Vom Schreiner zum Winzer

09.06.2015

Mainpost, 09.06.2015

 

GERNACH/NORDHEIM
Vom Schreiner zum Winzer

Der gebürtige Gernacher Johannes Nickel baut jetzt in Nordheim Wein an

Zu einer Weinprobe im Weingut Johannes Nickel lud der Frauenbund Gernach ein. Warum genau dieses Weingut in Nordheim? Johannes Nickel ist gebürtiger Gernacher. Die Liebe zum Wein hat ihn nach Nordheim gezogen.

Seine Großeltern hatten dort Weinbau betrieben, aber altersbedingt aufgegeben. Johannes Nickel war daher schon als Kind häufig mit im Weinberg. Die Rebstöcke und all das, was mit dem Wein verbunden ist, haben es ihm angetan.

Nach einigen Jahren Tätigkeit als Schreiner machte er daher doch noch eine Ausbildung zum Winzer. Demnächst schließt er den Einstieg in diesen Beruf mit der Meisterprüfung ab.

Nickel übernahm die Rebflächen seiner Großeltern in Nordheim. Mit Unterstützung seiner Eltern erweckte er die Weinbau-Tradition der Familie wieder zum Leben. Im Jahr 2012 baute Johannes Nickel seinen ersten Wein-Jahrgang selbstständig aus.

An der Kreuzberg-Kapelle in Nordheim war die erste Station der Ausflügler des Frauenbunds. Johannes Nickel schenkte zum Willkommen einen Secco aus seinem Keller aus, der den Gernacher Frauen - und den drei Männern, die sie begleiteten – vorzüglich mundete. Dann gab Nickel einen kurzen Einblick in die Geschichte des Ortes Nordheim. Er verfügt mit 500 Hektar Weinbergen über die größte zusammenhängende Rebfläche Unterfrankens. Durch den Bau des Mainkanals, der die Mainschleife abschneidet, entstand die „Maininsel - Weininsel“. Nordheim, Sommerach und die Hallburg liegen auf dieser durch Weinbau geprägten Fläche. Etwa 80 Prozent der in Nordheim ausgebauten Weine sind Weißweine, 20 Prozent sind Rotweine, erläuterte Nickel.

Gemeinsam machte man sich dann von der Kreuzkapelle durch die Weinberge auf den Weg zum Weingut des angehenden Winzermeisters in der Langgasse. Unterwegs wusste Nickel noch allerhand zu berichten über die Arbeiten an den Weinstöcken und im Weinberg.

Im Weingut erwartete die Gernacher Frauen dann eine Brotzeit. Johannes Nickel stellte die verschiedene Weine aus seinen Weinbergen vor und beantwortete die Fragen der Besucherinnen.

Er führte die Gäste auch in seine Brennerei. Denn Nickel hat auch eine zweijährige Ausbildung zum Brenner absolviert. Er kredenzte verschiedene Liköre und Brände zum Probieren und führte die Gäste dann in den Weinkeller unter dem Haus.

Insgesamt bewirtschaftet Johannes Nickel etwa vier Hektar Rebfläche. Er wird unterstützt von den Eltern und seiner Schwester Karolin Schmitt, die Gästeführerin ist.

es

 

Foto: Erhard Scholl

 

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