Feuerwehr übte Einsatz der örtlichen Führungsstelle

29.01.2019

Mainpost 29.01.2019

 

Stammheim

Feuerwehr übte Einsatz der örtlichen Führungsstelle

Wenn Stürme Häuser abdecken, Bäume umstürzen, Bäche über die Ufer treten und Keller volllaufen, sind die Feuerwehren und sonstigen Rettungsdienste im Großeinsatz. Für die Rettungsleitzentralen bedeutet dieses plötzliche Szenario eine enorme Belastung und manchmal sogar eine Überlastung.

Um für den schlimmsten Fall gerüstet zu sein, haben die Feuerwehren im Raum Kolitzheim eine örtliche Führungsstelle initiiert. Am Samstag übten neun Wehren die koordinierte Einsatzleitung vor Ort. Die örtliche Führungsstelle wurde im Stammheimer Feuerwehrhaus eingerichtet. Das Thema der Übung lautete: "Flächenlage nach Unwetter".

Kreisbrandmeister Daniel Scheller gab den Abordnungen der Feuerwehren das Ziel bekannt: "Wir wollen heute hier eine örtliche Führungsstelle aufbauen und auch praktisch üben." Eine großflächige Schadenslage, beispielsweise nach einem Starkregenereignis, bedeute für die Leitstelle ein erhöhtes Einsatzaufkommen. Die neue örtliche Führungsstelle soll laut Scheller dazu dienen, die Rettungsleitstelle zu entlasten und vor Ort die Einsätze zu koordinieren.

Im Mittelpunkt der Übung stehe eine künftige einheitliche Vorgehensweise, um mit solchen Schadensgroßereignissen besser umgehen zu können. Zu diesem Zweck hatte der Kreisbrandmeister  einen Ablaufplan als "Standard-Einsatzregel" erstellt, den er gemeinsam mit den Floriansjüngern durchging.

Die Übungslage sah einen Starkregen nach Gewitter an einem warmen Sommertag vor. 60 Einsätze wurden von der Leitstelle in Schweinfurt an die örtliche Führungsstelle weitergeleitet. Die Einsatzliste wurde dort von den Vertretern der Wehren aus Stammheim, Lindach, Kolitzheim, Gernach, Unterspiesheim, Oberspiesheim, Herlheim, Brünnstadt und Frankenwinheim in einer praktischen Übung "abgearbeitet". Hauptaufgabe am Funk: Annahme der Notrufe und Auftragsvergabe an die Einsatzkräfte. Hauptaufgabe für die Teams in den Fahrzeugen: Kontaktaufnahme mit betroffenen Bürgern, Einschätzen der Situation vor Ort und Abklären der Frage, ob kostenintensive Maßnahmen bei geringen Schadensereignissen gerechtfertigt sind.

Die Übung zeigte, dass der Digitalfunk ausgezeichnet funktioniert. Bürgermeister Horst Herbert, der die Übung vor Ort verfolgte, zeigte sich zufrieden. "Wir hatten im vergangenen Jahr zwei Starkregenereignisse", erinnerte der Ortschef. Aus den Erfahrungen dieser beiden Einsätze heraus habe man entschieden, eine örtliche Führungsstelle einzurichten. "Wir betreten hier völliges Neuland und bauen eine neue Struktur auf", so Herbert.

"Hierdurch treffen wir Vorsorge für die Zukunft, wenn wieder so ein Ereignis eintritt." Es sei wichtig, dass die Wehren der Großgemeinde koordiniert für den Ernstfall gewappnet seien. Das Gemeindeoberhaupt freute sich, dass dies in Absprache mit Kreisbrandrat Holger Strunk möglich sei. Der Chef der Kreisbrandinspektion Schweinfurt machte sich im Stammheimer Feuerwehrhaus ebenfalls ein Bild von der neuen lokalen Leitstelle. Diese ist mobil und könnte je nach Schadensereignis auch in einem anderen Feuerwehrhaus oder in einem Rathaus eingerichtet werden.

 

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