Auf dem Kibo wehte die Franken-Fahne

16.03.2006

Mainpost 16.3.2006

 

Auf dem Kibo wehte die Franken-Fahne

 

Stammheim Ein halbes Jahr planten die beiden Stammheimer, Rainer und Alexander Moller, bevor sie am 27. Januar 2006 das Flugzeug in Frankfurt Richtung Mombasa (Kenia) bestiegen. Ihr ehrgeiziges Ziel war die Besteigung des Kilimanjaro.

Der Vater 59 Jahre, der Sohn 29 zogen mit umfangreichem Gepäck los, denn um den Berg des Lichts zu besteigen. Dies ist notwendig, denn auf dem Weg zum Gipfel gilt es mehrere Klimazonen zu durchqueren. Zunächst den Tropenwald und die Savanne, dann das Hochgebirge, um zuletzt unter arktischen Verhältnissen den schneebedeckten Gipfel zu erreichen.

Nach zwei Badetagen in Mombasa am Indischen Ozean ging es weiter mit dem Flugzeug nach Moshi in Tansania. Auf 1850 Meter begannen die Vorbereitungen für die Besteigung. Mit der "Machame-Route", die als die die anspruchsvollste zum Gipfel gilt, hatten sich die beiden Unterfranken ein schwierigen Weg ausgesucht. Mit eigenem Führer, Träger und einem Koch ging es los, denn von nun an gab es nur noch Natur und nichts zu kaufen. Alles musste mit hoch geschleppt werden. Die Nacht verbrachte die Gruppe in kleinen Zwei-Mann-Zelten mit Schlafsack. Vier Tage dauerte der Aufstieg bis zum Gipfel, dem Uhuru-Peak und zwei Tage der Abstieg zurück nach Moshi.

Dünne Luft

Zu Beginn sah alles noch sehr einfach aus. Die erste Nacht im Machame-Camp auf 3000 Meter stellte die beiden vor keinerlei Probleme. Am zweiten Tag ging es zum "Shira-Plateau" auf 3840 Meter. Von hier aus hatte man schon einen sehr eindrucksvollen Blick auf den "Kibo", den Gipfel des schneebedeckten Kilimanjaro. Am dritten Tag, war das "Barranco-Camp" auf 4000 Meter Ziel der Tagestour. Dort verweilten sie einen Tag, um sich an die dünne Luft zu gewöhnen. Nun wurde es ernst: Der Gipfelsturm stand am fünften Tag Vater und Sohn bevor. Er wird beiden wohl ewig in Erinnerung bleiben.

Um Mitternacht begann der Aufstieg vom 4500 Meter hohen Basislager. Um genügend Licht zur Verfügung zu haben, trugen sie Stirnlampen zur Beleuchtung. Gegen die Kälte zogen sie extrem warme Kleidung an und so starteten sie ihr Abenteuer durch die eisige Nacht. Sechs bis sieben Stunden kämpften sie sich hoch. Die dünne Luft machte jeden Schritt zur Qual. Doch pünktlich zum Sonnenaufgang wurden sie für ihre Entbehrungen belohnt. Sie waren am Ziel, am Gipfel der Freiheit, dem "Uhuru-Peak" auf fast 6000 Meter Höhe angelangt.

Glücklich wurde die Franken-Flagge gehisst und ein kleiner Bocksbeutel mit Frankenwein durfte da natürlich auch nicht fehlen. Sie genossen das kurze Glück auf dem Gipfel des Kilimajaro, bevor es bergab zurück zum "Mweka.Camp" . Nach sechs Tagen endete das Abenteuer im Hotel in Moshi.

Für Vater und Sohn wird diese Tour immer in Erinnerung bleiben. Und gelernt haben die beiden auch etwas. Denn nach diesen Anstrengungen wissen sie um die Bedeutung des Kisuaheli-Wortes "pole, pole". Es bedeutet "langsam, langsam".

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