Ausbau Kreisstraße SW 40: Was geschieht mit der Baumallee?

05.09.2020

Mainpost 05.09.2020

Herlheim

Ausbau Kreisstraße SW 40: Was geschieht mit der Baumallee?
Im Juli begann der Ausbau der Kreisstraße SW 40 zwischen Herlheim und Alitzheim, unter anderem wird die Fahrbahn verbreitert. An einer Stelle sind aber Bäume im Weg.
Eigentlich ganz einfach: Wenn man eine Straße verbreitern möchte, aber ein Baum im Weg ist, dann fällt man den Baum. Nein, ganz so einfach ist es allein aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht, schon gar nicht, wenn nicht nur ein Baum im Weg ist, sondern gleich eine ganze Allee.

Nachdem im Juli dieses Jahres der Abschnitt auf der Kreisstraße SW 40 zwischen Herlheim und Alitzheim durch das Landratsamt des Landkreises Schweinfurt offiziell zum Ausbau freigegeben worden war, hat sich ein Main-Post-Leser an die Redaktion gewandt. Die Straße wird laut den Plänen des Landratsamtes auf einer Streckenlänge von 2715 Metern von unten neu aufgebaut und verbreitert. Links der Fahrbahn (aus Blickrichtung Alitzheim) entsteht außerdem ein neuer Radweg von 1890 Metern Länge. Der Main-Post-Leser hatte nun einige Wochen nach Baubeginn beim Betrachten der Baustelle festgestellt, dass die abgetragene Trasse von Alitzheim bis zur Allee kurz vor Herlheim "um ein Vielfaches breiter ist, als die Trasse in der Baumallee".

Baumallee beseitigen oder Verkehrsprobleme heraufbeschwören?

Weil aber das Landratsamt erklärt hatte, dass die Baumallee schützenswert sei und erhalten werden soll, fragte sich der Leser, wie dort denn nun die Straße verbreitert werden könne? Er befürchtete, dass entweder die Baumallee nun doch beseitigt werden muss oder dass an der Stelle, an der die verbreiterte Straße auf die Allee trifft, eine Engstelle entsteht, "die früher oder später zu Verkehrsproblemen führen wird".

Das Landratsamt teilt diese Sorgen nicht. Weder sei geplant, die Baumallee zu beseitigen, noch seien Verkehrsprobleme wegen einer Engstelle zu erwarten, heißt es von Seiten der Behörde. "Dieser Ausbaumaßnahme liegt eine Fahrbahnbreite von sechs Meter zugrunde, welche durch das aktuelle Regelwerk vorgegeben ist", erläutert Uta Baumann, Pressesprecherin des Landratsamtes. Die Bankette hätten zudem eine Regelbreite von 1,50 Meter, hinzu kämen noch die beidseitigen Entwässerungsgräben und der straßenbegleitende Geh- und Radweg mit einer Breite von drei Meter. "Dies ist auch der Grund, warum die abgetragene Trasse vor der Allee derzeit so breit erscheint. Nach Baufertigstellung relativiert sich dies wieder", teilt Baumann mit.

Lediglich 50 Zentimeter Differenz

Bedenken bezüglich zukünftiger Verkehrsprobleme aufgrund einer Engstelle im Bereich der Allee seien unbegründet. "Die Straßenbreite im Bereich der Allee beträgt etwa 5,50 Meter. Im Bereich der freien Strecke wird, wie bereits erwähnt, durch den Vollausbau eine Straßenbreite von sechs Meter erreicht." Die Differenz betrage somit lediglich 50 Zentimeter, welche im Straßenbau im Bereich von Anschlüssen oder Übergängen nicht immer vermeidbar und auch nicht unüblich sei. "Wir sehen demnach hinsichtlich der gering unterschiedlichen Straßenbreiten keine Verkehrssicherheitsdefizite", erklärt Baumann.

Und freilich, die Baumallee bleibt bestehen: "Der Landkreis Schweinfurt legt großen Wert auf die Erhaltung schützenswerter Natur wie der Arche-Noah-Allee bei Herlheim", teilt Baumann weiter mit. Deshalb werde in diesem Bereich lediglich ein Deckenbau durchgeführt, um die

 

bestehenden Straßenschäden zu beseitigen. Durch diese Unterhaltungsmaßnahme sei es möglich, die Allee zu erhalten und den Straßenzustand der gesamten Strecke zwischen Alitzheim und Herlheim qualitativ gleichwertig herzustellen.

Zu den News