Zentrum für Photovoltaik

27.04.2007

Mainpost 27.4.2007

 

KOLITZHEIM

Zentrum für Photovoltaik

 

Drei junge Firmen – ab 2001 in Schweinfurt, Mainbernheim und Gerolzhofen im aufstrebenden Geschäftsbereich Photovoltaik tätig – schlossen sich zur „Firmengruppe Blitzstrom“ zusammen und siedelten sich an einem zentral gelegenen Standort an: im Gewerbegebiet in Kolitzheim an der Wadenbrunner Straße. Die Firmengruppe kaufte ein etwa 22 000 Quadratmeter großes Gelände mit Bürogebäude und hat seit Januar ihren Mitarbeiterstand von 60 auf 75 aufgestockt.

„110 Mitarbeiter und – innen sollen es Ende nächsten Jahres sein“, zeigt sich der kaufmännische Leiter der Firmengruppe, Daniel Ziegler (Sommerach), sehr zuversichtlich, was die nähere Zukunft der Photovoltaik-Experten angeht. Die Firmengruppe Blitzstrom besteht aus den Firmen S&F-Umwelttechnik, Blitzstrom und Beck Energy.

Die S&F-Umwelttechnik wurde 2001 von Daniel Ziegler und Wolfgang Sarré, Inhaber der Firma Expert Müller, im Schweinfurter Hafen gegründet. Die Firma ist auf Photovoltaikanlagen auf Dächern (Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude, Industrieanlagen) spezialisiert.

Die Firma Beck Energy wurde 2002 von Bernhard Beck (Dimbach), damals noch Student, gegründet. Die Firma mit 15 Mitarbeitern hatte ihren Sitz in Gerolzhofen. Sie projektiert, installiert und wartet große Freiflächen-Solarkraftwerke und -anlagen mit Modulen mit CTS-Technologie. Ende 2002 lernten sich Daniel Ziegler und Bernhard Beck kennen. „Weil sich beide Firmen bestens ergänzen und wir im Bereich Photovoltaik ein Know-how hatten, mit dem Wettbewerber nicht mithalten konnten – Bernhard Beck technisch, ich kaufmännisch – waren wir uns rasch einig, dass wir zusammenarbeiten wollen“, sagt Ziegler.

Im März 2003 gründeten die beiden die Firma Blitzstrom. Diese entwickelt Solaranlagen und -bauteile und arbeitet eng mit den Herstellern zusammen, die die Firma beliefern. „Die können dann genau nach unseren Bedürfnissen produzieren und wir müssen nicht etwas nehmen, was umgebaut werden muss oder unsere Ansprüche nicht erfüllt“, nennt Daniel Ziegler den Vorteil.

Mittlerweile tritt die Firma Blitzstrom als internationaler Großhändler für Photovoltaikanlagen und Komponenten auf und ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien, Italien und Griechenland tätig. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Komponenten wie Wechselrichter, die Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln, der dann ins Netz eingespeist werden kann. Die Firmengruppe habe inzwischen einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro, so Ziegler.

Außer den 75 Mitarbeitern in Kolitzheim sind noch 50 Personen in fünf Partnerfirmen in Hildburghausen, Estenfeld, Mainbernheim, Euerfeld und Würzburg ausschließlich für Blitzstrom tätig. Für einfachere Arbeiten, meist Metallarbeiten für Unterbaukonstuktionen oder Haltesysteme, hat die Firma eine Kooperation mit dem Erthal-Sozialwerk in Würzburg des Diözesancaritasverband und des Sankt Josefs-Stift Eisingen. Rund 30 Behinderte sind Zuarbeiter der Blitzstrom GmbH.

„Der richtige Schritt“

Dass sich die Firmengruppe in Kolitzheim ansiedelte, war laut Daniel Ziegler „der absolut richtige Schritt“. Kolitzheim sei als Standort gewählt worden, weil die Mitarbeiter einigermaßen gleich lange Anfahrtswege haben. „Die Vorteile der Zusammenarbeit an einem Ort können wir in weiteres Wachstum investieren und auch in die Ausbildung weiterer Fachkräfte, denn die Auslandsaktivitäten nehmen sehr stark zu“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer. Derzeit, so Ziegler, liegen diese bei etwa 25 Prozent. Bisher seien die Firmen Blitzstrom und Beck Energy in ganz Deutschland tätig gewesen, die Firma S&F vorwiegend in Bayern, Thüringen und Hessen.

Seit Februar hat die Firmengruppe einen dritten Geschäftsführer: Martin Zembsch. Seine Hauptaufgabe ist es, das Auslandsgeschäft auszubauen und es zu betreuen. Das rund 2,5 Hektar große Gelände, das die Firmengruppe in Kolitzheim kaufte, hat eine Bürofläche von etwa 1500 Quadratmetern. „Wir haben hier Platz für 110 Mitarbeiter und diesen Platz werden wir schon in den nächsten zehn bis 18 Monaten brauchen“, sagt Daniel Ziegler. Erweiterungsmöglichkeiten wären auf dem Gelände vorhanden.

Über die Firmen-Ansiedelung ist Bürgermeister Horst Herbert nicht nur froh, weil sie neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringt, sondern weil das leer stehende Gelände in dem 1975 ausgewiesenen Gewerbegebiet jetzt wieder genutzt wird.

Der erste Teil des Gebäudes wurde 1993 gebaut, der zweite 1995 von der ABA-Herbig-GmbH. Nach deren Konkurs kaufte eine Verwaltungs-GmbH aus Innernzell die Immobilie, von der dann die Gemeinde einen Teil übernahm, um in einer großen Halle ihren Bauhof einzurichten. Das restliche Gelände samt Bürogebäude ging an ein IT-Unternehmen aus Volkach, das später ebenfalls Konkurs anmeldete. Zwischendurch nutzte die Gemeinde während des Umbaus des Rathauses von März 2002 bis April 2003 einen Teil des Gebäudes zusammen mit dem IT-Unternehmen. Danach stand das große Gebäude leer, bis es von der Firmengruppe Blitzstrom erworben wurde.

Zu den News