Vor 25 Jahren wurde die Franziskusstatue gesegnet

06.10.2020

Mainpost 06.10.2020

Gernach
Vor 25 Jahren wurde die Franziskusstatue gesegnet

Genau vor einem Jahr wurde das Gebäude, in dem der Kindergarten St. Franziskus bis vor etwa zehn Jahren untergebracht war, als "Haus Franziskus" benannt. Da wusste noch niemand etwas von Corona. Ein Jahr später feiern die Nachbarschaftshilfe Gernach in der Trägerschaft von Johannisverein und Kirchenstiftung St. Aegidius sowie KOMM-In das Jubiläum "25 Jahre Segnung der St.-Franziskus-Statue" – aber unter ganz anderen Umständen: Die Vorstände von KOMM-IN und Johannisverein hatten sich  darauf verständigt, trotz der unsicheren Wetterlage diese Jubiläumsfeier ausschließlich im Freien durchzuführen, im Franziskusgarten, wie das Gelände am Franziskushaus genannt wird.
Also mussten sich alle Gäste sich in eine Liste eintragen, damit im Falle einer Corona-Infektion die Infektionsketten nachverfolgt werden kann und ihre Hände beim Betreten des Franziskusgartens desinfizieren. Auf die Maskenpflicht wurde mit Schildern hingewiesen, Eingang und Ausgang waren gekennzeichnet, ebenfalls die Laufrichtung. Kaffee wurde am Platz in die von den Gästen mitgebrachten eigenen Tassen am Platz ausgeschenkt, Kuchen wurde auf Papptellern am Kuchenbuffet ausgegeben.

Wortgottesdienst unter freiem Himmel

Bange Blicke richteten sich gen Himmel, als die Gottesdienstbeauftragte Elke Dressel die Gäste zur Wortgottesfeier begrüßte. Die Kinder und Jugendlichen, die die Wortgottesfeier mitgestalteten, hatten sich mit Vogelmasken ausgestattet und unterhielten sich über den Heiligen Franziskus und was sie als Vögel schon von ihm erfahren hatten. So wussten die älteren "Vögel" manches zu erzählen, was für die jüngeren neu war. Die Kinder brachten dann einen Luftballon, Erde und Schutzmasken als Symbole.
Diese Symbole erinnerten daran, dass Luft,Wortgottesdient Erde und Gesundheit uns geschenkt und anvertraut sind, wie es  Franziskus in seinem Sonnengesang schon vor 800 Jahren geschildert hat. In den Fürbitten wurden die weltweiten Probleme angesprochen und um die Hilfe Gottes gebeten, dass es uns gelingt, die Reinheit der Luft, die Fruchtbarkeit der Erde und die Gesundheit der Menschen zu beschützen und für mehr Gerechtigkeit in der Verteilung der Güter zu sorgen.

Grußworte zum Lesen

Die Vorsitzende von KOMM-IN, Elisabeth Dietz und der Vorsitzende des Johannisvereins und Ansprechpartner der Nachbarschaftshilfe, Erhard Scholl, begrüßten gemeinsam die Gäste, besonders Bürgermeister Horst Herbert, die Vertreterin des Pfarrgemeinderats der Pfarreiengemeinschaft St. Raphael, Heidi Engelbrecht, Peter Lorenz Emmert, den Künstler, der die Statue des Heiligen Franziskus angefertigt hatte, sowie die örtlichen Gemeinderäte Dieter Dietz und Reinhard Heck und die Vertreter der örtlichen Vereine.

Die neue Idee, die Grußworte der Vereine nicht vorzutragen, sondern für alle Gäste zum Lesen zugänglich zu machen, fand guten Anklang: Der Sportanglerverein, der TSV Gernach, der Katholische Deutsche Frauenbund, die Musikkapelle Gernach, die Eigenheimervereinigung Gernach,  der Seniorenkreis Gernach sowie die Freiwillige Feuerwehr Gernach hatten die Bitte um ein Grußwort zum Jubiläum erfüllt, und immer wieder fanden sich Gäste mit Interesse zu lesen, mit welchen Worten die Vereine dieses Jubiläum würdigten.

