Ein Jubelpaar mit vielen Ämtern

02.05.2006

Ein Jubelpaar mit vielen Ämtern

 

Gernach (ES) Heute, 2. Mai, feiern Erna und Lothar Weilhöfer ihre Goldene Hochzeit. Dankbar blicken sie auf ein erfülltes, arbeitsreiches Leben zurück. Mit ihnen feiern ihre vier Kinder und acht Enkelkinder.

 

Kennen gelernt haben sich die beiden Gernacher bei der Katholischen Jugend. Erna, 1934 geboren, war die Dritte in der Reihe der sieben Kinder des Ehepaares Ludwig und Antonia Pohli. Schon bald musste sie im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mithelfen, und ihr Berufswunsch, den sie als Kind hatte, nämlich Friseuse zu werden, konnte deshalb nicht Wirklichkeit werden.

Lothar, Jahrgang 1929, war der älteste von vier Geschwistern. Schon mit 15 Jahren stellte sich dem Jubilar die Aufgabe, den elterlichen Betrieb mit Milchkühen, Jungvieh und Ochsen zu führen.

Beide erinnern sich gerne an den Hochzeitstag und die Feier. Am Tag nach der Hochzeit habe gleich der Ernst des Lebens begonnen: man sei zum Hacken der Erbsen auf den Acker gegangen.

Das Rüstzeug für die Landwirtschaft hatte sich Lothar schon in den Winterhalbjahren 1948/49 und 1949/50 auf der Landvolkhochschule Münsterschwarzach geholt. Erna besuchte im Winter 1955/56 die Landwirtschaftsschule in Gerolzhofen.

Schon kurz nach ihrer Heirat übernahm Erna das Amt der Ortsbäuerin, das sie 33 Jahre lang ausübte. Auch das alljährliche Schmücken des Gernacher Osterbrunnens geht auf ihre Initiative zurück.

Lothar war 1952 Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Gernach geworden, und erweckte diesen Verein in den 14 Jahren, in denen er die Vorstandschaft innehatte, zu neuem Leben. 1953 wurde er in den Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Gernach gewählt, schon in dieser Zeit war er Aufsichtsratsvorsitzender geworden, ein Amt, das er auch nach den Fusionen mit Unterspiesheim und dann mit Gerolzhofen bis zum Jahr 1994 innehatte.

1966 wurde Lothar Weilhöfer zum Bürgermeister von Gernach gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1978 inne, als Gernach im Zuge der Gebietsreform zur Gemeinde Kolitzheim kam. Die Erschließung eines neuen Siedlungsgebietes und die Umlegung des Friedhofs sind zwei wichtige "Marksteine" seiner Amtszeit. Mit dem Amt des Bürgermeisters und vielen anderen Aufgaben, die er darüber hinaus noch innehatte - so war er Zuckerrübernschätzer, Schätzer für die Flurbereinigung, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und der Waldkörperschaft -, kamen vielfältige Anforderungen auf Lothar Weilhöfer zu, Anforderungen, die er ohne die Unterstützung seiner Frau nicht hätte bewältigen können.

Das Wichtigste, was sie sich wünschen ist Gesundheit: Beide sind froh, dass sie diesbezüglich nicht klagen müssen, und sie genießen den Garten an ihrem Haus, das sie zusammen mit Tochter Maria und deren Familie bewohnen. Freude macht es ihnen auch, im landwirtschaftlichen Betrieb ihres Sohnes Alban und dessen Familie mithelfen zu können. Lothar liebt es, im Naturschutz tätig zu sein; gerne geht er mit Gruppen von Kindern in den Wald und erklärt ihnen die Zusammenhänge des Lebensraumes dort. Das Lösen von Kreuzworträtseln ist sein Hobby, wenn er einmal nicht unterwegs ist, und Erna kocht und backt gern, und nicht nur die kleineren der acht Enkel kommen auch deshalb gerne zu Besuch zu Oma und Opa.

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