Zweigeschossiger Neubau des Feuerwehrhauses favorisiert

26.07.2018

Mainpost 26.07.2018

Kolitzheim


Zweigeschossiger Neubau des Feuerwehrhauses favorisiert

Viele Besucher begrüßte Bürgermeister Horst Herbert in der Gemeinderatssitzung diesmal. Der Grund: Zentraler Punkt war die Vorstellung der Entwürfe für das neue Feuerwehrhaus in Unterspiesheim, das in der Nachbarschaft des Sportgeländes der DJK errichtet wird.

Pläne hat das Archtikturbüro Florian Göger erstellt, der auch schon das Feuerwehrhaus in Zeilitzheim geplant hatte. Es soll ein Haus mit drei Stellplätzen für Feuerwehrfahrzeuge entstehen; dazu kommt ein Waschplatz, der separat zugänglich sein – auch für den Bauhof und Feuerwehren anderer Gemeinden, damit sie ihre Fahrzeuge waschen können.

Favorisiert vom Bürgermeister und auch den Feuerwehrleuten aus Unterspiesheim, die in die Planungen intensiv mit einbezogen waren, wird die zweistöckige Lösung. Als Argumente für diese Lösung wurde von Kommandant Andre Schirmer, unisono mit Bürgermeister Horst Herbert angeführt, dass damit der Flächenverbrauch geringer sei, und man so flexibler bei der Verwendung der Freiflächen verfahren könne; die Übungsbereiche könnten variabler gestaltet werden. Ebenso seien Schulungs- und Aufenthaltsbereiche besser zu trennen, es gebe mehr Platz für Lagerfläche. Auch später eventuell nötige Erweiterungen seien besser zu realisieren.

Auch Kreisbrandmeister Daniel Scheller sprach sich für die zweigeschossige Lösung aus. Sowohl die zweigeschossige als auch die eingeschossige Bauweise legen nahe, die Fahrzeughalle in der Nähe des Kreisverkehrs zu platzieren. Ungeklärt ist noch die Gestaltung der Zufahrt vom Kreisverkehr aus: eine Zufahrtserlaubnis nur für die Einsatzfahrzeuge würde bedeuten, dass die Feuerwehrleute eventuell vom Lachenbrunnerweg zum Feuerwehrhaus fahren müssten – zu Geschäftszeiten des benachbarten Lebensmittelgeschäftes wären dann Probleme vorprogrammiert, wertvolle Zeit ginge für die Feuerwehrleute verloren, die aus Richtung Dorfmitte zum Einsatz fahren. Darüber hinaus sei man gehalten, Kreuzungsverkehr zwischen den ausrückenden Feuerwehrfahrzeugen und dem anderen Verkehr zu vermeiden.

Kritische Einwände brachte Burkard Krapf vor: warum sei ein Waschplatz nötig, wollte er wissen. Die Antwort des Bürgermeisters: für keine Feuerwehr gibt es einen Waschplatz, auch der Bauhof verfügt über keine Möglichkeit, seine Fahrzeuge zu waschen, was besonders bei kalter Witterung wünschenswert wäre. Seine weitere Frage, ob die Raumgrößen, etwa für die Feuerwehrautos oder die Umkleideräume für Frauen und Männer kleiner gehalten werden könnten, beantwortete der Architekt mit der Information, dass diese Größen aufgrund der aktuellen Zahl der aktiven Feuerwehrleute (einschließlich der Jugendlichen momentan 68 Personen) errechnet wurden und der Vorgabe der Feuerwehr entsprechen.

Gemeinderat Herbert Werner fragte an, warum kein Aufzug für die zweigeschossige Variante vorgesehen sei, Reinhard Heck regte an, Toiletten auch im Obergeschoss vorzusehen.

Die Gesamtkosten für die ein- und zweigeschossige Lösung (Feuerwehrhalle und Außengelände) liegen laut Architekt Gröger bei etwa zwei Millionen Euro. Abschließend stellte Bürgermeister Horst Herbert fest, dass man die beiden Varianten weiter verfolge, und dass die endgültige Entscheidung erst nach Rücksprache falle, unter anderem mit dem staatlichen Bauamt, dem Straßenbauamt, und dem Kreisbrandinspektor. Er hoffe, dass man im September mehr Klarheit habe und dann in die endgültige Planungsphase einsteigen könne.

Bürgermeister-Jubiläum

Zu Beginn der Sitzung hatte zweiter Bürgermeister Martin Mack Horst Herbert zu dessen 40-jährigem Jubiläum im öffentlichen Dienst gratuliert. Er nannte die Stationen des Wirkens von Horst Herbert im öffentlichen Dienst und hob hervor, dass er seit 1996 Bürgermeister von Kolitzheim ist. „Der Beruf als Bürgermeister ist Dir auch Berufung“, würdigte er das Wirken von Horst Herbert in den vergangenen 22 Jahren.

Ein Bauvorhaben abgelehnt

Den Bauanträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt, nicht jedoch bei einem Plan, der in der vorausgegangenen Sitzung schon vorlag und der unverändert wieder vorgelegt wurde – mit der Begründung, dass vergleichbare Bauvorhaben in der Nachbarschaft genehmigt wurden. Diesem Argument widersprach Martin Mack: die anderen Wohnhäuser seien von ihrer Bauweise her anders gelagert seien als das beabsichtigte Bauvorhaben. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Ablehnungsbeschluss gefällt, der an das Landratsamt weitergegeben wird, das jetzt das Sagen hat.

GeMAINsam am Main

Von der Gemeinde Knetzgau ging die Initiative „geMAINsam“ aus (wir berichteten). Diese haben sich viele Gemeinden angeschlossen mit dem Ziel, eine gemeinsame Identität der Menschen am Main zu schaffen und den Main wieder mehr ins Bewusstsein der Bewohner zu rücken, aber auch als Werbung für den Fremdenverkehr zu nutzen. Da Stammheim am Main liege, sei die Gemeinde Kolitzheim auch angesprochen. Man wendet sich mit diesem Vorhaben auch an die Staatsregierung mit der Bitte um Förderung. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Ideen zum Stammheimer Weiher

Horst Herbert berichtete über die Informationsveranstaltung zur Gestaltung des Weiher-Umgriffs in Stammheim. Etwa 50 Personen seien zu dieser Veranstaltung gekommen, es seien Vorschläge in großer Bandbreite gemacht worden: Von der Meinung „der Weiher ist das Herzstück unseres Ortes“ bis hin zum Vorschlag „reißt alles raus“, oder dem Vorschlag, anstelle des Weihers eine Kneipp-Anlage zu bauen reichten die Ideen. Man werde sich in Arbeitskreisen mit dem Thema weiter beschäftigen, so der Bürgermeister.

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