Von Fledering bis zu Wiegand

27.06.2007

Mainpost 27.6.2007

 

HERLHEIM

Von Fledering bis zu Wiegand

 

Sein 60-jähriges Bestehen kann der SV Herlheim vom 28. Juni bis 8. Juli feiern. Doch die Anfänge des Fußballs im Dorf reichen weiter zurück. Schon in den 30-er Jahren organisierten sich junge Männer in Herlheim unter dem Dach der Deutschen Jugendkraft (DJK), ehe dieses Kapitel im Zuge der Gleichschaltung der Vereine von den braunen Machthabern beendet wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wieder dazu, dass nach und nach Sportvereine gegründet wurden. So auch im Juni 1947 in Herlheim.

Folgende Männer beschlossen damals im Gasthaus Gutbrod, den SV Herlheim ins Leben zu rufen: Eduard Fledering, Josef Kern, Alfred Horn, Michael Huttner, Otto Klingler, Michael Pfister, Josef Schiller, Reinhold Kern und Adam Voit.

Fledering war erster Vorsitzender

Zum 1. Vorsitzenden wurde Eduard Fledering gewählt. Gleich nach der Gründung zählte der junge Verein 63 männliche Mitglieder als gutes Fundament.

Die Sportkleidung sowie Schuhe und Bälle wurden im Tauschhandel gegen Eier, Schinken und Schweinefett beschafft. Die ersten Fußballspiele wurden mit Begeisterung auf den noch mit Maulbeersträuchern umsäumten Platz gegen die Nachbardörfer ausgetragen. Der FC 05 Schweinfurt spielte damals in der Nachkriegszeit für ein Mittagessen und eine Brotzeit in Herlheim.

1956 siedelte der Verein vom Gasthaus Gutbrod ins „Bräuhaus“, dem Gasthaus Nöth, um. Durch einen Besitzerwechsel konnte man 1982 das Lokal in eigener Regie führen. Das buchstäblich erwirtschaftete Geld macht es möglich, den Bau eines eigenen Vereinsheims ins Auge zu fassen.

Weitere wichtige Ereignisse im Zeitraffer:

1960/1961: Erringung der Meisterschaft in der C-Klasse Gruppe 15.

Außergewöhnliche Fusion

1951-1954: In dieser Zeit kam es zu der etwas eher außergewöhnlichen Fusion mit dem Gesangverein.

Seit 1953 wurde auch wieder Leichtathletik betrieben und bis zum Jahre 1990 noch Sportfeste von den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen besucht. Korbball und Fußball drängten die Leichtathletik schließlich ins Abseits.

1973-1974: Sportplatzerweiterung und Tribünenbau. Seit 1974 nimmt auch eine Reservemannschaft am Spielbetrieb teil.

1975/1976: Aufstieg in die B-Klasse.

1977 wurde der Sportverein ins Vereinsregister eingetragen und der Erbbaurechtsvertrag für das Vereinsgelände auf 99 Jahre mit der Gemeinde vereinbart.

Am 25. Februar 1983 beschloss die Mitgliederversammlung den Bau eines eigenen Vereinsheimes. Noch an Silvester desselben Jahres wurde die Gaststätte geöffnet. In 1800 Arbeitsstunden schufen 40 Idealisten das neue Heim.

In den Jahren zwischen 1983 und 1997 konnten vier Meisterschaften verzeichnet werden. Durch den in der Saison 1988/89 stieg die Elf in die B-Klasse auf.

Gründung der Tennisabteilung

1990 folgte die Gründung der Tennisabteilung. Die Anlage mit zwei Tennisfeldern wurde mit tatkräftiger Mithilfe der Mitglieder im Herbst 1991 fertig gestellt.

Im November 1990 wurde eine Jugendkorballmannschaft gegründet. Seitdem spielen Jugend und Frauenmannschaften in Spielgemeinschaft mit Zeilitzheim und Kolitzheim.

Im Jahre 1995 reifte der Plan einen Anbau des Sportheimes und eine Turnhalle zu bauen. Die Generalversammlung gab am 16. April 1996 grünes Licht für das Projekt. Mitte April 1997 wurde mit den Maurerarbeiten begonnen. An die 60 Mitglieder leisteten in der Folgezeit ca. 3000 Arbeitsstunden, so dass die Turnhalle ab Februar 1998 ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.

Fußball-Fusion mit Zeilitzheim

Zu Beginn der Runde 1998/99 fusionierte die 1. und 2. Mannschaft im Fußball mit dem SC Zeilitzheim. In diesem Jahr konnte man die Meisterschaft in der A-Klasse feiern. Im Jahr 2004 wurde die Vizemeisterschaft in der Kreisklasse geholt und 2005 konnte schließlich der Aufstieg in die Kreisliga als bislang höchste Spielklasse des SV bejubelt werden. Es folgte allerdings postwendend der Abstieg. In die Kreisliga ist die Spielgemeinschaft SV Herlheim/Zeilitzheim jetzt nach nur einjähriger Unterbrechung zurückgekehrt. Möglich machte dies der 2. Platz in der Kreisklasse, der zu den Relegationsspielen berechtigte. Hier gelang durch einen 3:1-Erfolg über Türk Gücü Schweinfurt der direkte Wiederaufstieg.

Die erfolgreichste Mannschaft des Vereins ist jedoch die Zweite. In den vergangenen zehn Jahren konnte man sechsmal Meisterschaft feiern.

Klein und Wiegand als Vorbilder

Zwei Männer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten besonders um den SV Herlheim verdient gemacht. Es sind Ehrenvorsitzender Martin Klein, der 20 Jahre Verantwortung an vorderster Stelle getragen hat, sowie der jetzige Vorsitzenden Walter Wiegand, der dem Verein seit 1982 vorsteht und unter dessen Regie so große Projekte wie der Bau des Sportheimes und der Turnhalle sowie die Gestaltung der Außenanlagen über die Bühne gingen.

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