Erneut Antrag für Freifeld-Fotovoltaikanlage

07.07.2009

 

Mainpost 7.7.2009
 
KOLITZHEIM
Erneut Antrag für Freifeld-Fotovoltaikanlage
Herlheimer Gemarkung bei Anlagenbetreibern sehr begehrt – Längere Diskussion
(bp) Erneut hatte sich der Gemeinderat mit der Errichtung einer Freifeld-Fotovoltaikanlage in Herlheim zu beschäftigen. Allerdings nur auf einer Fläche von 2,3 Hektar. Zur Erinnerung: Vor 14 Tagen stimmte der Gemeinderat den vorhabensbezogenen Bebauungsplänen und Änderungen von Flächennutzungsplänen für drei Vorhaben zur Nutzung der Sonnenenergie zu. In Herlheim auf Flächen von 22,47 Hektar und 30,5 Hektar und in Oberspiesheim für 6,22 Hektar. Bereits einige Wochen vorher genehmigte das Gremium den Bau einer Anlage in Herlheim auf 2,5 Hektar.
Das Gebiet der neuesten geplanten Anlage, die eine Leistung von zirka 550 Kilowattpeak (kWp) erreichen soll, liegt etwa 500 Meter westlich des Baugebietes von Herlheim neben einer ehemaligen Kiesgrube und nördlich des Brunnbaches. Die Fläche wird teilweise hinter einer Gehölzstruktur verschwinden und nicht auffallen, sagte Diplom-Ingenieurin Gudrun Rentsch, die den Plan vorstellte. Die Module werden maximal zwei Meter hoch sein, auch die Übergabestation, sagte hierzu der zukünftige Betreiber. Das Gebiet wird mit einer 2,5 Meter hohen Umzäunung umschlossen und begrünt, so Rentsch. Durch vorhandene Flurwege kann das Grundstück leicht erreicht werden, Ausgleichsflächen sollen extern geschaffen und der Strom in eine nahe Mittelspannungsleitung eingespeist werden, berichtete die Planerin weiter.
Da während der Vorstellung des Planes auch gefallen war, die Übergabestation werde vier Meter hoch, wollte zweiter Bürgermeister Martin Mack wissen, ob die Höhe nicht auf zwei Meter begrenzt werden könne. Es wäre möglich, dies für die Module festzulegen und für die Übergabestation eine andere Höhe, so die Antwort von Rentsch. Dieser Standort sei der, der am wenigsten auffalle, sagte dritter Bürgermeister Alfred Bumm. Dieser Meinung schloss sich auch der Herlheimer Rat Walter Wiegand an.
Mit einer Gegenstimme stimmte das Gremium dem vorhabensbezogenen Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplanes für dieses Gebiet zu. Dies sei noch kein Ja für die Anlage, betonte Bürgermeister Horst Herbert. Nun müsse die Öffentlichkeit und die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.
Bereits vor der Zustimmung hatte es im Rat eine teilweise heftige Diskussion über die Freiland-Fotovoltaikanlagen gegeben. Wie lange das noch weitergehen soll, wurde gefragt. Herlheim werde regelrecht umzingelt und auch die Landschaft werde verändert, sagte Dieter Dietz. Man müsse auch mal Nein sagen, auf alle Fälle gewisse Vorgaben machen, wofür auch Rudolf Bender plädierte. Dafür müsste man ein Gebiet ausweisen, das dann 50, ja vielleicht 100 Hektar groß sein werde, so zweiter Bürgermeister Martin Mack. Da stelle sich die Frage, ob mehrere kleinere Flächen nicht doch besser seien. Sie glaube auch nicht, dass dies ein Vorteil wäre, stimmte Monika Ziegler hier zu. Dies und auch Ablehnung nach vorherigen anderen Zusagen sei gegen das Gleichheitsprinzip.
„Heuer schaffen wir es nicht mehr, Vorgaben zu machen“, meinte Bürgermeister Herbert. Auch die Behörden seien sich nicht einig, wo die besten Standpunkte seien, berichtete er weiter.
Franz Eisenhut-Fuchsberger erinnerte schließlich daran, dass es bis vor zwei Jahren Flächenstilllegungszwang gab. Wenn jetzt die Hälfte davon für Fotovoltaik genutzt werde, sei dies in Ordnung. Große zusammenhängende Flächen würden deren Besitzer privilegieren und andere benachteiligen, fuhr er fort. Auch ihm seien mehrere kleinere Standorte lieber.
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