Der Franke in 40 000 Flaschen

18.02.2006

Mainpost 18.2.2006

 

Der Franke in 40 000 Flaschen

 

Zeilitzheim/Donnersdorf "Unser Ziel war von Anfang an, einen frischen, spritzigen Wein anzubieten, der Frankenweinliebhaber, vor allem junge Leute, anspricht. Er soll beim Trinken Spaß machen und Lust auf ein zweites oder drittes Glas. Er soll die fränkische Antwort auf die Pinot-Grigio-Trendwelle aus Frankreich und Italien sein", sagt Reiner Mößlein (Zeilitzheim). Der 50-jährige Winzermeister ist Vorsitzender der Winzergruppe "der Franke", eines Zusammenschlusses von neun Weinbaubetrieben zwischen Röttingen im Taubertal, der Mainschleife und Knetzgau am Steigerwald.

 

Gegründet wurde die Gruppe "der franke", eine Untergruppe des Verbandes "Fränkisches Gewächs" (Zusammenschluss der selbstvermarktenden Weinbaubetriebe Frankens) im Jahr 2003. Bei einem Seminar in der Rhön schlossen sich sieben Winzerbetriebe, davon aus dem Landkreis Schweinfurt die von Reiner und Ursula Mößlein (Zeilitzheim) sowie Robert und Doris Krüger (Donnersdorf), zusammen. "Wir wollten etwas Neues machen, eine Ergänzung des traditionellen Bocksbeutels mit einem Wein mit moderner Ausstattung, einem Wein, kalt vergoren, frisch, lebendig. Wir wollten weg vom alten Frankenwein-Image mit den verschnörkselten Etiketten", erinnern sich Reiner Mößlein und Robert Krüger (50).

"Tendenz steigend"

Die sieben Gründungsmitglieder - ein Betrieb aus Sommerach und ein Betrieb aus Volkach kamen später dazu - waren sich schnell einig, pro Jahr drei Weine, abgefüllt in schlanke Bordeaux-Flaschen und mit modernen Etiketten, auf den Markt zu bringen. Der Anteil von Wein der Trendlinie "Der Franke" macht bei den Mitgliedsbetrieben laut Mößlein und Krüger inzwischen etwa 15 bis 20 Prozent ihres Weines aus, "Tendenz steigend", wie Mößlein und Krüger hinzufügen.

Die Gruppe setzt beim Wein der Produktlinie "der Franke" auf Ertragsreduzierung (maximal 70 Hektoliter pro Hektar), auf gesundes, vollreifes Traubengut und auf eine langsame, kühle Vergärung, die die Fruchtaromen gut zur Geltung bringt. Dem junge Zielpublikum entsprechend kommt "der Franke" in Bordeaux-Flaschen auf den Markt. Es gibt ihn als trockenen frisch-fruchtigen Müller-Thurgau, als feinen, erfrischenden Silvaner und fruchtigen, beerenaromatischen Rotwein-Cuvee. Müller-Thurgau und Silvaner werden in Weißglas gefüllt, der Rotwein in massongrünen Bordeauxflaschen.

Jede Sorte ist an der Etikettenfarbe zu erkennen: dunkles Blau signalisiert Müller-Thurgau, leuchtendes Gelb Silvaner und Rot den Rotwein-Cuvee. Auf dem großen bunten Punkt des Etiketts steht "der Franke" mit dem kleiner gedruckten Zusatz "... im Kreise guter Freunde". Darunter informiert das Etikett über die Sorte. Jahrgang, Lage, Weingut und Prüfnummer sind einem weiteren Etikett auf der Rückseite der Flasche zu entnehmen. Alle Weine haben Schraubverschluss.

"2004er sehr gut gelaufen"

Dass das Weinsortiment "der Franke" gut ankommt, beweisen die Verkaufszahlen. Begann die Gruppe mit dem Jahrgang 2003 mit etwa 20 000 Flaschen, so sollen es heuer laut Reiner Mößlein schon 40 000 sein.

"Es ist Zeit, dass der neue 'der Franke' am 1. März heraus kommt, denn der 2004er ist sehr gut gelaufen. Silvaner und Roter Cuvee sind längst verkauft. Vom Müller-Thurgau haben wir nur noch einen kleinen Restbestand. Auch bei den anderen Winzern ist das so", sagt Mößlein. Er ist sich sicher, dass die enormen Steigerungsraten des Weinsortimentes "der Franke" auch in den nächsten Jahren Bestand haben werden. "Unser Ziel ist, bald einen Marktanteil von 100 000 Flaschen zu haben".

Daten & Fakten

Neun Mitglieder
Zur Gruppe "Der Franke" haben
sich neun Weinbaubetriebe aus
dem Bereich Maindreieck zu-
sammengefunden. Ihr gemeinsa-
mes Credo: Das fränkische Terroir
hat alles, was es für einen jungen,
modernen, begeistern frischen
Wein braucht - man muss das
Potenzial nur aufgreifen und ent-
wickeln. Der Winzergruppe ge-
hören die Weinbaubetriebe Edith
und Michael Blendel (Escherndorf),
Ulrike und Udo Engelhardt (Röttin-
gen), Tanja und Peter Götz (Zell
am Ebersberg), Doris und Robert
Krüger (Donnersdorf), Ursula und
Reiner Mößlein (Zeilitzheim), Birgit
und Roland Sauer (Nordheim),
Julia und Markus Schneider (Volk-
ach), Eleonore und Arthur Then
(Sommerach) und Regina und
Franz Voll (Escherndorf) an.
Weitere Informationen im Internet
www.der-franke.com

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