Englert-Erweiterung ist einen Schritt weiter

12.06.2015

Mainpost, 12.06.2015

 

ZEILITZHEIM
Englert-Erweiterung ist einen Schritt weiter

Längere Diskussion im Gemeinderat über Flächennutzungs- und Bebauungsplan

Bereits seit geraumer Zeit baut die Firma Englert in Zeilitzheim „An der Lehmgrube“, südlich ihres Fertigteilwerkes, Lehm ab. Nach Beendigung der Ausbeutung der Fläche soll hier das Betriebsgelände erweitert werden. Geplant sind Lagerflächen, später eventuell eine Bebauung. Der alte Gemeinderat hatte sich bereits im Herbst 2013 mit diesem Thema beschäftigt. Es wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes eingeleitet.

In der aktuellen Gemeinderatssitzung stellte nun Veronika Werthmann vom Planungsbüro Braun aus Gerolzhofen die eingegangenen Stellungnahmen der verschiedenen Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeitsbeteiligung vor und unterbreitete dem Gremium ihre Vorschläge zur Behebung der Einwände.

Dies führte innerhalb des Gremiums teilweise zu heftigen Diskussionen, vor allem über den Schallschutz, die Ausgleichsmaßnahmen und die Begrünung der Fläche sowie die Höhenunterschiede zu den angrenzenden Arealen.

So darf die Schallimmission 63 Dezibel am Tag und 48 Dezibel in der Nacht nicht überschreiten. Dies werde bereits beim laufenden Betrieb nicht eingehalten, weder bei der Uhrzeit noch beim Lärmpegel und auch nicht an Sonntagen, monierte Gemeinderat und Nachbar Werner Herbert. Zwei Gutachten lägen vor, dass die Schallgrenzen eingehalten werden, verteidigte sich dagegen Ziegeleiinhaber Lorenz Englert, dem Bürgermeister Horst Herbert in der Sitzung das Wort erteilte.

Für die Arbeit an Sonntagen hätte er eine Sondergenehmigung, führte er weiter aus. Das will Bürgermeister Horst Herbert nachprüfen. Das künftige Betriebsgelände liege weiter von der Bebauung entfernt, als das Gelände des Fertigteilwerkes. Es werde somit weniger stören, argumentierte Englert. Im Freigelände seien die Geräusche allerdings auch nicht abgeschirmt, gab hierzu das Gemeindeoberhaupt zu bedenken.

Nach Osten und nach Süden gibt es große Höhenunterschiede, die durch Auffüllung teilweise wieder ausgeglichen werden müssten. Der Rand der Flächen müsste angeböscht werden. Um die künftigen Gegebenheiten besser einschätzen zu können forderte Kurt Scheuering hierzu in den Plänen noch einen zusätzlichen Längsschnitt sowie zwei Querschnitte.

Rundum soll die Fläche eingegrünt werden. Innerhalb welcher Zeit dies geschehen soll, ist unklar. Mehrmals forderte Jonas Redweik, diese Grünordnung möglichst bald durchzuführen. Weiter müssen laut Unterer Naturschutzbehörde im Norden des Geländes zwei naturnahe Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von zusammen 350 Kubikmetern angelegt werden. Daneben sollen Bäume und Strauchhecken gepflanzt werden. Auch eine externe Ausgleichsfläche wird vorgeschrieben.

Zur Kreisstraße im Westen und zum Feldweg im Süden hin muss eine tür- und torlose Einfriedung angebracht werden. Die im Moment genutzte Behelfsausfahrt zur Kreisstraße wird allerdings bis November 2024 geduldet, berichtete Veronika Werthmann.

Über das künftige Betriebsgelände führt eine 20-Kilovolt-Freileitung der Unterfränkischen Überlandzentrale. Hier dürfen innerhalb eines Schutzstreifens keine Bäume und Büsche gepflanzt werden.

Auch zum Brandschutz gibt es sowohl vom Kreisbrandrat wie auch von der Regierung von Unterfranken Vorgaben zu Hydranten und unterirdischen Löschwasserbehältern.

Auf Bodendenkmäler müsse geachtet werden, das Regenwasser soll in einen Oberflächenkanal geleitet werden und auf die Interessen der Landwirtschaft müsse geachtet werden, lauteten unter anderem weitere Forderungen von Behörden. Nachbar Werner Herbert reichte einen privaten Einspruch ein. Er befürchtet die Zunahme von Lärm und eine Beeinflussung des Grundwasserspiegels. Dies sei nicht zu erwarten, lautet die Antwort.

Einstimmig stimmten die Kolitzheimer Gemeinderäte den Abwägungen zur Änderung des Flächennutzungsplanes zu. Beim vorhabenbezogenen Bebauungsplan gab es eine Gegenstimme. Die Pläne werden nun erneut vier Wochen für die Öffentlichkeit ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange werden beteiligt.

Brigitte Pfister

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