Weisgerber soll Kindergarten-Projekt unterstützen

29.05.2017

Mainpost 29.05.2017

UNTERSPIESHEIM

Weisgerber soll Kindergarten-Projekt unterstützen

„Anja direkt“, das Gesprächsangebot der CSU-Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber, nutzte Pfarrer Thomas Amrehn, um die Abgeordnete nach Unterspiesheim einzuladen. Er wollte sie über die Situation des Kindergartens informieren.
Der Kindergarten, getragen vom Caritasverein, platzt aus allen Nähten. Ab September können die Kinder, deren Eltern in Unterspiesheim einen Kindergartenplatz wünschen, nur deshalb aufgenommen werden, weil die Pfarrei St. Sebastian – befristet auf drei Jahre – einen Raum im Pfarrzentrum zur Verfügung stellt.

Bedarf für sechs Gruppen

Zu dem Treffen mit der Abgeordneten waren alle eingeladen, die mit dem Thema „Kindergarten“ in Unter- und Oberspiesheim befasst sind, aber auch mit der Schulkindbetreuung in der Gemeinde. Amrehn will, dass sich Weisgerber für die Bezuschussung durch den Bund, aber auch durch den Freistaat einsetzt.
Er schilderte kurz die Alternativen. In Unterspiesheim bestehe im Augenblick Bedarf für drei Gruppen für Kinder über drei Jahre, und für drei Gruppen von Krippenkindern. Amrehn favorisiert die Verlagerung des Unterspiesheimer Kindergartens auf das Gelände der ehemaligen Hauptschule. Der Haken: Vom Staat gewährte Zuschüsse für den Ausbau des Kindergartens von etwa 340 000 Euro müssten dann zurückgezahlt werden.
Amrehn überreichte Weisgerber die Kopie einer Petition an den Landtag, in der er bittet, von der Rückzahlung ganz oder teilweise abzusehen, wenn das Gebäude für einen anderen sozialen Zweck genutzt wird, etwa eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren. Die Förderung von 80 Prozent der Baukosten für Kindergärten lege einen Neubau nahe, auch wenn für die Gemeinde noch ein großer Betrag zu finanzieren bliebe. Die Kirche werde sich an der Finanzierung beteiligen.
Bürgermeister Horst Herbert gab zu bedenken, dass der Bevölkerung ein Neubau nicht so leicht zu vermitteln sei, schließlich habe man für den erst kurz genutzten Anbau viel Geld in die Hand genommen.
Der Vorstand des Unterspiesheimer Caritasvereins und das Kindergartenpersonal sähen es lieber, wenn der bestehende Kindergarten erweitert würde. Dafür müsste man aber einen Bebauungsplan erstellen und ein Grundstück kaufen. Grunderwerb werde aber nicht bezuschusst.
Herbert sprach die Sorge im Oberspiesheimer Kindergarten an, dass dieser durch die Erweiterung des Unterspiesheimer Kindergartens gefährdet sei. Angesichts der vielen neuen Bauplätze und der über der Prognose liegenden Geburtenzahl sei die Gefahr wenig wahrscheinlich, so die Mehrheit der Anwesenden.

Keine Einmischung

Weisgerber will sich zwar für die finanzielle Unterstützung des Projekts einsetzen, aber nicht in die Entscheidungen der Gemeinde einmischen. Die betreffen auch die Schule, deren Leitung ebenso wie die Mehrheit des Elternbeirats eine Zusammenführung der bisher drei Standorte an einem befürwortet. Der Bürgermeister stellte klar, dass auch das der Gemeinderat noch nicht entschieden habe.

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