„Heiliger“ Baum für Weinkönigin

20.04.2017

Mainpost 20.04.2017

STAMMHEIM

„Heiliger“ Baum für Weinkönigin

Über hundert Einheimische waren am Ostermontag am Ortsausgang von Stammheim dabei, als die neue Fränkische Weinkönigin Silena Werner und die örtliche Weinprinzessin Annika Moller eine Winterlinde pflanzten.

Spendiert wurde der „heilige“ Baum (Zitat Bürgermeister Horst Herbert) vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. Dessen Vorsitzender Frank Bauer übergab das lebende Geschenk an die Weinkönigin und die Menschen ihres Heimatorts. Die Mädchen und Jungen vom örtlichen Kindergarten sangen: „Wir wollen alle Freunde sein und zusammen feiern.“

Der Startschuss für die außergewöhnliche Frühlingsaktion, die bei sehr kühlen Temperaturen stattfand, fiel nach dem Mittagessen bei einem Sektempfang im Rathaus. Dort begrüßte Udo Klüpfel, der Vorsitzende des Vereins für Gartenbau und Landespflege Stammheim die Gäste und Freunde der Weinkönigin.

Zu Fuß marschierte die Menge in Richtung Fahr. Am Ortsausgang warteten bereits die Kinder auf die Weinkönigin und ihre Begleiter. Diakon Uwe Rebitzer besprengte die Linde mit Weihwasser und bat Gott um Wachstum und Gedeihen. Der Baum sei ein Zeichen des Lebens und der Zuversicht, betonte Rebitzer.

Kreisverbandsvorsitzender Frank Bauer ging auf die Tradition der Baumpflanzungen ein. Seit 30 Jahren feiere man den Tag des Baumes jeweils im April im Landkreis Schweinfurt, sagte der Stadtlauringer. In Deutschland gebe es das Ereignis bereits seit 1954. „Dieser Baum ist ein lebendiges und wachsendes Denkmal“, sagte er.

Die Linde, die bereits Knospen trage und über tausend Jahre alt werden könne, solle Silena immer an ihre Zeit als örtliche Weinprinzessin und fränkische Weinhoheit erinnern. In 50 Jahren würden sich die Kleinen aus dem Kindergarten gerne an die Baumpflanzung mit Silena Werner zurückerinnern, so Bauer.

Die Weinkönigin bedankte sich für die „unglaubliche Ehre“. Sie goss den Baum mit einem spritzigen Stammheimer Secco an und war zuversichtlich, dass er prächtig gedeihen wird. Dem Standort der Winterlinde prophezeite sie eine erfolgreiche Zukunft mit Weinproben, Empfängen und sonstigen Treffen. „Bäume prägen die hiesige Kulturlandschaft, ebenso wie der Wein und der Spargel“, sagte Silena Werner. Allen Winzern, Gärtnern und Landwirten wünschte sie eine gute Ernte 2017.

Bürgermeister Horst Herbert gab dem Historiker Alexander Demandt recht: „Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfältig und so eng verbunden, wie der Baum.“ Schließlich beginne die Kulturgeschichte mit einem Baum, in den der Blitz einschlug. „Das hat uns Menschen das lebensnotwendige Feuer gebracht“, so Herbert.

Die stellvertretende Landrätin Christine Bender wünschte dem „Baum der Freude“, dass er so verwurzele, wie es die Menschen in Stammheim seit Jahrzehnten seien. Nach der Baumsegnung ging es zurück zum Rathaus, wo eine Stärkung auf alle Teilnehmer wartete.

Zu den News