Was passiert mit der alten Schule?

16.02.2009

Mainpost 16.02.2009

ZEILITZHEIM

Was passiert mit der alten Schule?

 

Ergiebige Bürgerversammlung

In der Bürgerversammlung gab Bürgermeister Horst Herbert einen Rück- und Überblick über die Bevölkerungsentwicklung, die abgeschlossenen, laufenden und geplanten Maßnahmen und die Finanzen der Gemeinde, ehe dann im zweiten Teil die Bürger zu Wort kamen.

 

Von den 5557 Einwohnern der Gemeinde Kolitzheim leben 718, drei mehr als im Vorjahr, in Zeilitzheim. Fertig gestellt wurden die Radwege nach Herlheim und Obervolkach, sowie durch den Landkreis die Kreisstraße Zeilitzheim-Herlheim, erinnerte das Gemeindeoberhaupt. Abgeschlossen sind auch der Bau der Volkachbrücke und die Gestaltung der Außenspielfläche am Kindergarten. Das Lehrerwohnhaus wurde verkauft, die Nordic-Walking-Strecke, die auch Zeilitzheim berührt, ausgeschildert und die Feuerwehr Zeilitzheim soll ein neues Fahrzeug erhalten, wofür auch zwölf Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden müssen.

Gedanken machen müsse man sich über die Nutzung von historischen Gemeindegebäuden, darunter auch die alte Schule in Zeilitzheim, die in sehr schlechtem Zustand sei, sagte Horst Herbert. Er bat die Anwesenden, Vorschläge zu machen. Dies löste eine rege Diskussion aus.

Im Dorf gebe es zwar verschiedenen Möglichkeiten für Zusammenkünfte, so war zu hören, diese seien allerdings alle nicht behindertengerecht gebaut. Einige Redner sahen hier die Möglichkeit, das alte Schulhaus entsprechend umzubauen – was der Bürgermeister allerdings recht skeptisch sieht.

Lob für neue Radwege

Die Hände gebunden seien der Gemeinde im Moment beim alten Kindergarten, ging das Gemeindeoberhaupt auf dieses Gebäude ein. Hier habe die evangelische Kirche ein Wohnrecht und die Wohnung sei noch vermietet.

Auch die neu gebauten Radwege waren Thema. Rudi Herbert lobte die Gemeinderäte für diese Entscheidungen und bedankte sich. Matthias Braun fragte, ob auf dem Schotterweg nach Obervolkach das Autofahren, durch das der Weg beschädigt werde, nicht unterbunden werden könne. Ein größeres Problem seien hier die Pferde, antwortete Horst Herbert. Durch die Autos würde die lockere Schotterschicht sogar wieder festgefahren. Man werde die Sache beobachten.

Diskussion um Kriegerdenkmal

Eine größere Diskussion löste auch das Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz aus, an dessen Umgebungsmauer durch den daneben stehenden Baum ein Riss entstanden sei, so Peter Herbert. Er wurde bereits darauf angesprochen, das Denkmal hier ganz zu entfernen, sagte hierauf Bürgermeister Herbert. Dagegen verwehrten sich viele Anwesenden.

Hilmar Spiegel schlug vor, die Mauer zu entfernen und das Mahnmal wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzten, wie es auf alten Fotos zu sehen sei. „Viele kleine Kinder spielen hier gerne“, plädierte Anwohner Karl-Josef Schömig hingegen für den jetzigen Zustand. Traurig findet es Dietmar Hausstein, dass am Volkstrauertag keine Veranstaltung mehr stattfindet.

Protest wegen Stammheim

Ob es nicht möglich sei, die Behindertentoiletten im Rathaus als öffentliche Toiletten auszuweisen, fragte Elisabeth Redweik. Da diese aber nicht vom Inneren des Gebäudes getrennt sind, sei es schlecht möglich, die Toiletten offen zu lassen, antwortete Bürgermeister Herbert. Für ihn sei es kein Problem, wenn Touristen die Toiletten im Schloss aufsuchen würden, sagte Alexander von Halem.

Dass die Gemeinde für das kirchliche Pfarrzentrum in Stammheim erheblich mehr als die üblichen zehn Prozent ausgebe, prangerte Rudi Herbert an. Hier wurde früher eine falsche Hypothek aufgenommen, antwortete das Gemeindeoberhaupt. Wenn die Gemeinde das alte Pfarrhaus, das im Besitz der Kommune ist, sanieren müsste, würden 500 000 Euro nicht reichen. „Wir haben endlich den alten Klotz am Bein weg“, so Horst Herbert.

Noch viele weitere Dinge, wie zum Beispiel die teilweise defekte Rufanlage, ein noch aufzubauender Brunnen, behindernde Steinpoller am Marktplatz, lose Pflastersteine und ein fehlendes Geländer an der neuen Volkachbrücke, wurden während der eineinhalb Stunden dauernden Diskussionsrunde angesprochen.

 

 

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