Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber

28.10.2006

Mainpost 28.10.2006

 

Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber

 

GEROLZHOFEN "Wahrscheinlich hätte niemand der 54 Gründungsmitglieder des Jahres 1881 daran gedacht, dass wir heute zusammenkommen und feiern", sagte Klaus Henneberger, Direktor der Raiffeisen-Volksbank Gerolzhofen-Unterspiesheim eG anlässlich des Festakts zum 125-jährigen Bestehen der Genossenschaftsbank in der Stadthalle.

 

Aus 18 ehemals selbstständigen Genossenschaften sei die heutige Raiffeisen-Volksbank entstanden, die in ihrem Gebiet, dem südlichen Landkreis Schweinfurt, erfolgreich ihre Geschäfte betreibt.

Die Glückwünsche der Stadt Gerolzhofen überbrachte Bürgermeister Hartmut Bräuer. Wie er ausführte, ist die Raiffeisen-Volksbank ein enormer Wirtschaftsfaktor im Gerolzhöfer Land. Die Männer an der Spitze hätten es immer verstanden, Kunden an sich zu binden. Die Bank sei ein hervorragender Arbeitgeber. Außerdem fördere das Finanzinstitut soziale und kulturelle Einrichtungen. Als Beispiel nannte er Konzerte. Direktor Henneberger gab gekannt, dass die Bank anlässlich des Jubiläums in einigen Tagen 15 000 Euro an die Kindergärten und Schulen des Gebiets spendet.

"Die Raiffeisen-Volksbank ist nicht mit anderen Bankinstituten vergleichbar. Ihr liegen andere Aufgabenstellungen zugrunde", erläuterte das Stadtoberhaupt. Im Genossenschaftswesen komme gelebte Demokratie zum Ausdruck. Dem Geburtstagskind wünschte Bürgermeister Bräuer weiterhin viel Erfolg. Denn Erfolg sei die Grundlage Gutes zu tun. Abschließend dankte er der Bank für die Wohltaten, die die Stadt durch sie erfahren hat, sowie für die gute Zusammenarbeit.

"Seit 125 Jahren haben die drei Grundgedanken des Genossenschaftswesens "Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Selbsthilfe" ihre Heimat in der Region Gerolzhofen gefunden", betonte Helmut Haun, Präsident des unterfränkischen Genossenschaftsverbandes. Er hielt die Festrede in Vertretung für Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, der aufgrund eines Trauerfalles kurzfristig absagte.

Wie Haun darlegte, führte zur damaligen Zeit der einzige Weg zu Kapital über Geschäftemacher, die Wucherpreise für ihre Geld-, Zins-, und Warengeschäfte in Rechnung stellten. Von einem aktiven Wirtschafts- und Geschäftsleben war der "normale" Bürger daher ausgeschlossen. Friedrich Wilhelm Raiffeisen blieb es vorbehalten ein System zu entwickeln, das die Not der ländlichen Bevölkerung lindern sollte. "Aus einem zutiefst christlichen Glauben heraus entstand seine Idee von der Hilfe zur Selbsthilfe", erläuterte er.

Beflügelt von der allgemeinen Aufbruchstimmung, so Haun, handelten 54 Einwohner aus Donnersdorf und Falkenstein mit Mut und Entschlossenheit und gründeten den Spar- und Darlehenskassenverein Donnersdorf-Falkenstein, den Grundstock für die heutige Raiffeisen-Volksbank Gerolzhofen-Unterspiesheim eG. Ziel war es, eigenverantwortliche Kredite an die Vereinsmitglieder zu geben, Spareinlagen zu verzinsen und die Geschäftstätigkeit im Interesse der Mitglieder und Kunden nach und nach auszubauen. Auf diese Weise bekam die breite Bevölkerung, insbesondere Handwerker und kleinere Betriebe, eine seriöse Möglichkeit der Finanzierung. "Der Bank halten heute mehr als 6 000 Mitglieder die Treue und fördern gemeinsam den Genossenschaftsgedanken. Mit einer beachtlichen Dividende in Höhe von acht Prozent dürften Sie ein gutes Argument dafür haben, dass sich die Mitgliedschaft lohnt. Mit insgesamt 12 Geschäftsstellen versorgen Sie direkt die Kunden vor Ort. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen insgesamt 16 057 Kunden und erwirtschaften eine Bilanzsumme von rund 225 Millionen Euro. Mit den von Ihnen erzielten Ergebnissen gehören Sie zu den erfolgreichsten A-Banken unter den bayerischen Genossenschaftsbanken", informierte Haun.

Abschließend gratulierte er zu den Leistungen, die in den 125 Jahren erbracht wurden und überreichte im Namen des Genossenschaftsverbandes Bayern den Direktoren der Bank, Klaus Henneberger und Hubert Zinkl eine Urkunde sowie eine Stele.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier in der Stadthalle vom Kammerchor songcraeft - art of singing, Leitung Rainer Aberle. Solisten waren Sabine Zimmermann (Sopran) und Michael Gründel (Bariton). Das Schlagzeug spielte Michael Albert, den Kontrabass Gerd Semle und den Flügel Rainer Aberle. "Der Chor songraeft ist so etwas wie unser Haus-Ensemble", sagte Klaus Henneberger. Der Chor wurde seinem Ruf gerecht und begeisterte das Publikum durch sein Können. Aufgeführt wurden Teile aus dem Zyklus "The Sprig of Thyme" von John Rutter, vier Ausschnitte aus dem Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein, drei Tänze von Georges Gershwin sowie Teile aus der Tanzsuite von Werner Fussan.

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