Die beiden Vorsitzenden blickten 25 Jahre zurück, als der Gernacher Kindergarten den Namen "St.-Franziskus-Kindergarten" erhielt. Die damalige Leiterin des Kindergartens, Anita Laskowski, hatte daran maßgeblich mitgewirkt. Domkapitular Karl Rost war zur Namensgebung im März 1995 nach Gernach gekommen, Weihbischof Helmut Bauer segnete im Juni des gleichen Jahres die Statue des Heiligen Franziskus im Franziskusgarten. Spender, die anonym bleiben wollten, hatten das Geld für diese Statue zur Verfügung gestellt.

Die beiden Vorsitzenden erinnerten auch an das schmerzliche Ereignis, dass der Kindergarten St. Franziskus vor etwa zehn Jahren nicht mehr weitergeführt werden konnte, weil die für die Bezuschussung nötigen Kinderzahlen nicht mehr erreicht wurden. Erfreulich aber, dass KOMM-IN und die Nachbarschaftshilfe Gernach im Haus Franziskus eine Heimat gefunden haben, und so dieses Haus mit Leben erfüllt wird.

Vielfältiges Angebot der Nachbarschaftshilfe

Die Gruppenstunden von KOMM-IN, die jetzt wieder regelmäßig stattfinden, Silencio und Spielenachmittage, verantwortet von der Nachbarschaftshilfe, sind Angebote, die im Haus Franziskus einen festen Platz haben. Erste-Hilfe-Kurse in Zusammenarbeit mit den Maltesern sind geplant, ein Schachturnier wird auch ins Auge gefasst.

Elisabeth Dietz und Erhard Scholl führten auch aus,  dass sich der Heilige Franziskus in seiner Zeit für die Verständigung mit dem Islam eingesetzt habe. So könne uns sein Vorbild ermutigen, "all denen, die sich auf die Tradition des Abendlandes berufen, aber Hass und Ausgrenzung propagieren, die Schuld des deutschen Volkes an Leid und Verderben leugnen oder relativieren, entgegenzuhalten, dass christlicher Glaube den Weg des Verstehens, der Versöhnung und des friedlichen Miteinanders lehrt."

Bürgermeister Horst Herbert gab in seinem Grußwort seiner Freude Ausdruck, dass das Haus Franziskus durch KOMM-IN und die Nachbarschaftshilfe Gernach mit Leben erfüllt worden sei. Die Nachbarschaftshilfe bezeichnete er als einen "Volltreffer", weil damit ein gutes Unterstützungsangebot in gut organisierter Form angeboten werde, das in dieser Form in der Gemeinde Kolitzheim einzigartig sei. Sein Dank galt allen Helfern, die sich bei der Nachbarschaftshilfe Gernach engagieren. Heidi Engelbrecht überbrachte die Grüße des Pfarrgemeinderats der Pfarreiengemeinschaft St. Raphael.

Auf Augenhöhe mit den Kindern

Bildhauer Peter Lorenz Emmert stellte in seinem Grußwort fest: "Manche der Werke gefallen mir nicht mehr, wenn ich sie nach 25 Jahren anschaue. Diese Statue gefällt mir noch immer". Er erläuterte, dass man sich als Künstler weiterentwickle, und daher sich der Blick auf frühere Werke ändere. Dass Franziskus kniet - in Augenhöhe mit den Kindern, dass drei Tiere – Katze, Taube und Schildkröte ihn begleiten, gefalle ihm auch heute noch und mache diese Franziskusstatue besonders.

Im Anschluss stellte Vorstandsmitglied Jürgen Friedrich den neuen Flyer, das neue Roll-up und die neu geschaffene Homepage der Nachbarschaftshilfe Gernach vor (www.nachbarschaftshilfe-gernach.de). Sie sollen helfen, die Nachbarschaftshilfe Gernach noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und die Hemmschwelle zu senken, die Unterstützung der Nachbarschaftshilfe in Anspruch zu nehmen.
Erhard Scholl lud zur Bilderausstellung "25 Jahre Segnung der Franziskusstatue ein".  Die Ausstellung weckte bei den Gästen viele Erinnerungen an die eigene Kindheit und an die Zeit, als die eigenen Kinder den Kindergarten besuchten, und an die Franziskus-feiern, mit denen KOMM-IN die Franziskus-Tradition  des Kindergartens St. Franziskus fortführt.

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