Von 300 Plätzen werden 163 genutzt

16.02.2006

Mainpost 16.2.2006

 

Von 300 Plätzen werden 163 genutzt

 

unterspiesheim (bm) Die Gemeinde Kolitzheim bietet reichlich Kapazitäten für ihre Kinder in örtlichen Kindergärten, drei Grund- und einer Hauptschule. In der gut besuchten Bürgerversammlung in Unterspiesheim, dem Sitz der Hauptschule und eines zweigruppigen Kindergartens, waren der stetige Rückgang der Geburtenzahlen und die schon jetzt deutlichen Überkapazitäten Thema. Bürgermeister Horst Herbert machte deutlich, dass die sinkende Nachwuchs-Quote früher oder später zu Kindergartenschließungen in der Gemeinde führe.

 

Von 300 gemeindlichen Plätzen in den acht Kindergärten werden derzeit nur 163 genutzt. Unterspiesheim als einzige zweigruppige Einrichtung hat derzeit allerdings auch nur 35 Kinder zu betreuen.

Ein neues staatliches Fördersystem sieht vor, finanzielle Zuschüsse nicht mehr gruppenbezogen, sondern direkt auf die Kinder und deren Buchungsumfang zu beziehen. Darunter würden nicht nur die kleinen, eingruppigen Kindergärten, sondern auch das Unterspiesheimer Zwei-Gruppen-System leiden.

Direkt von den schwindenden Kinderzahlen sind auch die drei gemeindlichen Grundschulen betroffen, von denen wegen der Verkleinerung auf zwei Eingangsklassen wohl ab 2007 eine schließen muss. Eine Entscheidung ist dabei laut Bürgermeister Herbert noch nicht gefallen.

Bei den Hauptschulen, so Herbert, verdichte sich der Nachwuchsmangel noch mit einer verstärkten "Abwanderung" an Realschulen und Gymnasien. Die Johannes-Cuspinian-Hauptschule verzeichnet in diesem Schuljahr einen neuen Minus-Rekord bei der Schülerzahl: Nur 130 Schülerinnen und Schüler drücken hier die Schulbank. Als Vergleich nannte Herbert die Zahlen aus dem Schuljahr 1974/75: 433 Schüler besuchten damals die Hauptschule besuchten. Die Mindest-Klassenstärke, so Herbert, liege bei 15 Schülern. Schon deshalb sei ein Zusammenschluss mit anderen Hauptschulen in naher Zukunft unumgänglich.

Ein weiteres Thema der Bürgerversammlung war die Dorfplatzerneuerung. Bürgermeister Horst Herbert teilte mit, dass das Amt für Ländliche Entwicklung im Rahmen der Dorferneuerung in Kolitzheim 100 000 Euro in Aussicht gestellt habe. Auf die Anlieger werde nur der Teil der Kosten umgelegt, der sich auf den Straßen- und Gehsteigbereich bezieht. Der geforderte Parkplatz für das Gemeindezentrum am Friedhof soll ebenfalls im Frühjahr angelegt werden.

Ein Thema, das Unterspiesheimern unter den Nägeln brennt, ist die Entfernung der Mülltonnen am Friedhof. Unter anderem Martina Rößner, Initiatorin einer Unterschriftenaktion gegen die Entfernung - 250 Unterschriften wurden dem Gemeinderat vorgelegt - brachte Argumente für die Wiederaufstellung von Mülltonnen. Unter anderem klagte sie, dass in anderen Gemeinden die Friedhofsgebühr niedriger sei und die Mülltonnen dort stehen blieben. Darauf erwiderte Bürgermeister Herbert, dass Kolitzheim im Gegensatz zu anderen Gemeinden mit einem zentralen Friedhof immerhin acht Friedhöfe zu versorgen habe, für die man eine einheitliche Lösung möchte. Außerdem sei die Gemeinde verpflichtet, die Friedhofskosten umzulegen, wobei der Kostenaufwand von rund 4000 Euro für die Müllbeseitigung die Gebühren deutlich erhöhen würde wie beispielsweise in Gerolzhofen.

Herbert meinte weiter, dass Grabschmuck, der mit zum Friedhof gebracht werde, auch wieder nach Hause zur Entsorgung genommen werden könne. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage nach der Müllentsorgung im neuen Gemeindezentrum laut. Hier erläuterte der Bürgermeister, dass in keinem Gemeindehaus Kolitzheims die Müllentsorgung übernommen werde. Die Interessengemeinschaft habe für Müll, der bei Vereins- oder offiziellen Treffen anfalle, rote Müllsäcke gekauft, deren Preis die Kosten für die Entsorgung bereits enthält. Bezüglich des Gemeindezentrums betonte Herbert außerdem, dass bei jedwedem Ausschank von Getränken im öffentlichen Raum eine Ausschankgenehmigung vorliegen müsse.

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