Feuerwehrhaus in Unterspiesheim wird zweistöckig

29.09.2018

Mainpost 29.10.2018

Kolitzheim

Feuerwehrhaus in Unterspiesheim wird zweistöckig

Recht schnell waren die fünf Bauanträge in der letzten Gemeinderatssitzung abgehandelt - und alle wurden einstimmig genehmigt, einschließlich der nötigen Befreiungen vom Bebauungsplan in den jeweiligen Ortschaften. Mehr Raum nahm die Diskussion um den Neubau des Feuerwehrhauses in Unterspiesheim ein, ebenfalls die Besprechung der Frage, wie es mit dem Bebauungsplan "Mainblick Süd" in Lindach weitergehen solle: "Grundsatzentscheidung zum weiteren Verfahren" stand in der Tagesordnung des Gemeinderats.

Der Emissionsschutz und die relativ hohen Kosten der Erschließung bezeichnete der Bürgermeister Horst Herbert als die beiden "Sorgenkinder" des Bebauungsplans "Mainblick Süd" in Lindach. Die Berücksichtigung der durch den benachbarten Reiterhof bedingten emissionsschutzrechtlichen Bedenken legten es nahe, so das Landratsamt, den Bebauungsplan einzustampfen. Weitere Gespräche hätten ergeben, die zwei südlichen Bauplätze als Dorfgebiet auszuweisen. Diese wären dann schutzwürdiger als das allgemeine Wohngebiet, als die man die dann noch verbliebenen elf anderen Bauplätze ausweisen könne. Allerdings bräuchte man für dieses Verfahren dann noch einmal länger Zeit, da das beschleunigte Verfahren nach Baurecht dann nicht mehr anwendbar wäre.

Darüber hinaus gab es Beschwerden der Nachbarn, dass die Bewässerung der Sonderkulturen häufig nachts erfolge - mit entsprechend lautem Geräuschpegel der Pumpen. Dieses Problem sei aber bewältigbar, so die Meinung des Bürgermeisters. Ein weiteres schwerwiegendes Problem seien die erhöhten Erschließungskosten, die durch den nötigen neuen Kanal entstünden. Sie liegen bei etwa einer Million Euro. Diese Kosten müssten auf die Anlieger umgelegt werden. Freilich könnte diese Umlage nur für die Bauherren angewandt werden, die auf Grundstücken bauen, die der Gemeinde gehören. In Gemeindebesitz ist nur etwa die Hälfte der Fläche des Baugebietes. Daher würden sich die Erschließungskosten auf etwa 100 Euro pro Quadratmeter belaufen.

Eine Trennentwässerung ist in diesem Gebiet nicht möglich. Die Alternativen zum neuen Kanal wurden auch überprüft: sie kämen noch teurer als der neue Kanal. Die kritische Nachfrage von Gerd Endres, ob man den Kanalneubau nicht dadurch umgehen könne, dass man die Keller jeweils mit einer Hebeanlage ausstatten würde, beantwortet der Bürgermeister dahingehend, dass man nicht glaube, dass darin eine Lösung bestehe, denn der Kanal müsse mindestens die Tiefe von 1, 50 Meter haben, um frostsicher zu sein. Man werde diese Lösung jedoch noch überprüfen, bzw. herausfinden, ob diese Lösung nicht schon geprüft worden sei.

Nach Meinung des Bürgermeisters zeichnen sich folgende Lösungsmöglichkeiten ab: Man stellt die Privatbesitzer vor die Alternative, an die Gemeinde zu verkaufen, oder man gibt das Baugebiet auf. Eine weitere Alternative: die Privatbesitzer verpflichten sich, die Kosten für die Erschließung zu tragen. Wenn sie diese Verpflichtung nicht eingehen, bedeutet das das Ende des Baugebietes "Mainblick Süd". Dem Vorschlag des Bürgermeisters, dass mit den Grundstückseigentümern Gespräche geführt werden, und man je nach dem Ergebnis dieser Gespräche entscheide, wie es mit dem Baugebiet weitergehen solle, stimmte das Gremium zu. Ebenfalls sollten mit dem Ingenieurbüro Gespräche geführt werden, ob die Einrichtung von Hebeanlagen in den Kellern der jeweiligen Häuser die Erschließungskosten senken könne. Bürgermeister Martin Mack brachte in Erinnerung, dass man früher schon ein neues Baugebiet am ehemaligen Festplatz ins Auge gefasst habe. Dem wurde entgegengehalten, dass an diesem Platz nur zwei bis drei Bauplätze ausgewiesen werden könnten.

