Bischof Jung weihte den Altar in der St. Stephan-Kirche

01.04.2019

Mainpost 01.04.2019

Kolitzheim

Bischof Jung weihte den Altar in der St. Stephan-Kirche

Viele Kolitzheimer waren in die festlich geschmückte St. Stephan-Kirche in Kolitzheim gekommen, um die feierliche Altarweihe, die Bischof Franz Jung vornahm, mitzufeiern. Mitgestaltet wurde der Festgottesdienst vom Chor unter Leitung von Norbert Kraus und Kantor Arno Pohli. Pfarrer Andreas Engert hatte den Bischof und die Ehrengäste, an ihrer Spitze Landrat Florian Töpper, stellvertretende Landrätin Christine Bender, Bürgermeister Horst Herbert, Kirchenpfleger Markus Bauer und die anwesenden Geistlichen begrüßt. Er freute sich, dass die drei Jahre Renovierungszeit mit der feierlichen Altarweihe ihren krönenden Abschluss finden.

 Der Bischof erinnerte zu Beginn des Gottesdienstes daran, dass mit dem Sonntag "laetare" die Hälfte des Weges zum Osterfest zurückgelegt sei. Die Weihe des Altars sei ein besonderer Anlass der Freude. In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die fünffache Bedeutung des Altars: Gott lädt an den Tisch des Mahles ein - "auch in Situationen, in denen man ganz unten angekommen ist." Man könne den Altar verstehen als Symbol für Jesus Christus. Jesus wurde gesalbt mit dem Heiligen Geist – daher wird auch der Altar mit Chrisam gesalbt, erläutert der Bischof die Symbolhandlung der Salbung.

Der Altar ist auch das Zeichen der Versöhnung und der Erlösung: "Gott lässt den Menschen nicht in der Verlorenheit. Er kommt in die Welt, um die Schuld der Welt auf sich zu nehmen und sie so in neues Leben zu verwandeln." Das auf dem Altar an fünf Stellen entzündete Weihrauchfeuer ist Sinnbild für die Hingabe Jesu.

Reliquien in den Altar eingefügt

Der Altar wird nach der Weihe mit einer Decke "bekleidet" als Zeichen für einen Neubeginn, der auch in unserem Leben durch Kleidung dargestellt wird: vom Taufkleid bis zum Erstkommunionkleid und zum Hochzeitskleid mache man sich durch Kleidung bewusst, dass eine neue Etappe des Lebens beginnt. Schließlich soll der Altar Aufforderung sein, die Erfahrung der Liebe Gottes in die Welt zu tragen, Verantwortung für die Welt zu übernehmen.

Nach der Ausrufung aller Heiligen in der Allerheiligenlitanei setzte der Bischof das Behältnis mit den Reliquien der Heiligen Fausta,  des Heiligen Felix von Rom, des Heiligen Hadrian von Nikomedia und des seligen Engelmar Unzeitig mit Unterstützung des Künstlers Matthias Engert, der das Reliquiar gestaltet hatte, im Altar bei. Danach segnete der Bischof den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisam.

Kirche als Wahrzeichen des Dorfes

An fünf Stellen des Altars wird ein kleines Feuer aus Weihrauchkörnern entzündet. Nach dem feierlichen Weihegebet wird der Altar von den Resten des Feuers gereinigt, und zum ersten Mal werden die Kerzen auf dem Altar für die Feier der Eucharistie entzündet. Das Feuer wird von der Osterkerze genommen – Symbol dafür, dass der auferstandene Jesus das Licht der Welt ist. Während des Gottesdienstes wird das Ewige Licht an der Osterkerze entzündet. Es ist Symbol für den Glauben, dass Gott die Menschen nie verlässt.

Bürgermeister Horst Herbert erinnerte daran, dass die Kirche zwar eine Institution sein, aber vor allem ein Ort der Begegnung mit Gott. Sie sei Ort der Verkündigung, Wahrzeichen eines Dorfes und  Kulturgut, seien die Kirchen doch oft die ältesten Gebäude am Ort. Daher sehe sich die politische Gemeinde in der Verantwortung, bei der Pflege mitzuhelfen. So habe die Gemeinde ein Drittel der Baukosten übernommen.

Die Veränderungen in der Gestaltung des Kirchenraumes entsprächen dem modernen Zeitgefühl. So könne man sich über die Kirche als "gelungenes Gesamtkunstwerk" freuen, sie sei "ein Schmuckstück der Gemeinde." Sein Dank galt allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Als Aufsichtsratvorsitzender der VR-Bank Gerolzhofen-Unterspiesheim überreichte er einen Scheck von 2000 Euro an Pfarrer Andreas Engert und Kirchenpfleger Markus Bauer.

Nicht vorhersehbare Schäden bei der Renovierung

Landrat Florian Töpper überbrachte den Dank und die Glückwünsche des Landkreises. Er hob das gute Miteinander von politischer und kirchlicher Gemeinden hervor. Gemeinsame Aufgabe von Politik und Kirche auf Landkreisebene sei es, den "Fliehkräften" in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Sein Dank galt allen, die bei der Renovierung mitgeholfen haben, und der politischen Gemeinde, die erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt habe.

Architekt Benedikt Gerber erinnerte daran, dass man fast auf den Tag genau vor drei Jahren mit der Renovierung begonnen habe, indem man die Kirchenbänke entfernt habe. Sein Büro sei schon seit rund viereinhalb Jahren mit der Kirchenrenovierung beschäftigt. Man sei auf nicht vorhersehbare Schäden gestoßen, Schimmel sei an unvermuteten Stellen aufgetaucht, die Stuckdecke sei akut bedroht gewesen. Er bedankte sich bei allen, die ehrenamtlich geholfen hatten, besonders der "Rentnergang" mit Alfred Friedl.

Ein besonderes Kompliment galt Pfarrer Andreas Engert: "Er war der erste Priester, von dem ich einen selbst gebackenen Kuchen bekommen habe." Zum Abschluss lud Bürgermeister Horst Herbert den Bischof ein, sich ins goldene Buch der Gemeinde Kolitzheim einzutragen. Der letzte Bischof sei vor etwa 40 Jahren in Kolitzheim gewesen. Bischof Franz müsse nicht so lange warten, bis er wiederkomme, meinte er mit einem Augenzwinkern. Nach dem Gottesdienst war noch Gelegenheit, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen. Der musste allerdings recht schnell weiter: Als Bischof des benachbarten Bistums wollte er an der Weihe des neuen Bischofs in Fulda am Nachmittag teilnehmen.

 

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