"Es hat nicht sollen sein"

10.10.2006

Mainpost 10.10.2006

 

"Es hat nicht sollen sein"

 

Zeilitzheim Im Rückblick erwies es sich als glückliche Fügung, dass das Weinlesefest am 3. Oktober ins Wasser gefallen war. Denn nun konnten die Zeilitzheimer und mit ihnen viele Gäste bei Königinnen-Wetter, wie Bürgermeister Horst Herbert sagte, gleich doppelt feiern: Das Weinlesefest und ihre Weinkönigin Jennifer Herbert, die an der Wahl zur Deutschen Weinkönigin teilgenommen hatte.

 

Alexander von Halem, der Vorsitzende des Fränkischen Wein- und Kulturlandes (FWK), der traditionell zusammen mit den örtlichen Weinbauverbänden das Fest ausrichtet, begrüßte auf dem Marktplatz die Gäste und ganz besonders die aus Dresden heimgekehrte Jennifer Herbert. Die Krönungsfeier sei nur eine der vielen Etappen im Jahr gewesen. Im Namen der Winzer bedankte sich von Halem bei Jennifer Herbert für ihre hervorragende Arbeit und überreichte ihr als Anerkennung Präsente.

Die örtliche Weinprinzessin Johanna Mößlein hieß ganz besonders ihre Kolleginnen, zwölf Prinzessinnen rund um Wein und Spargel sowie eine Weinsymbolfigur, willkommen. Der Herbst sei ein ganz besonderer Moment im Jahr, meinte die Weinprinzessin, denn nun könnten endlich die Trauben geerntet und veredelt werden, wofür das ganze Jahr über gearbeitet wurde. Sie lud die Gäste zum Probieren von Traubensaft und Federweißem ein.

Bürgermeister Horst Herbert bezeichnete die Wahl der Deutschen Weinkönigin als herausragendes Ereignis. Jenny habe Franken, Zeilitzheim und die Gemeinde Kolitzheim hervorragend repräsentiert. Davon konnten sich 60 Personen aus der Heimat überzeugen, die zu ihrer Unterstützung mit dem Bus nach Dresden gereist waren. Dass Jenny nicht die neue deutsche Weinkönigin wurde, sei nicht weiter schlimm. So bleibe sie Franken erhalten.

Auch Landrat Harald Leitherer zeigte sich stolz über das Abschneiden der Weinkönigin seines Landkreises bei der Wahl. Leider gewinnen nicht immer die Favoriten und die, die es verdient haben, meinte er. "Es hat nicht sollen sein", waren seine Worte. Nun sei er froh, dass Jennifer weiterhin den Landkreis Schweinfurt und seinen Wein vertrete.

Auch Weinbaupräsident Andreas Oestemer ließ es sich nicht nehmen, beim Empfang "seiner" Weinkönigin in ihrem Heimatort anwesend zu sein. Er sei traurig, aber auch froh, dass Jenny nicht Deutsche Weinkönigin wurde. So könne sie bis zum Ende ihrer Amtszeit im März oder April den Frankenwein vertreten. Er danke dem Herrgott für den guten Wein, eine super Fränkische Weinkönigin und super Weinprinzessinnen, so Oestemer.

Jennifer Herbert bedankte sich für den herzlichen Empfang und die großartige Unterstützung. Sie habe bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin ihr Bestes gegeben. Leider habe es nicht geklappt. Es sei allerdings eine riesige Erfahrung gewesen. Nun freue sie sich auf die zweite Halbzeit als Fränkische Weinkönigin, bei der sie den Frankenwein repräsentieren könne. Weltweit gewinne der Frankenwein immer mehr an Bedeutung, freute sich die Weinkönigin.

Immer wieder wurde in den Ansprachen das ideale Wetter für die diesjährigen Trauben und die gute Qualität betont. Es werde ein sehr guter Jahrgang erwartet war die allgemeine Meinung der Weinfachleute. Von diesem guten Tropfen durften die Besucher dann auch in jungem Zustand kosten. Winzer, Ehrengäste und Weinprinzessinnen stellten in Handarbeit an einer historischen Mühle und Weinpresse den frischen Traubensaft her. Wem dieser Saft zu süß war, der konnte natürlich auch Federweißen oder Wein genießen.

Den Auftakt zum Fest bildete ein Empfang der Ehrengäste im Elternhaus der örtlichen Weinprinzessin Johanna Mößlein. Hier entstand auch die Idee, erstmals einen Gemeinde-Secco herzustellen, der bei besonderen Anlässen in der Gemeinde ausgeschenkt wird. Angeführt von einer Musikkapelle, bestehend aus Stammheimer und Lindacher Musikern, die auch das Fest musikalisch umrahmten, ging es danach im Festzug zum Marktplatz. Im nächsten Jahr wird das Weinlesefest turnusgemäß in Stammheim stattfinden.

Zu den News