Vom Froschkonzert bis Arztbesuch

20.02.2006

Mainpost 20.2.2006

 

Vom Froschkonzert bis Arztbesuch

 

Gernach (es) Tolle Stimmung herrschte im TSV-Sportheim beim Fasching, der in diesem Jahr schon zum achten Mal gemeinsam von Musikverein und Frauenbund Gernach veranstaltet wurde. "Rammi dammi live in Ganni" hieß das Motto der bunten Faschingsabende in Gernach. Einmal war das Sportheim ausverkauft, einmal gut besetzt. Das Programm war wieder bunt und abwechlsungsreich.

 

Ein Augenschmaus war die Garde der Komm-In-Mädchen, die das Präsidium zu seinen Plätzen geleitete. Mit ihren schönen Kostümen wurden die Mädchen mit großem Beifall bedacht. Sitzungspräsidentin Gaby Berchtold lud gleich zu einer Schunkelrunde ein, bevor sie die Gäste begrüßte, darunter auch Pfarrer Georg Hartmann, der später als Pressefotograf beim Herzblatt-Hubschrauber als Akteur in Erscheinung trat.

Die Gruppe der "Kleinen" bei Komm-In, zu der die Vorschüler im Kindergarten und die Erst- bis Viertklässler der Grundschule gehören, erreichten die Herzen der Zuschauer schnell mit ihrem "Biene-Maja-Tanz".

Benedikt Berchtold, schon aus dem Vorjahr als Erwin Pelzig bekannt, sorgte für Ordnung auf einem italienischen Campingplatz und konnte nicht verstehen, warum die Gäste abreisten. Als Feuerwerker, "einer von denen, die an Neujahr immer im Krankenhaus sind", hielt er die Aktion "Brot für Böller" aus berufsständischen Gründen für Blödsinn.

Das "Froschkonzert", aufgeführt von den älteren Kindern der Gruppe "Früchtetraum" von Komm-In nach einer Melodie aus der Oper Carmen, zeigte eine hervorragende Leistung an Koordination und Musikgefühl: die Handpuppen-Frösche mussten die Melodie aufgreifen und die schmachtende Liebe der Solistin zum Ausdruck bringen. Aber auch der Chor musste sich synchronisiert bewegen und all das durch einen Vorhang hindurch, hinter dem die Frösche je nach musikalischer Erfordernis verschwanden und plötzlich wieder auftauchten.

Der Herzblatt-Hubschrauber, eine Aufführung der Oberministranten und -innen aus Oberspiesheim, ergänzt durch Gernacherinnen und Gernacher Jugendliche zeigte, wie die anfängliche Freude, die Traumfrau gefunden zu haben, sich ins pure Gegenteil verkehrt.

Schwer hatte es der Leiter des Schulamtes (Katharina Nickel), der die Mutter eines ABC-Schützen (Maria Treutlein) mit der Frage am Telefon hatte, ob denn eine Walther-Pistole in der Schultüte für ihr sensibles Kind zu empfehlen sei oder eher ein stehendes Messer, weil man sich doch gegen die "Milchschnittenmafia" schon in der ersten Klasse wehren müsse. Viel Beifall fand auch der selbst erarbeitete und choreografierte "Tanz der vier" von Komm-In.

Der fahrende Musikant Kornel Hetterich hatte einen bunten Strauß von Liedern mitgebracht, teils selbst komponiert. "Pack`mers an" lautete sein Appell an Studenten, Politiker, fränkische Burschen, Mütter und Katholiken. Die Ministrantinnen von Oberspiesheim gaben ein weiteres Gastspiel mit ihrem "Fun-Dance". Auch sie bekamen großen Applaus für ihre Tanzdarbietung.

Zu wahren Begeisterungsstürmen riss die Aufführung des Frauenbundes "Frauenträume" die Zuschauer und -innen hin. Auch die "Wohnies" wurden wieder allen Erwartungen gerecht, das Dorfleben in geistreicher Form zu kommentieren und den einen oder die andere auf die Schippe zu nehmen.

Als "Gang von Garni" waren sie gekommen, im Outfit von Rappern aus der Hauptstadt. "Wenn alle reingingen, dann gingen nicht alle rein, aber so gehen nicht alle rein, und deshalb gehen alle rein", mit diesen hochphilosophischen Erwägungen wurde Pfarrer Georg Hartmann aufs Korn genommen, der mit der Begründung, dass die Gernacher Kirche zu klein sei, die Sonntagsgottesdienste eher auf Unterspiesheim konzentrieren wollte, so die Wohnies. Sie erhoben Klage, dass der Pfarrer jetzt neue Schäfchen in Grettstadt gefunden habe und deshalb in Gernach kaum mehr zu sehen sei, sondern nur noch in Unterspiesheim und Grettstadt. Appelliert wurde auch an den Geistlichen, seinen Draht nach oben zu verbessern, denn bei jeder Prozession in Gernach regne es.

Nicht mehr nur zur Begleitung des Präsidiums, sondern mit einem eigenen Tanz kamen dann die Gardemädchen zum Einsatz und erhielten viel Beifall. Eine Unterrichtsstunde im Freien zeigten einige Jugendliche: Wie man am erfolgreichsten angelt und die Vogelgrippe waren Themen ihres Vortrags. In bekannt perfekter Weise zeigte die Tanzgruppe der Blue-Stars ihren Tanz. Dass die Gruppe bekannt und begehrt ist, zeigte auch, dass der Termindruck so groß war, dass sie noch nicht einmal mehr Zeit hatten für eine Zugabe.

Im Wartezimmer der Arztpraxis in Kolitzheim trafen sich zwei Routiniers im Besuch von Ärzten. Danach erhielt die Tanzgruppe aus Dampfach, zum ersten Mal in Gernach zu Gast, für ihren temperamentvoll und gekonnt gezeigten Tanz viel Beifall. Hilde Pampel, ein Stammgast in der Gernacher Bütt, berichtete diesmal aus dem Jenseits. Abschluss des Abends war das Männerballett als Urmenschen, die gerade die Musik kennengelernt hatten. Das große Finale vereinte alle großen und Kleinen Künstler auf der Bühne.

Zu den News