Dürre trifft auch den Maschinenring

05.03.2016

Maipost 07.03.2016

HERLHEIM

 

Dürre trifft auch den Maschinenring

 

Das Dürrejahr 2015 hat sich auch auf die Bilanz des Maschinen- und Betriebshilfsrings Gerolzhofen ausgewirkt. Die mäßige Zuckerübenernte löste einen Rückgang beim Verrechnungswert im Bereich Transport um mehr als die Hälfte von 1,567 Millionen Euro in 2014 auf 728 000 in 2015 aus. Das berichtete Geschäftsführer Michael Mikus in der außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung in der Herlindenhalle.
An zweiter Stelle bei der Maschinenvermittlung folgt bereits der Weinbau. Hier stieg der Verrechnungswert von 630 000 auf 688 000 Euro. Deutlich zurück ging die Zahl aus genanntem Grund dann wieder bei der Hackfruchternte, nämlich von 568 000 auf 341 000 Euro. Zusammen mit den kleineren Posten sanken die Verrechnungswerte von 5,13 Millionen auf 3,59 Millionen Euro (30 Prozent).
Auch bei der Betriebshilfe gab es einen deutlichen Rückgang. Hier liegt der Verrechnungswert nur noch bei rund 726 000 Euro (im Jahr davor 1,06 Millionen). Das drückt sich auch in der Zahl der Einsatzstunden aus: nur noch knapp 52 000 statt vorher gut 77 000. Die Auswertung umfasst die soziale und die wirtschaftliche Betriebshilfe sowie die Bauhilfe. Die hauptberufliche Dorfhelferin Manuela Feldhäuser leisteten in zwölf Einsätzen 652 Stunden.
Der Maschinenring hat zurzeit genau 800 Mitglieder, die eine Fläche von 28 212 Hektar bewirtschaften.
In seinem allgemeinen Rückblick ging Michael Mikus auf die Verabschiedung seines Vorgängers Roland Kukoll ein, der 40 Jahre lang für den Maschinenring im Einsatz war.
Im September besuchte eine Maschinenring-Delegation aus Schweden die Gerolzhöfer Kollegen, um sich über die Maschinenvermittlung und Lohnarbeiten im Weinbau hierzulande zu informieren. In Zusammenarbeit mit Landtechnik Geyer aus Unterspiesheim gab es eine Fahrt zur Agritechnica in Hannover.

Die Zuckerübenanbau- und Rodegemeinschaft hat derzeit 145 Mitglieder, die 2015 genau 737 Hektar rodeten. Die Lade- und Maschinengemeinschaft Zeil-Ost (LMZ) transportierte für 910 Zuckerrübenanbauer 183 000 Tonnen Zuckerrüben. Das entspricht 7387 Lkw-Ladungen. 174 Fahrer und 13 Mausfahrer waren in der Kampagne im Einsatz.
Der Ring der Familiendienstleistungen war mit neun Helferinnen bei 39 Familien außerhalb der Landwirtschaft im Einsatz.

Die Maschinenring Service GmbH übernimmt gewerbliche Aufträge wie Winterdienst oder kommunale oder private Grünflächenpflege. Hier erzielte der Maschinenring einen Umsatz von rund 244 000 Euro mit 38 Auftragnehmern. Das ist ein Plus von 25 Prozent.

Die Biogasanlage Oberspiesheim mit der Bioenergie Oberspiesheim GmbH & Co.KG als Betreiber produzierte 2015 genau 10 748 Megawatt Strom, 8152 Megawatt Wärme für eine benachbarte Großgärtnerei und 253 Megawatt für die Hackschnitzeltrocknung. 27 Landwirte „fütterten“ die Anlage mit 611 Tonnen Mais und 1370 Tonnen Mist. Dazu kamen 23 279 Tonnen nachwachsende Rohstoffe.

Im Jahr 2016 will der Maschinenring den Mitglieder einen PC mit schnellem Internet für den „Mehrfachantrag Online“ in der Geschäftsstelle in Gerolzhofen bereitstellen und über den Ausbau von Zuverdiensten im gewerblichen Bereich informieren.
Der Ring möchte darüber hinaus Anstellungsmöglichkeiten für Betriebshelfer schaffen und eine Verbundberatung anbieten, um Maschinenkosten zu senken.

Eingangs beklagte Vorsitzender Karl-Johann Wehner die anhaltend schlechten Preise bei Getreide, Milch und Fleisch. Das führe zu schlechten wirtschaftlichen Ergebnissen und als Konsequenz zu immer schlagkräftigerer Technik in der Landwirtschaft. Wehner riet den Mitgliedern dringend, die Beratung des Maschinenrings in Anspruch zu nehmen, bevor es zu spät ist. Der Niedergang eines Betriebs könne ganz schnell verlaufen.

Alle Märkte sind problematisch

Wehner stellte schließlich den Landwirtschaftsmeister Alexander Bönig aus Unterspiesheim als neuen Mitarbeiter im Team des Maschinenrings vor.

Mittlerweile seien alle Märkte in der Landwirtschaft problematisch, auch der der Zuckerrübe, die bisher immer eine Stütze der regionalen Landwirtschaft war, sagte Joachim Dömling vom Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt. Hier fehlen die EU-Prämien, was aber nicht beeinflussbar sei. Sehr wohl zu beeinflussen seien aber die Flächenpreise bei der Pacht, die in den Augen von Dömling viel zu hoch liegen.

Ein Rübenbauer mit sechs Hektar werde in Zukunft wohl 4000 bis 5000 Euro weniger Jahresertrag haben, prognostizierte Dömling. In einer solche Phase steige die Bedeutung eines Maschinenrings. Der Gerolzhöfer Ring habe noch Potenzial, etwa bei der Bodenbearbeitung.

Den Kassenbericht legte Alexander Nicklaus vor. Er weist einen Jahresüberschuss von 356 716 Euro aus. Den Haushalt für 2016 mit Einnahmen von 283 500 Euro und Ausgaben von 277 000 Euro nahm die Versammlung einstimmig an.

 

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