Wunderbare Musik im passenden Rahmen

21.07.2006

Mainpost 21.7.2006

 

Wunderbare Musik im passenden Rahmen

 

ZEILITZHEIM (BAP) Alles passte perfekt zusammen. Ein warmer Sommerabend inmitten der kühlenden Mauern von Schloss Zeilitzheim und die wunderbare Musik von Mozart und Bach, die die Mitglieder des Kammerorchesters des Celtis-Gymnasiums Schweinfurt mit ihren Instrumenten spielten.

Als hervorragende Außen-Aula mit einer wunderbaren Atmosphäre bezeichnete Schulleiter Rainer Herzing den Arkadenhof des Schlosses bei der Begrüßung der Gäste. "Ein Leben ohne Musik ist wie ein Leben ohne Sonne", meinte Edgar Schuck vom Kreisverband Schweinfurt Stadt und Land der Europa-Union, die neben der Schlossbesitzer-Familie von Halem und dem Förderkreis des Celtis-Gymnasiums das Konzert unterstützte.

In vergangene Jahrhunderte versetzte Moderator Bernd Lemmerich das Publikum, indem er sehr anschaulich aus dem Leben der Komponisten und der Entstehung der vom Kammerorchester gespielten Stücke berichtete.

Schon lange habe der 16jährige Wolfgang Amadeus Mozart die Melodien im Kopf gehabt, die er 1772 in Salzburg und Mailand, wo der Vater eine passende Stelle für seinen Sohn suchte, umsetzte , erzählt Lemmerich zur Salzburger Sinfonie (Divertimento in D-Dur, KV 136). Unter Leitung von Rudolf Straub machten die Musiker mit den drei Sätzen Allegro, Andante und Presto den Anfang.

Jahrzehntelang war Johann Sebastian Bach, praktisch als Beamter auf Lebenszeit, in Leipzig, erzählte der Moderator über den Komponisten. Dessen 1721 entstandenes Brandenburgisches Konzert Nr. 5 (D-Dur BWV 1050) brachten die Musiker unter Leitung von Karl-Jürgen Lemmerich in drei Sätzen (Allegro, Affettuoso, Allegro) dem Publikum als Nächstes zu Gehör. Als Solisten waren hier Simona Gressel (Querflöte), Martina Wunn (Violine), Alexander Eisenmann (Cembalo) und Johanna Wunn (Basso continuo) zu hören.

Nachdem Mozart Italien den Rücken gekehrt hatte, entstand 1724 die Sinfonie Nr. 29 in A-Dur (KV 201), berichtete der Moderator zu diesem nach der Pause gespielten Stück in vier Sätzen (Allegro moderno, Andante, Menuetto, allegro con Sporito).

Auf sehr hohem Niveau bewegte sich die Darbietung der meist jungen Musiker, was auch besonders für die Solisten gilt. Gekonnt und gefühlvoll spielten sie ihre Partien, mal laut, mal leise, mal langsam, mal schnell. Damit beeindruckten sie das aufmerksam lauschende Publikum tief, das die Leistung mit riesigem Applaus belohnte und sich hiermit eine Zugabe erklatschte.

Für Heiterkeit und Erstaunen sorgten Briefe die Bernd Lemmerich vorlas. Sie waren entweder von Bach und Mozart selbst geschrieben oder betrafen sie. Ein untertänigstes Bewerbungsschreiben stammte von dem genialen Musiker Bach. In einem Brief an seinen "hochedlen, hoch geehrten Herrn Vetter" Elias Bach aus Schweinfurt bedankt sich der Komponist für ein Fässchen Most (Wein).

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb mit 16 Jahren einen Brief an seine "liebe, liebe, liebe Schwester", und Kaiserin Maria Theresia verschickte ein wenig schmeichelhaftes Schreiben über Mozart an Erzherzog Ferdinand nach Mailand.

Das Celtis-Kammerorchester setzt sich aus Schülern des Celtis-Gymnasiums, den Besten des musischen Zweiges, ehemaligen Schülern und Lehrern zusammen. Die jüngsten Musiker beim Konzert waren Schüler der 10. Klasse.

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