Zuschüsse für Ärzte darf's nicht geben

09.03.2015

Mainpost, 09.03.2015

 

GERNACH
Zuschüsse für Ärzte darf's nicht geben

Rege Beteiligung bei der Bürgerversammlung in Gernach – Eine Vielfalt von Themen kam auf den Tisch

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das TSV-Sportheim bei der Bürgerversammlung Gernach. Auch eine ganze Anzahl junger Frauen war dazu gekommen.

Bürgermeister Horst Herbert hob zu Beginn seiner Ausführungen die Verdienste von zwei Gernacher Bürgern hervor: Wolfgang Friedrich verdiene besondere Anerkennung, weil er über vier Jahrzehnte im öffentlichen Leben stand. Er war lange Jahre aktiv als Gemeinderat und 18 Jahre Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Hugo Hetterich hat viele Stunden Zeit investiert, eine Ortschronik von Gernach zu erstellen. Sie liegt bis jetzt zwar nur als Datei vor, soll jedoch auch in Buchform veröffentlicht werden. Wolfgang Friedrich war schon bei der Jahresversammlung der Feuerwehr beschenkt worden. Jetzt überreichte der Bürgermeister ein Geschenk an Hugo Hetterich.

Zu Beginn seines Berichtes informierte der Gemeindechef, dass Gernach am 1. Januar 539 Einwohner hatte. Mit einem Zuwachs von 30 Einwohnern gegenüber dem Vorjahr ist Gernach Rekordhalter unter den acht Ortsteilen der Gemeinde Kolitzheim.

Geplant sei für Gernach die Asphaltierung des Weges nach Lindach durch den Wald. Bruno Back äußerte die Befürchtung, dass dieser Weg dann eine Rennstrecke werde. Die Erneuerung des Platzes vor dem Alten Rathaus sei auch geplant; man habe aber noch keine endgültige Lösung gefunden, wie man den Eingang zum Alten Rathaus barrierefrei gestalten könne.

Die Versorgung Gernachs mit Breitbandkabel für ein schnelleres Internet solle Ende 2015 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung der Kläranlage ist für September 2015 vorgesehen.

Zwei spezielle Punkte für Gernach sprach der Bürgermeister noch an: Die Sirene in der Siedlung funktioniere nur bei Probealarmierungen nicht, bei echtem Alarm gebe es keine Probleme. Sie wird aber noch einmal überprüft.

Bernhard Berchtold, der Vorsitzende der Jagdgenossen, habe ihn angesprochen wegen eines Holzlagerplatzes. Es gäbe bisher sechs Interessenten dafür. Es sei aber nicht so leicht, einen geeigneten Platz zu finden, da der Platz nicht zu nah am Dorf liegen sollte, andererseits auch nicht zu nah am Wald – aus Naturschutzgründen. Man suche zusammen mit der Jagdgenossenschaft nach einer Lösung.

In der anschließenden, sehr sachlich verlaufenen Diskussion wurde eine Fülle von Punkten angesprochen: Walter Endres wollte wissen, ob durch den zwischenzeitlichen Ausstieg von Mönchstockheim aus der Planung für eine gemeinsame Kläranlage für die Bürger der Gemeinde Kolitzheim Mehrkosten entstanden seien. Horst Herbert informierte, dass die Gemeinde Sulzheim die Mehrkosten für die dadurch bedingte Umplanung übernommen habe. Dass Mönchstockheim jetzt doch wieder angeschlossen werden soll, spare der Gemeinde Geld, da ihr Anteil an den Herstellungskosten geringer werde. Auch die Betriebskosten würden entsprechend der Einwohnerzahlen umgelegt, sodass selbst die laufenden Kosten sinken.

Bruno Back wollte wissen, ob die Gemeinde nicht durch Zuschüsse dafür sorgen könnte, dass die ärztliche Versorgung in der Gemeinde gesichert bleibe, wenn die jetzt noch tätigen Ärzte in den Ruhestand gingen. Er bekam die Auskunft, dass eine Bezuschussung nicht möglich sei, da die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung nicht Aufgabe der Gemeinde sei, sondern der kassenärztlichen Vereinigung. Man dürfe daher keinen Zuschuss geben.

Da es in Gernach keinen Kindergarten gebe, seien die Eltern gezwungen, ihre Kinder täglich in die Kita der Nachbardörfer Kolitzheim oder Unterspiesheim zu bringen, so Ramona Nicklas. Dadurch entstünden ihnen erhebliche Mehrkosten, im Vergleich zu den Familien, die einen Kindergarten in ihrem Ort haben.

Daher forderte Ramona Nicklas als Sprecherin einer Elterngruppe, diese Familien mit Kindern im Kindergartenalter pauschal mit 200 Euro jährlich zu bezuschussen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass man dieses Thema schon im vergangenen Jahr diskutiert habe, der Gemeinderat den Antrag aber abgelehnt habe. Er sagte zu, den Sachverhalt noch einmal im Gemeinderat zu diskutieren. Erhard Scholl, Vorsitzender des Johannisvereins Gernach, unterstützte das Anliegen der Elterngruppe um Ramona Nicklas.

Hugo Hetterich berichtete, dass die Bildstöcke entlang der Straße nach Kolitzheim renovierungsbedürftig seien. Der Bürgermeister sagte zu, sich darum zu kümmern.

Roland Back regte an, den Rasen auf den Spielplätzen zu vertikulieren und kahle Stellen nachzusäen. Kathrin Salender bemängelte, dass Spielgeräte zum Teil morsch seien. Sie regte auch an, eine Babyschaukel aufzustellen. Horst Herbert informierte, dass die Spielplätze demnächst überprüft würden.

Ablagerungen von Schutt auf Feldwegen wurden beklagt. Bauschutt habe auf Feldwegen nichts verloren, so der Chef der Gemeinde. Er will im Amtsblatt informieren lassen, dass solche Ablagerungen verboten seien. Bauschutt könne man auf der Deponie in Lindach entsorgen, in kleineren Mengen in der schwarzen Tonne.

Adolf Pohli, der sich über Raser in der Friedhofstraße beklagte, erhielt von Horst Herbert zur Antwort, dass man dort eine Messtafel aufstellen werde, um die Autofahrer zu bremsen. Der Bürgermeister will auch die Polizei bitten, dort gelegentlich Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.

Die Fenster im ehemaligen Gebäude des Kindergartens, jetzt vom Verein Komm-in genutzt, würden neu gestrichen, beantwortete der Bürgermeister die Mängelanzeige von Alban Weilhöfer. Gerhard Warmuth und Maria Wolf plädierten für eine Verbesserung des Radwegs von Gernach nach Unterspiesheim. Da sah der Bürgermeister aber zunächst keinen Bedarf. Man könne den Gedanken jedoch in die bevorstehenden Planungen zur Flurbereinigung in Unterspiesheim einbeziehen.

Erhard Scholl informierte, dass bei der Jahresversammlung des Johannisvereins kontrovers diskutiert worden war, ob die Einrichtung eines Fahrdienstes den Bedürfnissen der Senioren entspreche, oder ob dieser Bedarf nicht gegeben sei. Der Bürgermeister erklärte seine Bereitschaft, diese Frage in Zusammenarbeit mit den Senioren und dem Johannisverein zu klären.

es

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