Ein Leben im Dienst der Bäuerinnen

12.09.2006

Nachruf

Die Gemeinde Kolitzheim nimmt in tiefer Trauer und in großer

Dankbarkeit Abschied von ihrer Ehrenbürgerin

 

Frau Maria Wiederer,

 

die uns im Alter von 84 Jahren für immer verlassen hat.

 

Aufgrund ihres jahrzehntelangen vielfältigen Einsatzes für das Gemeinwohl hat sie sich größte Verdienste erworben. Als engagierte Politikerin und als leidenschaftliche Kämpferin für die Belange der bäuerlichen Landwirtschaft setzte sie Maßstäbe.

Wir danken der Verstorbenen für ihre stets am Wohl ihrer Mitmenschen ausgerichteten Arbeit.

Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Gemeinde Kolitzheim

Horst Herbert

1. Bürgermeister

 

 

 

Mainpost 12.9.2006

 

Ein Leben im Dienst der Bäuerinnen

LINDACH (NOVO) Die ehemalige bayerische Landesbäuerin, Landtagsabgeordnete, Senatorin, Kreis- und Gemeinderätin und langjährige Kreisbäuerin Maria Wiederer ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Sie wird am Mittwoch, 13. September, nach dem um 14 Uhr beginnenden Trauergottesdienst in Lindach beigesetzt.

Am 9. Januar 1922 im Schwarzwald bei Singen am Hohentwiel geboren, lernte Maria Wiederer schon als Kind das ländliche Leben kennen. Auch die Politik nahm bereits damals einen festen Platz ein, waren doch Vater und Großvater über 30 Jahre lang Bürgermeister gewesen.

Im Hasslerhof, 15 Kilometer von der schweizerischen Grenze entfernt, wuchs sie mit drei Schwestern auf. Hier lernte sie auch Roman Wiederer kennen, der in der Nähe seine Ausbildung absolvierte. Ihm folgte sie 1945 jung vermählt nach Lindach. Zwei Jahre später wurde sie Kreisbäuerin. Von da an engagierte sie sich insbesondere für die Frauen im ländlichen Bereich. Die Mitbegründerin der Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbandes sorgte mit dafür, dass in vielen Gemeinden ein "Haus der Bäuerin" eingerichtet wurde. Auch im politischen Leben stand Maria Wiederer "ihre Frau". Als erste Frau und jüngstes Mitglied wurde sie 1950 in den Kreistag gewählt, dem sie 16 Jahre lang angehörte. 1972 wurde Maria Wiederer zur Bayerischen Landesbäuerin gewählt. Das Amt hatte Maria Wiederer bis 1987 inne. Maria Wiederer war 43 Jahre lang (bis 1991) sowohl Kreisbäuerin, zunächst in Gerolzhofen, später in Schweinfurt, als auch Bezirksbäuerin. Die Mutter von vier Kindern versorgte nicht nur ihre Familie und den Bauernhof, sondern wirkte auch in verantwortlicher Position in zahlreichen Gremien auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene mit. Sie gehörte zwölf Jahre für die CSU dem Bayerischen Landtag an, war sechs Jahre Mitglied des Bayerischen Senats, Vorsitzende der CSU-Frauen-Union, Vizepräsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, für 15 Jahre stellvertretende Diözesanvorsitzende der Katholischen Landfrauenvereinigung und ebenso lange stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Dorfhelferinnenschule.

Der Präsident des Unterfränkischen Bauernverbandes, Senator Karl Groenen, würdigte Maria Wiederer bei ihrer Ernennung 1996 zur "Ehren-Bezirksbäuerin als "eine Frau, die den größten Teil ihres Wissens, ihrer Erfahrung, Energie und Arbeitskraft für die Allgemeinheit eingesetzt hat". Während ihrer aktiven politischen Laufbahn hatte sich die Lindacherin nicht zuletzt für die Erhaltung des Krankenhauses in Gerolzhofen eingesetzt.

Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, den Bayerischen Verdienstorden und die "Goldene Ähre", die höchste Auszeichnung des Bayerischen Bauernverbands. Die Gemeinde Kolitzheim ernannte Maria Wiederer bereits 1982 zur Ehrenbürgerin. Um Maria Wiederer trauern besonders die vier Kinder mit ihren Familien und Anverwandte.

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