"Wir liegen bis jetzt voll im Plan"

07.07.2006

Mainpost 7.7.2006

 

"Wir liegen bis jetzt voll im Plan"

 

Oberspiesheim Wo am 7. Mai auf einem Getreidefeld der erste Spatenstich für die Biogasanlage der Bio-Energie Oberspiesheim GmbH & Co KG vollzogen wurde, da wächst mittlerweile eine Großbaustelle. Auf einer über 2,7 Hektar großen Fläche entsteht die viertgrößte Biogasanlage Bayerns. Bauherren sind 28 Landwirtschaftsbetriebe, die Maschinen- und Betriebshilfsringe Hofheim und Gerolzhofen sowie die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) Lülsfeld.

 

"Wir sind mit dem Baufortschritt sehr zufrieden. Wir sind sozusagen 'just in time', gut im Plan", freuen sich die Geschäftsführer der Bio-Energie-Verwaltungs GmbH MR  -   ÜZ, Energieberater Bernhard Bedenk von der ÜZ Lülsfeld und Tino Scheithauer, Geschäftsführer des Maschinen- und Betriebshilfsringes Hofheim.

Im November soll die Anlage betriebsbereit sein und dann pro Jahr etwa 7,5 Millionen Kilowattstunden Strom in das Netz der Überlandzentrale liefern - und außerdem Wärme, die zur Grundbeheizung der etwa 350 Meter entfernt liegenden Gärtnerei Gernert dient.

Die Aufträge für Bau- und Einrichtungsarbeiten in Höhe von über drei Millionen Euro sind bereits vergeben. "Wenn alle Maschinen, wie vertraglich festgelegt, rechtzeitig geliefert werden, können wir den Fertigstellungstermin auf jeden Fall halten", ist Bernhard Bedenk zuversichtlich.

Gleich zu Beginn der Arbeiten habe es witterungsbedingt einige Verzögerungen gegeben, die aber, so Tino Scheithauer, durch hohen Einsatz aufgeholt werden konnten.

20 000 Tonnen Mutterboden wurden seitlich an der Baustelle gelagert. Sie werden als Füllmaterial und zur Eingrünung des 27 000 Quadratmeter großen Geländes verwendet werden. Zwei von insgesamt fünf, bis zu 80 Meter lange und bis etwa 50 Meter breite Siloflächen mit 2,50 Meter hohen Mauern sind bereits fertig und dienen bereits als Zwischenlager für 3000 Tonnen Silage-Material, das in den letzten Tagen von den 28 an der Anlage beteiligten Landwirte angeliefert wurde. Die Ernte und Anfuhr des im so genannten Milchreifestadium geernteten Getreide (Tricitale und Roggen) von 110 Hektar Ackerfläche der 28 beteiligten Landwirte aus dem Umkreis von etwa 10 Kilometer um die Anlage koordinierten der Maschinen- und Betriebshilfsring Gerolzhofen und die Landwirte in Absprache. Im Herbst kommen noch etwa 15000 Tonnen Silomais von rund 300 Hektar dazu. Sie bilden zusammen mit 300 Tonnen Getreide, das je nach Bedarf eingelagert wird, den Grundstoff für die Biogasanlage.

Die Grünmasse und das Getreide werden in sechs Fermentern vergoren. Die sechs Meter hohen Hochbehältern, wovon zwei bereits stehen, haben zusammen ein Fassungsvermögen von etwa 12 000 Kubikmeter.

Das so genannte Substrat enthält organische Säuren und Kohlehydrate, die durch Bakterien zu Methangas umgebaut werden. Das Gas wird dann gekühlt und mit Hilfe von zwei je 728-PS starken Gas-Otto-Motoren zu elektrischer Energie (1100 Kilowatt pro Stunde) und Wärme (etwa 900 kW) verwandelt. Der Strom der Anlage wird über einen einige hundert Meter vom Betriebsgelände entfernten Masten in die 20-Kilovolt-Leitung der Überlandwerke, die zum Schalthaus Brünnstadt führt, eingespeist. Die Wärme wird zur Gärtnerei Gernert gepumpt und dort in einem riesigen Tank bis zur Entnahme zwischengespeichert.

Im Rohbau steht auch bereits das Betriebsgebäude der Anlage, in dem die Motoren, Büroräume, ein kleines Lager, das Getreidelager und die Mahl- und Dosieranlage für das Getreide untergebracht sein werden. Die Betriebsabläufe überwachen nach Fertigstellung der Anlage Bernhard Markert (Gernach) und Christian Nöth (Oberspiesheim), beide Landwirte und gelernte Landmaschinen-Mechaniker.

Fertig ist auch bereits der Gas-Speicher. Weitere fünf Behälter für die für die Nachgärung und Lagerung des genutzten Bio-Materials müssen noch im Laufe des Sommers aufgestellt werden. Das verbrauchte Material holen dann die Landwirte ab und verbringen es auf ihre Felder. Der Kreislauf ist dann wieder geschlossen.

Etwa zehn Firmen waren bisher auf der Baustelle aktiv oder sind es noch. "Die haben bisher sehr gut gearbeitet", freuen sich die beiden Geschäftsführer. Wert sei bei der Vergabe der Arbeiten auch darauf gelegt worden, dass möglichst Firmen aus der Region die Aufträge für Bauarbeiten und soweit möglich Maschinenlieferungen bekamen.

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