Neues Feuerwehrhaus

Wird das neue Feuerwehrhaus in Unterspiesheim ein- oder zweistöckig gebaut ? Diese Frage hatte der Gemeinderat zu entscheiden. Eingeladen war auch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Unterspiesheim, André Schirmer. Florian Göger vom gleichnamigen Ingenieurbüro und seine Kollegin Petra Zinser waren eingeladen, um den aktuellen Sachstand darzustellen, und über die erst ganz aktuell ergangene Stellungnahme der Regierung und des Straßenbauamtes des Landkreises darzustellen. Nach diesen Informationen ist eine Zufahrt zu dem Gelände über den Kreisverkehr möglich.

Die Ein- und Ausfahrt darf aber nur für Feuerwehrfahrzeuge im Einsatzfall benutzt werden. Für Privat-Pkw ist eine weitere Zufahrt auf dieses Areal weiter südlich, zwischen dem Kreisverkehr und der scharfen Rechtskurve vor der Einfahrt zum Einkaufsmarkt vorgesehen. Eine weitere Einfahrt ist im Lachenbrunn vorgesehen, westlich von der Einfahrt zum Einkaufsladen. Ebenfalls soll eine Verbindung zwischen dem Gelände des Feuerwehrhauses in Richtung Sporthalle geschaffen werden, um im Einsatzfall eine schnelle Zufahrt sicherzustellen.

Die Parkplätze für die Feuerwehrleute, die zum Einsatz oder zur Schulung kommen, sollten alle auf der südlichen Seite liegen. Diplomingenieur Florian Göger stellte dann die eingeschossige und die zweigeschossige Variante des Feuerwehrhauses vor. Die Kostenschätzung für die eingeschossige Variante beläuft sich auf etwa zwei Millionen Euro, die für die zweigeschossige Bauweise auf 2,13 Millionen. Dabei sei aber zu bedenken, dass die laufenden Kosten für die zweigeschossige Variante längerfristig weniger seien.

Kommandant André Schirmer plädierte sehr klar für die zweigeschossige Lösung: Man habe sich in der Feuerwehr Unterspiesheim mit dem Plan intensiv beschäftigt, auch Kreisbrandmeister und Kreisbrandinspektor seien in die Diskussion mit eingebunden gewesen. Die Wege im Gebäude seien kürzer, man könne die "verschmutzen" Bereiche, in denen sich zum Beispiel noch Rußpartikel von den Einsätzen befinden könnten, besser von den "sauberen" Schulungsbereichen trennen, die Wege vom Parkplatz zu den Umkleideräumen seien kürzer. Bürgermeister Horst Herbert ergänzte, dass auch der Kreisbrandmeister und der Kreisbrandinspektor die zweigeschossige Bauweise favorisierten, auch in Grettstadt plane man zweigeschossig für das Feuerwehrhaus.

Die kritische Anmerkung von Burkhard Pfaff hinsichtlich der geplanten Baugröße werde man mitnehmen. Die Planungen seien aber nach den Vorgaben für die DIN-Normen für Feuerwehrhäuser vorgenommen worden. Man sei von 60 Plätzen für männliche und 15 Plätzen für weibliche Aktive ausgegangen. Der Bogen im Gebäude sei auch Ergebnis einer funktionalen Anordnung der Räumlichkeiten hielt Florian Göger der kritischen Anfrage von Jonas Redweik entgegen. André Schirmer merkte an, dass die Inneneinteilung " noch nicht in Stein gemeißelt" sei. Die Entscheidung des Gemeinderats: Zweigeschossige Bauweise. Jetzt ist der nächste Schritt die Erstellung eines Bebauungsplans.

Ein drittes Thema war die Diskussion um den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Gernach-Hirschfeld. Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass eine Förderung über das Flurbereinigungsverfahren ausscheide, da es kein Flurbereinigungsverfahren in dieser Flur gebe. Der Ausbau auf die Breite von 5, 50 Meter koste etwa drei Millionen Euro. Auf die Gemeinde Kolitzheim würden Kosten von etwa 1, 3 Millionen Euro zukommen, bei einem zu erwartenden Zuschuss von 50 - 60 Prozent müssten etwa 600.000 Euro an Eigenmitteln aufgebracht werden. Zu sehen sei, dass die Straße auf Gernacher Grund noch besser sei als im Gebiet von Hirschfeld. Die Gemeinde Röthlein habe noch keinen Beschluss zur Frage des Ausbaus gefasst. Sein Vorhaben, gegenüber der Gemeinde Röthlein zu signalisieren, dass der Ausbau dieser Straße für die Gemeinde Kolitzheim "nicht die größte Priorität" habe, fand die Zustimmung des Gremiums.

 

 

 

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