Wo der Kiebitz brütet

20.07.2007

Mainpost 20.7.2007

 

LINDACH (BP)

Wo der Kiebitz brütet

Seit vielen Jahren ist in Lindach das Flurbereinigungsverfahren im Gange. Nun, am Ende der Maßnahme, stellten Fachleute des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) im Beisein von Mitarbeitern weiterer Behörden Bürgermeister Horst Herbert, den örtlichen Gemeinderäten und den Vorstandsmitgliedern der örtlichen Teilnehmergemeinschaft das Bewirtschaftungs- und Sicherungskonzept für die Landschaftspflege und den Naturschutz vor.

Im Jahre 1993 wurden die neuen Flurstücke übergeben, sagte Franz-Josef Lang, Projektleiter beim Amt für Ländliche Entwicklung. Auch eine umfassende Dorferneuerung wurde durchgeführt. Besonderheiten in Lindach waren 20 Hektar Obstbaumbestand und zwölf Hektar Rebfläche. Neben der Bodenneuordnung haben auch Landschaftspflege und Naturschutz einen hohen Stellenwert bei der Neuordnung des ländlichen Raumes, so Lang. Dorit Börner vom Sachgebiet Landespflege am Amt für Ländliche Entwicklung und Markus Fleckenstein vom gleichnamigen Ingenieurbüro erarbeiteten das Konzept zur Bewirtschaftung und Sicherung der Naturschutzflächen und stellten es nun in Lindach vor. 28 Flächen in einer Größenordnung von zirka 23 Hektar wurden ausgewiesen, berichtete Dorit Börner.

Markus Fleckenstein wies besonders auf die wertvolle Grundstruktur des „Geiersgraben“ und der Naturschutzgebiete „Nussloch“ und „Schleifwiesen“ hin. Vorgaben von Naturschutz und Gemeinde wurden seien dort bei der Ausarbeitung berücksichtigt. Die „Schleifwiesen“. ehemals viele kleine Wiesen, die zusammengelegt wurden, bezeichnete Jürgen Kiefer von der unteren Naturschutzbehörde als wichtiges Wiesenbrütergebiet. Dort gebe es Bekassinen, Kiebitze, Grauammern und Wiesenweihen. Das „Nussloch“ habe Streuwiesencharakter und es gebe wertvolle Pflanzen wie Orchideen und Schwertlilien.

Bei der Pflege der Wiesen setzte die Kritik der örtlichen Vorstandsmitglieder ein. Ihrer Meinung nach wird zu spät und falsch gemäht. Deshalb seien viele Vögel verschwunden. Die Wiesen würden durch drei Landwirte gemäht, bisher zweimal jährlich, so Kiefer. Wetterbedingt sei dies heuer noch nicht möglich gewesen. Vögel gebe es insgesamt nicht mehr so viele wie in früheren Zeiten.

Das vorgestellte Konzept werde zum Erfolg in der Landschaftspflege verhelfen, so Reinhold Arrighy vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Ökologische Flächen seien von großer Bedeutung, betonte Bürgermeister Horst Herbert. Er mache sich allerdings Sorgen um die Entwicklung in der Landwirtschaft. Bald gebe es keine Viehhaltung mehr, und damit stelle sich die Frage, wer die Wiesen pflegt.

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