aktuell etwa 15 Mädchen betreut, die sonst auf der Straße leben müssten. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf etwa 40 000 Euro. Der Cuzco-Kreis Grettstadt trägt etwa 2500 Euro pro Jahr bei.

17 Jugendliche, zwei aus Gernach, fünf aus Unterspiesheim und zehn aus Grettstadt, bereiten sich auf die Firmung am 3. Juni vor. Sie wollen am Samstag, 5. Dezember, von 10 bis 14 Uhr am Tegut in Unterspiesheim bereitstehen, um Frauen und Männern, die dem Verein „Werke statt Worte“ Lebensmittel oder Hygieneartikel spenden wollen, zu helfen, diese in Pakete zu packen.

Eingeladen waren die Gläubigen, sich in den Pfarrer zu versetzen, der keine weiteren hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter hat. Anhand einer Liste von Tätigkeiten, die ein Pfarrer die Woche über zu tun hat, konnten sie anzukreuzen, wie viel Zeit man für was verwenden wolle. In Sachen Gemeinschaft stellte Hugo Hetterich den Seniorenkreis vor, der im Gernacher Sportheim 42 regelmäßige Besucher zähle. Vier Frauen sorgen für Kaffee, Kuchen oder ein kleines Abendessen. Meist gebe es einen kleinen Vortrag. Mit Gitarrenbegleitung (Hermann Laarz) singe man Lieder.

In Sachen Verkündigung stellte Notburga Friedl den ökumenischen Bibelkreis vor. Neun Frauen treffen sich schon seit 15 Jahren etwa alle vier Wochen im Pfarrzentrum in Unterspiesheim. Sie suchen sich ein Thema, mit dem sie sich etwa ein halbes Jahr lang beschäftigen.

Gudrun Möhler hatte mit den Oberspiesheimer Ministranten einen Sketch einstudiert, „die lustige Schulstunde“, in der Kinder der Lehrerin das Leben mit frechen Antworten schwer machten.

Wolfgang Münzer, der die Internetseite der Pfarreiengemeinschaft betreut, hatte eine Bilderserie aus dem Leben der vier Pfarreien zusammengestellt. Er lud ein, weitere Bilder aus dem Gemeindeleben an ihn zu schicken, die er dann einstellen kann.

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