Auf zur letzten Ratschen-Runde

23.04.2019

Mainpost 23.04.2019

 

Lindach

Auf zur letzten Ratschen-Runde

Eine anstrengende Karwoche ging für die Lindacher Ministranten und Leierkinder mit dem so genannten Ave-Leiern am Karsamstag zu Ende. Begonnen hat das Kartagsleiern mit dem Avemaria am Gründonnerstag nach dem Abendmahlgottesdienst. Seine Fortsetzung fand es am Karfreitag in der Frühe um sechs Uhr mit dem Engeldesherrnleiern, anschließend durften die Ratschenkinder die Gläubigen zum Jugendkreuzweggottesdienst um 9 Uhr einladen.

Mit dem Elf- und dem Zwölfuhrleiern ging die Ratschenschlacht weiter, ehe die Kinder die Kirchenbesucher um 15 Uhr wiederum zur Karfreitagsliturgie zusammentrommelten. Um 18 Uhr versammelte man sich schon wieder zum Aveleiern. Danach trafen sich die Ministranten und ihre Betreuer auf dem Dorfangerplatz zum Judasfeuer, wo zum Wohle der Ministrantenkasse ein Ausschank für die ganze Dorfbevölkerung erfolgte.

Der Karsamstag war für die Leierer dann etwas weniger stressig. In der Frühe leierte man wiederum das Avemaria. Anschließend durften die Ministranten ihren gerechten Lohn zusammenleiern. Sie zogen nun von Haus zu Haus, um ihren Spruch aufzusagen: „Wir haben geleiert für's heilige Grab und bitten um eine milde Gab'!“ Selbstverständlich gingen sie hier nicht leer aus, denn sie bekamen in jedem Haus entweder eine Schachtel Eier oder Geldstücke, manchmal sogar beides.

Nach dem Verteilen der guten Gaben erfolgte wiederum das Elf- , das Zwölf- und das Zweiuhrleiern, ehe die diesjährige Leierkampagne mit dem Aveleiern um 18 Uhr  zu Ende ging, weil in diesem Jahr am Karsamstag kein weiterer Gottesdienst im Straßenangerdorf mehr stattfand. Sicherlich finden es die meisten Leute gut, wenn in den Dörfern dieser schöne Kartagsbrauch auch weiterhin lebt und erhalten bleibt.

 

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