Breitband ist in Stammheim das Thema

01.03.2016

Mainpost, 01.03.2016

 

STAMMHEIM

Breitband ist in Stammheim das Thema

Die Versorgung mit Breitband für schnelles Internet war das beherrschende Thema bei der Bürgerversammlung in Stammheim.

Nach seinem Rechenschaftsbericht über den aktuellen Stand in der Großgemeinde Kolitzheim (wir berichteten) fand Bürgermeister Horst Herbert eingangs der Versammlung sehr viel lobende Worte für die vielen Aktionen gegen die Partei „Die Rechte“. Der Widerstand gegen deren Ansiedlung unter dem Motto „Stammheim ist bunt und nicht braun“ hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

„Es ist uns allen gemeinsam gelungen, etwas zu verhindern, woran wir anfangs nicht gedacht haben, es auch verhindern zu können“. Es werde wohl nicht mehr viel passieren, was das Bestreben der Partei betraf, sich in Stammheim niederlassen zu können.

Auch von der Besitzerin des Gebäudes, in dem die Parteizentrale installiert werden sollte, „haben wir nichts mehr gehört“. Der Bürgermeister bedankte sich ausdrücklich bei all denjenigen, „die gemeinsam mit mir in vorderster Front gegen die Rechten gekämpft haben“.

Es sei ein „großes Gemeinschaftserlebnis, und es waren viele dabei, die sich mit uns gegen rechtes Gedankengut durchgesetzt haben“. Insbesondere hob der Bürgermeister Gerd Völk und Burkhard Krapf hervor und sprach ihnen, stellvertretend für alle Stammheimer, seinen Dank aus.

In der Diskussion stand im Sportheim des SV Stammheim bei den gut 90 Bürgern das Thema „Breitband“ im Mittelpunkt. Vor allem das schnelle Internet via Glasfaserkabel ist bei den Stammheimern hoch begehrt. Bernhard Moller wollte wissen, ob die Gemeinde nicht schon mal die entsprechenden Rohre an die Telekom (der einzige Bewerber für Breitband in Stammheim) vermieten könne. Leerrohre für Glasfaserkabel würden bei Neubaugebieten schon mit eingebaut werden, antwortete Herbert, „jeder Häuslebauer bekommt die Glasfaserleitung in sein Grundstück verlegt“. In bestehenden Baugebieten könne das schwierig werden, „da muss dann die Straße aufgerissen, Kabel verlegt und die Straße wieder hergerichtet werden, das ist mit hohen Kosten verbunden, auch für die Anwohner“.

Dass die Gemeinde das schnelle Internet braucht, war für den Bürgermeister keine Frage. Es werde halt nur seine Zeit dauern, „dieses Thema wird uns einige Jahre beschäftigen, und der Gemeinde sind die Hände gebunden“.

Hinsichtlich des Neubaugebietes wollte Peter Prowald wissen, ob es bereits Interessenten gebe. Es gebe noch keine Zeitplanung, so der Bürgermeister, „wir sind noch in der Haushaltsberatung, und ein Knackpunkt ist, dass vor der Erschließung eine Regenrückhaltung und somit eine Entwässerung notwendig ist“. 17 Grundstücke sind geplant, 15 Anfragen lägen bereits vor.

Allerdings müsse die Gemeinde auch etwas gegen die Leerstände in den Orten machen, was von den Behörden auch angemahnt werde. „Wir bekommen das immer als Einwendungen geschrieben, und dann nehmen wir halt Stellung dazu“, so Herbert, „letztlich hat die Gemeinde die Planungshoheit.“

Ein Problem könne es geben, wenn sich die Plätze der Arztpraxen verkleinern würden. Eine Ärztin verlässt Stammheim und lässt sich in Volkach nieder. Dadurch sei aber der Arztplatz an sich noch nicht vergeben, das würde erst am 1. April nächsten Jahres der Fall sein. „Wir kümmern uns, dass die ärztliche Versorgung weiterhin sichergestellt ist“, versprach der Bürgermeister.

Und auch die Ordnung auf dem Friedhof (der teilweise Hanglage aufweist), die von Renate Brendel moniert wurde, will der Bürgermeister wieder herrichten lassen.

Zu den News