Der Schwenk nach oben

23.03.2007

Mainpost 23.3.2007

 

Der Schwenk nach oben

 

LINDACH Gegen Herlheim/Zeilitzheim will der FCL den nächsten Schritt in Richtung Kreisliga tun.

Beim FC Lindach ist die Welt noch in Ordnung. Wo andernorts Klubs über Spielerschwund oder Desinteresse am Vereinsleben klagen, herrscht am Schorn echte Aufbruchstimmung. Der FCL scheint so stark wie seit den seligen Achtzigern nicht mehr, als man sich acht Jahre lang in der Bezirksliga halten konnte.

Erst vor drei Jahren in die Kreisklasse 2 aufgestiegen, bereitet sich Spielertrainer Holger Viehmann mit seinen Jungs auf den nächsten Coup vor. Drei Punkte fehlen nur zum Relegationsplatz – und jetzt geht es gegen den Tabellenzweiten SV Herlheim/Zeilitzheim. „Die liegen uns“, hofft Abteilungsleiter Alfred Schwenk (49) auf die Fortsetzung der imposanten Heimserie (noch keine Niederlage) und mindestens 250 Zuschauer. Sein Erfolgsrezept: „Wir müssen nur die Herlheimer Stürmer ausschalten.“

Das sollte den Lindachern gelingen, denn die Abwehr ist das Prunkstück des Tabellendritten: Manndecker Martin Schmitt räumt alles aus dem Weg, und wer es doch bis vors Lindacher Tor geschafft haben sollte, verzweifelt an Keeper Joachim Kern (oder dessen vorzüglichem Vertreter Stefan Hellert). Damit nicht genug: „Staubsauger“ Alexander Lenhart glänzt als bester Torschütze (sieben Treffer), Stratege Tobias Endres zieht im Mittelfeld die Fäden (und wird jedes Jahr von der Konkurrenz heftig umworben). Vor allem aus den Familien Seger (drei Mann), Hellert (drei) und Schmitt (zwei) speist sich der „neue FCL“. Was fehlt, ist ein echter Torjäger, „aber ich bin an zwei, drei Mann dran“ (Schwenk).

Der Diplom-Kaufmann steuert seit acht Jahren die fußballerischen Geschicke des FCL – „im Hintergrund“, wie er sagt. Erlebt hat er einiges: das sportliche Hoch in den goldenen Achtzigern (als Spieler), die Fast-Abmeldung vom Spielbetrieb in den tristen Neunzigern. Der aktuelle Aufschwung ist für ihn kein Zufall: „Die Mannschaft spielt seit fünf, sechs Jahren praktisch in derselben Besetzung, die Altersstruktur ist ideal.“ Zwölf Mann aus dem 18er-Kader sind zwischen 24 und 26, die Nachwuchs-Arbeit läuft (auch dank der Kooperation am Projekt JFG Altmain Schorn) glänzend. Schwenk: „Wir haben die nächsten zehn Jahre keine Probleme, ein ordentliches Team zusammen zu stellen.“ Für ihn ein ganz entscheidendes Argument für die Attraktivität des Fußball-Standortes Lindach: „Den Jungs muss bewusst werden, welche sportlichen Möglichkeiten sie hier haben.“ Und damit meint er nicht nur den anvisierten Aufstieg in die Kreisliga.

 

 

 

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