Advent ist ein Leuchten

17.12.2019

Mainpost 17.12.2019

Oberspiesheim

Advent ist ein Leuchten

Advent ist ein Leuchten, ein Licht in der Nacht, der Schein ist Jahrtausende alt" - mit diesem Lied begann das Adventskonzert des Chores Belcanto in der vollbesetzten Kirche St. Bartholomäus in Unterspiesheim.

Pfarrer Thomas Amrehn wählte für den besinnlich-meditativen Einstieg die Gedanken des Theologen Jürgen Moltmann zum Unterschied von Advent und Zukunft: "Zukunft, das sind unsere Vorhersagen und unser Erfahrungswissen, mit dem wir die Zukunft planen. Advent, das ist Gottes Zukunft, die Zukunft, die sich ereignet, … die uns geschenkt wird, Veränderungen, mit denen wir niemals gerechnet hätten."

"swing low", vorgetragen vom Chor Belcanto unter der Leitung von Silvia Albert, bestach durch den Kontrast zwischen temperamentvollem Ausdruck der Sehnsucht, zu Gott "nach Hause" zu kommen, und der Gelassenheit, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird. Ruhig war dann das Lied "Schlafe süß", gewidmet dem Jesuskind in der Krippe.

Drei Stücke brachten dann die jungen Musikanten Katharina (Klarinette) und Henriette (Saxophon) zum Vortrag. Ihnen folgten die beiden jungen Querflötistinnen Marie Schöneich und Lina Ebert mit den Weihnachtsliedern "Alle Jahre wieder" und "Schneeflöckchen Weißröckchen". Ihr Lohn war der herzliche Beifall der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Das Lied "Christmas Time" bringt die Sehnsucht nach Harmonie und Frieden zum Ausdruck. "Carol of the bells" - der Klang der Glocken lädt dazu ein, alle Sorgen von sich zu werfen. Beide Lieder brachten Magdalena und Veronika Gottscholl mit ihrer Schwester Stephanie Hußlein (geb. Gottscholl) zu Gehör.

Wilhelm Pfister trug dann die Weihnachtsgeschichte vor, "wie man zum Engel wird". Der kleine Tim, der die Rolle als herzloser Wirt bei der Herbergssuche übernehmen musste, brachte es einfach nicht übers Herz, das herbergssuchende Paar Maria und Josef von der Schwelle zu weisen – was natürlich bei Maria und Josef in ihrer Rolle für Verlegenheit sorgte und das Publikum in atemloses Schweigen versetzte - und dies bei zwei Aufführungen. Bei der dritten Aufführung durfte er dann im Engelchor mitsingen. "Sein Halleluja war unüberhörbar", endete die Geschichte.

Der lustig-humorvollen Weihnachtsgeschichte folgten zwei weitere Liedbeiträge der Geschwister Gottscholl: "Mary Christmas everyone" und "Mary, did you know?". 

Eindrucksvoll war auch die Darbietung des Percussionensembles der Musikschule Schweinfurt "Wooden Voices". Die jungen Musikanten Felix Weid, Paul Stacher und Ben Fritsche boten mit ihren Xylophonen anspruchsvolle, abwechslungsreiche Rhythmen dar. Ihr Lehrer war Michael Albert. Christine Weidinger an der Orgel spielte Variationen zu Weihnachtsliedern.

Geehrt für 25 Jahre aktive Mitwirkung im Chor wurde Helga Weikert von Wolfgang Sittler, dem Gruppenvorsitzenden der Sängergruppe Schweinfurt-Land des Fränkischen Sängerkreises.

Wohl die wenigsten kannten das Instrument "Hang", auf dem Michael Albert weihnachtliche Improvisationen zur Aufführung brachte, bevor er auf der Marimba "My Lady white" zu Gehör brachte – ein Stück, das durch den weichen Klang der Holzklangstäbe zu Ruhe und Gelassenheit einlädt.

Die Gruppe "Cantabile" (Renate Kleider, Silvia Albert, Karl-Heinz Kleider, Thomas Skorapinski), die seit etwa zehn Jahren besteht, brachte eine abwechslungsreiche Mischung von gregorianischem Choral aus dem 10. Jahrhundert über traditionelle Weihnachtslieder bis hin zu Spirituals zur Aufführung. Das Glanzlicht zum Schluss des Konzertes setzte der Chor Belcanto mit vier Liedvorträgen mit Themen rund um die Weihnachtszeit.

Der Dank von Pfarrer Thomas Amrehn, der durch das Programm geführt hatte, galt den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen, die dieses Konzert ermöglicht hatten, und so mithalfen, Gutes zu tun. Der Priester lud ein zu großzügigen Spenden, denn der Erlös kommt Pfarrer Silverius Mwingira in Tansania zugute. Der Seelsorger wird auch im Sommer 2020 wieder als Urlaubsvertretung kommen. Er kann mit diesem Geld jungen Menschen eine Perspektive in ihrer Heimat geben: Sie bekommen eine Ausbildung und können sich eine Existenz aufbauen.

Nach dem Konzert waren alle eingeladen, sich am Lindenplatz noch weiter zu unterhalten. Familie Bernadette und Günter Göpfert mit weiteren Helferinnen und Helfern hatten vorgesorgt, dass auch an diesem Samstag Glühwein, Kinderpunsch und weitere Leckereien genossen werden konnten – wie an jedem Samstag im Advent. Dazu lädt die Brunnengemeinschaft schon seit vielen Jahren ein.

 

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