Betonglasfenster in der Leichenhalle von Gustl G. Kirchner?

16.05.2018

Mainpost 16.05.2018

GERNACH
Betonglasfenster in der Leichenhalle von Gustl G. Kirchner?

Der Bau des Leichenhauses wurde vom Gemeinderat am 3. Juli 1968 beschlossen. Im Jahr 1970 konnte es fertiggestellt werden und wurde am 14. Juli 1970 kirchlich gesegnet“. So ist es in dem von Hugo Hetterich geschriebenen Heimatbuch „Gernacher Geschichte und Geschichten“ zu lesen.

Nicht bekannt ist jedoch, von wem das Glasfenster an der Stirnseite im Inneren des Leichenhauses stammt. Der Stil des Kunstwerks lässt vermuten, dass Gustl G. Kirchner der Künstler ist, der dieses Werk geschaffen hat, denn das Betonglasfenster zeigt stilistische Ähnlichkeiten mit anderen Werken des Künstlers, etwa der Friedhofskapelle in Siegendorf oder dem runden Betonglasfenster der Aussegnungshalle in Sennfeld „Die Verheißung des Paradieses“, die in den Schweinfurter Museumsschriften 95/2001, herausgegeben von Dr. Erich Schneider beschrieben werden.

Gustl Kirchner (1920 bis 1984) hat viele Kunstwerke in der näheren und weiteren Umgebung geschaffen. Nachforschungen in den Archiven der Gemeinde Kolitzheim und an anderen Stellen waren bisher nicht erfolgreich. Vielleicht kann ein Zeitungsartikel über die kirchliche Segnung in den Tiefen der Archive Gewissheit verschaffen - oder andere Quellen können Auskunft geben?

Für Pfarrer Thomas Amrehn war die „Neuentdeckung“ der Qualität und Aussagekraft dieses Kunstwerkes jedoch Anstoß, das Gernacher Leichenhaus künftig auch für Gottesdienste zu nutzen. Es zeigt in eindrucksvoller Darstellung, wie Gott die Schöpfung aus seinen machtvollen Händen entlässt, und wie in einer aufsteigenden Bewegung die Werke Gottes auch wieder zu ihm, in seine Hände zurückkehren - eine Bewegung, die auch den Weg des Menschen von Gott ausgehend, wieder zu ihm zurück führt, geborgen vom Anfang des Lebens bis zum Tod in Gottes liebevollen Händen.

Da die Trauerhalle im Besitz der Gemeinde Kolitzheim ist, lud Pfarrer Amrehn die beiden örtlichen Gemeinderäte, Dieter Dietz und Reinhard Heck zu einer Ortsbegehung ein. Die beiden Gemeinderäte stimmten der gottesdienstlichen Nutzung des Leichenhauses gerne zu, ebenfalls stellvertretender Bürgermeister Martin Mack, in Vertretung des Bürgermeisters Horst Herbert.

Der erste Gottesdienst in der Gernacher Trauerhalle soll am Sonntag , 27. Mai um 10.15 Uhr stattfinden. Es ist auch an weitere Gottesdienste in der Trauerhalle gedacht.

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