Eine Armada von neuen Traktoren

01.09.2006

Mainpost 1.9.2006

 

Eine Armada von neuen Traktoren

 

KOLITZHEIM Der Feldtag auf Hofgut Wadenbrunn wird jedes Mal gigantischer. 80 Hektar Ausstellungsfläche, 80 neu entwickelte Traktoren mit teils atemberaubender Technik, 80 ausstellende Firmen und eine unüberschaubare Vielzahl an Sorten von modernstem Saatgut, dazu geschätzte 40 000 Landwirte aus ganz Europa als Publikum.

Zur Eröffnung des Feldtags setzte sich eine wahre Armada aus Traktoren mit zusammen 20 000 PS auf einen Schlag in Bewegung und rollte fast Furcht einflößend auf Tausende von Besuchern zu. Viele Landwirte, die vielleicht nur ihren eigenen, in die Jahre gekommenen Schlepper von zu Hause kennen, kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und und betrachteten schier ungläubig, was da an modernster Maschinentechnik der Firma Agco/Fendt aus Marktoberdorf auf sie zu rollte.

Nach tagelangem Regen war fast auf die Minute rechtzeitig die Sonne erschienen. Der Boden war zwar noch weich, aber schon gut begeh- und befahrbar. "Unvorstellbar, was passiert wäre, wenn es so weiter geregnet hätte", freute sich Sepp Nuscheler, Pressesprecher von Agco/Fendt, über den pünktlichen Umschwung.

Die Flaggschiffe von Fendt sind die 220 bis 360 PS starken und bis zu 60 Stundenkilometer schnellen Modelle der neuen 900 Vario Baureihe. Hier legten die Konstrukteure nicht nur Wert auf Funktionalität, sondern auch auf Optik. Nicht umsonst entwickelten sie die Reihe auf der Basis einer Vorstudie mit Porsche. Angetrieben werden diese Giganten der Agrartechnik von High-Tech-Motoren von Deutz. Die Neuentwicklungen sind zugeschnitten auf ständig wachsende Ackergrößen, zunehmende Transportwege und steigenden Kostendruck für Landwirte.

Auch über Traktoren hinaus gab es alles auf dieser Mammut-Schau zu sehen, was neu ist in der Agrartechnik. Herausgegriffen sei beispielhaft die Antriebsmaschine für den Gurkenflieger, die so eingestellt werden kann, dass sie nur 80 Meter in der Stunde zurücklegt, genau die richtige Geschwindigkeit zum Gurkenpflücken.

Eine unüberschaubare Vielfalt von Saaten präsentierte die Saaten-Union. Die Landwirte konnten auf Versuchsflächen auch sehen, was aus den Saaten wird. Besonders augenfällig waren die Maissorten.

Die Kombination aus Technik und Pflanze durch die Firmen Fendt und Saaten-Union war beabsichtigt, denn nach Ansicht beider Firmen lohnen Spitzensorten in der modernen Landwirtschaft auch Spitzentechnik. Besonders bei der Ernte treffen diese Bereiche aufeinander. Wurden vor 100 Jahren noch 100 Arbeitsstunden je Hektar für die Getreideernte benötigt, so ist es heute nur noch eine - bei dreimal höherer Ertragsleistung. Das lernten die Landwirte am Stand der Saaten-Union.

Schon zu Beginn des Feldtags strömten Abertausende nach Wadenbrunn. Obwohl Feuerwehr und Polizei versuchten, die zahlreichen Autos in die richtigen Bahnen zu lenken, gab es in der Umgebung des Hofguts lange Staus, so zum Beispiel auf der Ortsdurchfahrt von Gaibach.

Aus allen Teilen der Republik waren Busse angereist. Kleinere Besuchergruppen kamen auch aus dem europäischen Ausland. So entwickelte sich an den Ständen ein buntes Sprachengwirr aus vielen deutschen Dialekten, aber auch aus französischen, englischen, italienischen, ungarischen und polnischen Stimmen. Wer sich zu einem Ziel durchfragen wollte, kam oft mit Englisch am besten durch.

Im Festzelt bewältigten zahlreiche Helfer ein Riesenpensum bei der Verköstigung der Gäste. Lange Warteschlangen waren trotzdem nicht zu vermeiden.

Am Spätnachmittag sprach dann der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Dr. Helmut Born, zum Thema "Landwirtschaft - Problemlöser für Wirtschaft und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts?". Die bayerischen Jungbauern richteten Wettbewerbe aus und luden dann noch zur "ultimativen Landjugend-Party".  

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